Beiträge zum Thema Medizin – Alle Beiträge

KV senst einfach Fälle weg
Wir sind zu zweit in Praxisgemeinschaft niedergelassen. Früher haben wir uns im Urlaub von externen Kollegen vertreten lassen. Um Kosten zu senken, machen wir nun aber stets zeitversetzt Urlaub und vertreten uns gegenseitig (jeweils einmal pro Quartal). Die hierdurch entstandenen Vertreterscheine werden uns von der KV strittig gemacht. Es handelt sich aber nicht um Wechselpatienten, sondern ausschließlich um Urlaubsvertretung. Außerdem sind wir von der Fallzahlbegrenzung betroffen, da wir in den früheren Vergleichsquartalen ja Fremdvertreter und mithin weniger Scheine hatten.

Was stoppt den Krampf im Zeh?
Arzt für Allgemeinmedizin,
Kirchhain:
Ein älterer Sportler berichtet, dass sich nach etwa 1 1/2 Stunden strammem Laufen sein zweiter Zeh links so stark verkrampft, dass er stehen bleiben muss. Er massiert und biegt den Zeh ca. 5 min und kann dann für ca. eine Stunde weiterlaufen. Je länger er läuft, desto kürzer werden die symptomfreien Abstände. Was könnte die Ursache sein? Ist eine Therapiemöglichkeit bekannt?

Laufnase durch Allergietest?
Arzt für Allgemeinmedizin,
Rastatt:
Mein Patient litt als Kind an Heuschnupfen; die Symptomatik klang nach dem 18. Lebensjahr allmählich ab. Jetzt wurde im Rahmen der Abklärung eines Schlafapnoe-Syndroms auch ein Allergietest durchgeführt. Mein Patient behauptet, seitdem sei der Heuschnupfen wieder in einer Intensität wie zuletzt vor 30 Jahren aufgetreten. Kann eine Allergietestung so etwas wie eine Booster-Reaktion auslösen?

Was macht die Nase endlich frei?
Arzt für Allgemeinmedizin,
Frankfurt:
Die 48-jährige Patientin leidet seit ca. vier Jahren an einer chronischen, nichtallergischen Rhinitis. Antiallergika und Kortisonsprays blieben ohne Erfolg. HNO-ärztlicher Spiegelbefund sowie CT waren ohne pathologischen Befund. Besonders nachts ist die verstopfte Nase sehr lästig. Was kann man tun?

Kostenlos AU an Kassse?
Arzt, Chirotherapeut,
Berlin:
Meine Lieblings-Krankenkasse Verkehrsbau-Union überhäuft mich seit einiger Zeit mit Anfragen, die offensichtlich nicht vergütet werden sollen und deren Beantwortung wohl auch nicht zu meinen Pflichten gehört. Wie soll ich mich verhalten? Kostenlos beantworten? Rechnung schreiben? Ignorieren? Offensichtlich hat der Versicherte seinen „Gelben“ nicht an seine Kasse geschickt.

Perianalfisteln durch Yersinien?
Dr. Mohamed-Ali Hassan,
Arzt für Innere Medizin,
Berlin:
Mein Patient leidet an einer rezidivierenden inkompletten Perianalfistel im Bereich der hinteren Analkommissur (also Kryptitis oder Kryptoglandulitis), weswegen er bis jetzt viermal operiert wurde. Es liegen keine intestinalen oder extraintestinalen Erkrankungen vor, die kausalgenetisch in diesem Zusammenhang von Bedeutung wären. Auffällig sind jedoch die Persistenz von Yersinien-Antikörpern der Klasse IgG nach einer Enteritis 1983 und der intermittierende Nachweis von IgA-Ak. Könnte ein Zusammenhang zwischen der therapieresistenten fistulösen Erkrankung und der Yersinien-Infektion bestehen?

Wirkt das, und warum?
Arzt für Allgemeinmedizin in G.:
Wenn bei der Dilatation einer Femoralarterie ein Stent eingesetzt wird, führt ein Krankenhaus meiner Nachbarschaft eine Röntgen-Nachbestrahlung durch. Sie soll Wucherungstendenzen des Endothels unterdrücken und so die Zahl erneuter Stenosen bzw. Verschlüsse reduzieren. Was ist davon zu halten?

Darf sie konkrete Fragen geheim halten?
Arzt für Orthopädie und Chirotherapie,
Konstanz:
Die DKV verlangt von mir bei jedem Privatpatienten einen „ausführlichen Behandlungs- und Befundbericht, da die vorgelegten Rechnungen sowohl gebührenrechtliche als auch medizinische Fragen aufwerfen“. Trotz meiner Bitte, mir diese Fragen zur Kenntnis zu bringen, damit ich darauf konkret antworten kann, verweigert mir die DKV dies. Sie beharrt auf einem ausführlichen Behandlungs- und Befundbericht. Darf die DKV diese Fragen geheim halten und von mir global einen Bericht verlangen, ohne dass ich weiß, worum es geht?

