Beiträge zum Thema Medizin – Alle Beiträge

Muß Privatkasse Akupunktur zahlen?
Ich ersuche Ihren Rat wegen der Verweigerung einer Kostenübernahme von der GOÄ-Ziffer 269a - Akupunkturbehandlung zur Schmerzbekämpfung - von einer Privatkasse. Der Patient wird wegen Schmerzzuständen mit Akupunktur behandelt. Seine Kasse schickte dem Patienten ein Schreiben, die Akupunktur sei keine medizinisch notwendige Heilbehandlung, da nicht auf gesicherten Erkenntnissen beruhend - keine Erstattung. Wie sollte man sich der Krankenkasse gegenüber verhalten, zumal der Gesetzgeber doch eigens eine Akupunktur-Ziffer in die GOÄ eingegliedert hat?

KV verweigert Zusatzbudget
Ich streite seit Sommer 97 mit der KV über das Zusatz- Budget der Ziffer 15 und habe es von Anfang an nicht bekommen. Meines Erachtens ist dies jedoch nicht korrekt, da ich in früheren Quartalen, die entscheidend für das Zubilligen der Ziffer 15 waren, diese Leistung wegen Fehlinterpretation der Legende zwar erbracht, jedoch nicht abgerechnet hatte. Gegegenüber der KV habe ich beispielhaft anhand anonymisierter Daten aus meiner Kartei die Leistungserbringung eindeutig dargestellt. Es ist mir nicht klar, wieso durch das fehlende Anschreiben der (erbrachten) Leistungen nunmehr ein Bedarf nicht nachgewiesen wurde. Können Sie mir helfen?

Kassen bereichern sich!
Bekanntlich behandeln wir GKV- Versicherte auch nach Unfall (nicht BG) im Rahmen unseres Budgets. Dies ist, betrachten wir einmal als häufige Unfallfolge ein HWS-Schleudertrauma, oft eine langwierige Therapie, verbunden mit vielen Arzt-Patienten-Kontakten, so daß bei den engen Budgets von einer den Aufwand deckenden Bezahlung keine Rede sein kann. Wie lassen sich die Krankenkassen von den Haftpflichtversicherungen die Kosten vergüten? Wäre es nicht möglich, daß wir unseren Aufwand nach GOÄ liquidieren? Der Patient kann sich das Geld vom Schädiger oder per Kostenerstattung wieder holen.

Muß ich im Pflegeheim eigenhändig dokumentieren?
Bin ich als „normaler“ Kassenarzt bei der Mitbetreuung von Altenheimbewohnern dem „Heimgesetz (HeimG)“, angesiedelt z.B. im Hessischen Amt für Versorgung und Soziales, unterstellt? Kann ich unter Androhung eines berufsrechtlichen Vorgangs durch einen Justitiar einer Ärztekammer zu Abzeichnungen (Signieren) von Medikationseintragungen in heimeigenen Patientenmappen gezwungen werden, wenn ich selbst ausreichend für mich meine Befunde, Anordnungen etc. zweimal (handschriftlich in Karteikarte + Praxis-EDV) dokumentiere und ausgebildetes Pflegepersonal in guter Zusammenarbeit ausreichend informiere, das dann die erforderlichen Eintragungen in die Mappen vornimmt?

Darf ich´s überhaupt?
Ist es möglich, als Referent im Rahmen eines Gesundheitsseminars o.ä. für das Gesundheitsinstitut der Ehegattin in Erscheinung zu treten? Ich meine, von einem Gerichtsurteil in Nordrhein-Westfalen gehört zu haben, daß dies nicht zulässig sei und für die gesamte Bundesrepublik gelte.

Weihnachts- und Urlaubsgeld zahlen?
1. Wie viele Urlaubstage stehen einer 21jährigen Auszubildenden zu, die nach Tarifvertrag beschäftigt wird und nach Lehrabschluß zum 31. August ausscheidet?
2. Ist das Weihnachtsgeld bzw. das Urlaubsgeld für Auszubildende tariflich vereinbart oder eine freiwillige Leistung? Wenn ja, dürfen diese Leistungen - einmal bezahlt - wieder gestrichen werden?
3. Ist ein Lehrvertrag beispielsweise bis zum 31.8. geschlossen, kann die Auszubildende mit Bestehen der Prüfung das Arbeitsverhältnis sofort beenden, wenn die Prüfung in diesem Jahr Anfang Juni stattfindet? Frage: Ist die Auszubildende verpflichtet, dem Arbeitgeber zu irgendeinem Zeitpunkt mitzuteilen, ob sie bis zum Vertragsende bleiben will, oder kann sie in diesem Zeitraum täglich das Arbeitsverhältnis nach Belieben beenden?

