SERD bei fortgeschrittenem Brustkrebs gut vertragen

Giredestrant statt ET macht Everolimus nicht toxischer

ESMO Breast Cancer Congress 2026
|Erschienen am: 
Bei den Teilnehmenden war eine Vortherapie mit CDK4/6-Inhibitoren gescheitert.

In evERA testeten Forschende beim vorbehandelten metastasierten Mammakarzinom eine Kombination aus Giredestrant und Everolimus. Offenbar stellte die Addition des SERD keine zusätzliche Belastung dar – darauf deuten nun PROs hin.

Für Patient:innen mit fortgeschrittenen Brustkrebsstadien stellt der SERD Giredestrant offenbar nicht nur eine wirksame, sondern auch eine verträgliche Option dar. Dies belegen Daten zu Patient Reported Outcomes (PROs) aus der evERA-Studie, die Prof. Dr. Dr. Miguel Martín Jiménez, Universitätsklinikum Gregorio Marañón, Madrid, vorstellte. Im Rahmen der Phase-3-Studie erhielten Personen mit ER+/HER2- metastasiertem Mammakarzinom, die unter/nach einem CDK4/6-Inhibitor einen Progress oder ein Rezidiv erlitten hatten, entweder

Eine Pneumonitis trat bei 24,2 % im Giredestrantarm und 17,2 % in der ET-Gruppe auf, was der Häufigkeit in anderen Brustkrebsstudien mit Everolimus entspricht. Wie der Experte betonte, war sie meistens vom Grad 1 oder 2 und reversibel. Die Rate an Pneumonitiden von Grad 3–4 war in beiden Armen niedrig, Todesfälle gab es dadurch nicht. „Etwa 6 % der Erkrankten brachen die Therapie wegen Pneumonitis ab“, berichtete der Onkologe.

Stomatitis lässt sich beherrschen

Eine Stomatitis gilt als typische Nebenwirkung von Everolimus. Im Rahmen von evERA empfahlen die Verantwortlichen eine alkoholfreie, dexamethasonhaltige Mundspülung zur Prophylaxe. Diese nutzten Teilnehmende zunächst für acht Wochen und danach, falls Symptome auftraten.

Wie der Experte betonte, schien diese Strategie erfolgreich: Unter denjenigen, die die Prophylaxe anwendeten, entwickelten ca. 15 % statt rund 20 % eine Stomatitis vom Grad 2. Außerdem trat sie mit der Mundspülung median später auf (20 Tage vs. 13 Tage im Giredestrantarm) und bildete sich bei einem größeren Teil der Betroffenen wieder zurück (86,2 % vs. 78,6 %). Nur zwei Personen mussten Everolimus wegen einer Stomatitis vollständig absetzen. „Es sollte in Zukunft empfohlen werden“, lautete das Fazit von Prof. Martín Jiménez.

Progress bestehender Symptome in beiden Armen gleich oft

Ein ähnlicher Anteil der Teilnehmenden beider Arme beklagte eine Verschlechterung bestehender Symptome unter der Behandlung sowie ein Fortschreiten zum Schweregrad 3/4. Dies galt für zahlreiche Beschwerden, darunter Übelkeit, Erbrechen, Diarrhö und Fatigue. Laut Selbstauskunft gaben allerdings mehr Befragte der Giredestrant-Gruppe an, sich durch Nebenwirkungen „überhaupt nicht“ belastet zu fühlen.

Bei PRO-Indikatoren der Lebensqualität zeigte sich tendenziell ein Vorteil zugunsten von Giredestrant + Everolimus. Mit dem SERD lebten Erkrankte beispielsweise numerisch länger ohne Schmerzprogress (median 7,46 Monate vs. 5,68 Monate). Ebenso verschlechterten sich Physical Functioning und Rollenfunktion median jeweils etwa drei Monate später. Die allgemeine gesundheitsbezogene Lebensqualität blieb andererseits unter beiden Regimen annähernd gleich lang erhalten (5,22 Monate vs. 4,73 Monate).

Keine zusätzliche Belastung durch den SERD

Alles in allem hätten Teilnehmende beide Regime gut vertragen, so Prof. Martín Jiménez, und der orale SERD habe nicht signifikant zur Toxizität beigetragen. „Im Hinblick auf PROs gab es keine zusätzliche therapeutische Belastung durch Giredestrant“, merkte der Experte an. Aus Patient:innensicht habe sich die Behandlung mit dem SERD als gut tolerabel erwiesen.

Martín Jiménez M et al. ESMO Breast Cancer Congress 2026; Abstract 418O

Schlagwörter:

Das könnte Sie auch interessieren