Für den Operateur verboten?
Arzt für Orthopädie,
Bad Dürrheim:
Die KV streicht mir die EBM-Nr. 90 (Zuschlag ambulante Anästhesie/Narkose). Sie könne nur vom Arzt für Anästhesie abgerechnet werden. Mir scheint dies insofern sehr widersprüchlich, da die Plexusanästhesie nach den Nrn. 462 und 463 durchaus von Operateuren abgerechnet werden kann. Warum also nicht auch der Zuschlag?

Im Notdienst für Gotteslohn?
praktische Ärztin,
Regensburg:
In meiner Praxis ist ein Abrechnungsproblem aufgetreten, von dem ich glaube, dass es von allgemeinem Interesse ist. Als KV-Dienstärztin wurde ich von der Leitstelle um 1.30 Uhr nachts informiert, dass eine Patientin im Seniorenheim verstorben sei. Entsprechend den neuen Vorschriften fuhr ich ins Seniorenheim, untersuchte die Verstorbene, die nicht meine Patientin war, und stellte die so genannte „vorläufige Todesbescheinigung“ aus. Die endgültige Todesbescheinigung wurde am nächsten Tag vom Hausarzt der Verstorbenen ausgestellt. Die Bezahlung der von mir gestellten Rechnung lehnte das Bestattungsinstitut ab mit der Begründung, es könne nur eine Rechnung bezahlt werden, und das sei die desjenigen Arztes, der die endgültige Todesbescheinigung ausgestellt habe.

Wer trägt die Kosten bei Komplikationen?
Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe,
Stralsund:
Nicht selten werden Ersuchen von Patientinnen um Kostenübernahme (z.B. Brustvergrößerung/-verkleinerung) von den Kassen abgelehnt. Dabei muss die Patientin nach meiner Auffassung auch die präoperativen Leistungen (z.B. Mammographie/Sonographie, Labor) sowie auch die Folgeuntersuchungen (Wundpflege) privat übernehmen. Trifft das auch für Komplikationen zu? Wie erfolgt in diesem Fall die Krankschreibung? Hat die Patientin Anspruch auf Krankengeld?

Neue GOÄ in Sicht?
Internistin, Lugau:
Neben der normalen Ultraschalldiagnostik führe ich auch die Doppleruntersuchung mit einem direktionalen Ultraschalldoppler einschließlich Frequenzspektrumanalyse durch. Kurioserweise ist auch bei der Neuauflage der GOÄ die Nr. 404 nicht neben der Nr. 644 abrechenbar. Dieser seit Jahren in der GOÄ bestehende Widersinn ist für mich unerklärlich, da vor allem in den Kommentaren zur GOÄ alle möglichen Varianten der Umschreibung genannt sind. Könnten die Autoren der GOÄ nicht einen Zusatz bringen, um endlich den seit Jahren bestehenden Fehler zu beheben?

Dürfen Internisten privat abrechnen?
Internist, Otzberg:
Als hausärztlicher Internist darf ich ab 2002 K.o.-Leistungen wie zum Beispiel Echokardiographie bei Kassenpatienten nicht mehr abrechnen. Ist es rechtlich zulässig, wenn ich Kassenpatienten eine Privatrechnung nach GOÄ über die Leistung stelle, wenn ich sie vorher darauf aufmerksam gemacht habe, dass sie a) diese Leistungen bei einem Facharzt, wie z.B. einem Kardiologen, weiterhin ohne Zahlung bekommen können, b) sie diese Rechnung nicht von ihrer Krankenkasse erstattet bekommen können?

AOK verlangt Arznei-Verordnung
Ärztin für Allgemeinmedizin,
Horb:
Muss ich während des stationären Aufenthalts für meinen Patienten Medikamente verordnen? Die örtliche AOK behauptet das für den Fall, dass die betreffende Verordnung nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit der stationär behandelten Erkrankung steht. Nur bei direktem Zusammenhang müsse die Klinik die Medikamente stellen, sonst liege die Verantwortung für die Medikation beim Vertragsarzt.

Braucht die Patientin wirklich Kortison?
Arzt für Allgemeinmedizin,
Mörfelden-Walldorf:
Meine 33-jährige Patientin leidet seit etwa zehn Jahren unter Haarausfall. Im Trichogramm wurden mehrfach Haarwurzelschäden festgestellt, eine androgenetische Ursache konnte ausgeschlossen werden. Vor vier Jahren wurde eine Thyreoiditis Hashimoto diagnostiziert, der Antikörpertiter ist inzwischen auf sehr niedrige Werte abgefallen. Die Patientin gibt an, dass von allen z. Zt. bekannten Therapieversuchen lediglich die Anwendung von Dexa Loscon® mono (0,025%25ig) einen spürbaren Effekt zeigt. Wie hoch ist das Risiko einer Atrophie der Kopfhaut einzuschätzen?