„Alarmstufe Rot, Pflegeversicherung in Not“
Ab Oktober sind die Ausgaben der sozialen Pflegeversicherung nur noch teilweise von den Einnahmen gedeckt. Dann wird der Bund kurzfristig mit einem Darlehen einspringen müssen. Und im nächsten Jahr wird noch mehr Geld gebraucht.
Der Reim sei nicht beabsichtigt gewesen, stellte Oliver Blatt, Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes, in der Pressekonferenz lapidar fest: „Die Pflege ist akut in Not. Es herrscht Alarmstufe Rot. In wenigen Monaten ist das Geld alle!“ Es folgte dementsprechend keine Poesie.
Die soziale Pflegeversicherung steuert dieses Jahr auf ein Defizit von rund 1,2 Mrd. Euro zu. Addiert man das Bundesdarlehen von 3,2 Mrd. Euro, fehlen sogar 4,4 Mrd. Euro. Im ersten Halbjahr 2026 stiegen die Einnahmen um 3,9 %, die Ausgaben aber um 11 %. Haupttreiber ist laut Blatt die steigende Anzahl von Menschen, die Leistungen in Anspruch nehmen, vielleicht auch beeinflusst von einem Vorzieheffekt wegen drohender Verschlechterungen. Hinzu kommt, dass die Einführung eines gemeinsamen Jahresbetrags bei der Kurzzeit- und Verhinderungspflege ausgiebig genutzt wurde. Und die gute Lohnentwicklung in der Pflege schlägt sich in stetig steigenden Zuschüssen der Pflegeversicherung zu den Eigenanteilen in der vollstationären Pflege nieder.
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