Zahlt Sie auch meine Kosten?
Die Schlichtungsstelle der norddeutschen Ärztekammern bat mich um Übersendung von Patientenunterlagen (in einem Fall gegen einen anderen Arzt). Explizit wurde auch meine Karteikarte angefordert. Frage: Muß ich die gewünschten Unterlagen zusenden? Muß ich meine Karteikarte zusenden? (Das halte ich für eine Zumutung). Die Rechnung für Bericht, Porto und Auslagen soll aus nicht nachvollziehbaren Gründen nicht bezahlt werden, obwohl es dem Patienten doch sicher auch um Schadensersatzleistungen geht.

Muß ich im Notfall trotzdem hin?
Folgende Situation: Hausbesuch sonntags bei einer Privatpatientin im Rahmen des Kassenärztlichen Notdienstes: Behandlung, Rechnung, später 1. und 2. Mahnung, Rechtsanwalt, Mahnverfahren, Patientin erklärt sich für zahlungsunfähig; ich erhalte letztendlich kein Geld. Ich werde nun ein Jahr später wieder im Notdienst zu der gleichen Patientin bestellt. Meine Frage: Kann ich die Behandlung verweigern, da ich ganz genau weiß, daß ich kein Geld erhalte?

Kann das ein Kortison-Kater sein?
Ich behandle einen 43jährigen Patienten, der vom Dermatologen wegen eines Pemphigus mit Aphthen im Mundbereich zehn Jahre lang 8mg Urbason® pro Tag verordnet bekam. Vor einem halben Jahr wurde das Medikament abgesetzt. Seither sind zwar keine Aphthen mehr aufgetreten, der Patient klagt jedoch über massive Gelenkbeschwerden bzw. Schmerzen im Bereich der Muskulatur von Oberarmen und Oberschenkeln, die auch nachts auftreten. Alle Laborwerte einschließlich Rheumaparameter lagen im Normbereich, eine Osteoporose konnte röntgenologisch und sonographisch ausgeschlossen werden. Äußerlich sind Muskeln und Gelenke unauffällig, keine Schwellung, keine Rötung, keine Überwärmung bei freier Beweglichkeit. Was könnte die Ursache sein?

Hafte ich dafür?
Das Rechenzentrum in Hünxe hat über die KV einen Schadensersatzantrag gegen mich gestellt. Es geht darum, daß aus meiner Praxis ein Kassenrezept über Sprechstundenbedarf an eine Apotheke herausgegeben wurde. Die Sprechstundenbedarfsverordnung war Hepatitis-B-Impfstoff; dieser durfte aber nicht als Sprechstundenbedarf verordnet werden, sondern nur auf den Namen des einzelnen Patienten. Dieses Rezept trägt jedoch keine Unterschrift. Ist es trotzdem gültig und reicht für eine Schadensersatzforderung aus?

Wo liegt die Ursache?
Bei meiner 78jährigen Patientin besteht seit 20 Jahren eine Polyneuropathie der Beine, die in letzter Zeit deutlich progredient ist. Das Taubheitsgefühl hat sich bis in die Knieregion ausgebreitet. Laborchemisch finden sich keine Auffälligkeiten bis auf einen einmalig gemessenen erhöhten Vitamin-B6-Spiegel auf das Dreifache der Norm. Alle bisherigen Behandlungsversuche, auch hochdosierte Vitamin-B-Gaben, brachten keinen Erfolg. Was könnte die Ursache sein? Gibt es Therapiemöglichkeiten?

Wie argumentiere ich beim Regreß?
Ich soll bei den Heilmitteln gekürzt werden. Zwar liege ich hier deutlich über Fachgruppenschnitt, bei den Arzneimitteln jedoch darunter. Das müßte doch eine sog. kompensatorische Einsparung sein. Außerdem sind meine Heilmittelverordnungen begründet. Ich habe krankengymnastische Übungsbehandlungen bei Insult, Querschnittslähmung, schwerer Polyarthritis mit Basistherapie sowie Kombinationen der genannten Leiden, TEP Knie und Hüfte, hochgradiger LWS-Degeneration mit Spinalkanalstenose und Querschnittslähmung bzw. bei Rollstuhlfahrern sowie Karzinompatienten verordnet.
Darf ich Sie bitte, mir die Vorgehensweise aufzuzeigen, um auf der einen Seite nicht die von mir verordneten Heilmittel selbst bezahlen zu müssen, auf der anderen Seite nicht die stets begründeten und mit den Krankengymnasten durchgesprochenen Behandlungsplan zu gefährden.

MDK will mich zur Überweisung zwingen
Der Medizinische Dienst fordert mich auf, zur Beurteilung der weiteren Arbeitsunfähigkeit bei einer Patientin eine dritte Arthroskopie durchführen zu lassen, obgleich ich als Hausarzt hierfür keine medizinische Indikation sehe. Insbesondere geht es dabei um die Frage, wieweit durch den MDK ärztliche Eingriffe vorgeschrieben werden dürfen, sowie die Aufforderung zur Ausstellung einer Überweisung und Verursachung von Untersuchungskosten zu Lasten der Krankenkassen und unseres ärztlichen Budgets überhaupt rechtmäßig sind.

Hilft jetzt die Serologie weiter?
Ich betreue eine 23jährige Patientin mit positiver Chlamydien-Serologie. Seit August ´97, damals war die Patientin noch Trägerin eines Intrauterin- Pessars, klagt sie über Bauchschmerzen bis hin zu Bauchkrämpfen, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Glieder- und Kopfschmerzen sowie über ein allgemeines Schwächegefühl. Unter Mitbehandlung eines Gynäkologen wurde die Patientin mit Doxycyclin, Erythromycin und Klacid® behandelt. Nach jeder Therapie fühlte sie sich zunächst beschwerdefrei, dann traten fast die gleichen Symptome wieder auf. Die Patientin war früher eine begeisterte Sportlerin und überhaupt sehr leistungsfähig. Jetzt fällt es ihr zunehmend schwerer, den Anforderungen am Arbeitsplatz gerecht zu werden. Wie kann meiner Patientin geholfen werden?

Wundversorgung neben Verband abrechnen?
Von der Fleischerei Berufsgenossenschaft wird mir mitgeteilt, daß bei einer Wundversorgung die Ziffer 200 neben der Ziffer 2004 nicht berechnungsfähig ist. Es können nur die besonderen Kosten abgerechnet werden. Hierzu wird auf die Anmerkungen im Text zu Ziffer 200 der GOÄ hingewiesen. Wie ich mich erinnerte, bei Ihnen gelesen zu haben, ist bei GOÄ- Abrechnung diese Kombination doch sinnvoll und möglich. Ich bitte dies zu prüfen.

Mit Globuli auf Läuse schießen?
In der Schule meines Sohnes tritt häufiger Kopflaus-„Alarm“ auf. Den Kindern wurde nun ein Schreiben mitgegeben, in dem eine vorbeugende homöopathische Therapie mit Sabadilla D12 empfohlen wird. Ich störe mich sehr daran, im Prinzip gesunde Kinder an eine Tabletteneinnahme zu gewöhnen, auch wenn es homöopathische oder „natürliche“ Stoffe sind. Was sagen die Experten dazu ?

Was lindert den Schmerz?
Ich betreue eine 40jährige Patientin mit ausgedehnter Sklerodermie. Gegen die starken Schmerzen verordnete ich der Patientin Rantudilxae forte und Valoron6reg;, später zusätzlich bei Bedarf L-Polamidonxae Hoechst. In der Hoffnung, die Patientin wieder vom L-Polamidon loszukriegen, habe ich sie stationär eingewiesen. Dort bekam sie Novalginxae 3mal 25 Tropfen täglich und Morphinsulfat (MST 10 1 bis 2 Tabletten täglich) - also gerade, was ich nicht wollte, und das Ergebnis ist nicht befriedigend. Was kann ich tun?

Osteoporose vorprogrammiert?
Laborarzt
Heidelberg:
Ist ein niedriger Östradiol-Spiegel unter 20-pg/ml bei nicht erhöhten-Gonadotropinspiegeln (unter 8-U/l) bei 20- bis 30jährigen Frauen, die Ovulationshemmer einnehmen, ein Grund zur Substitution? Besteht aufgrund der niedrigen Östradiolwerte ein für später vorprogrammiertes Osteoporose-Risiko?