Beiträge zum Thema Medizin – Alle Beiträge

Gebühren fürs Radio meiner Putzfrau?
Im vergangenen Jahr war ein Außendienstmitarbeiter der GEMA bei mir in der Praxis, um auszukundschaften, ob in meiner Praxis ein Rundfunkempfänger eingeschaltet ist. Nun existiert hier tatsächlich ein Radiogerät, und es war dummerweise auch noch eingeschaltet. Dieses Gerät, für das ich bereits die Rundfunkgebühr zahle, befindet sich in einem Vorzimmer meines eigentlichen Behandlungszimmers. Hier erledigt die Sprechstundenhilfe manchmal vorbereitende Arbeiten wie Blutdruck-Messen, Wiegen usw. Eigentlich wurde das Radio mehr oder weniger für unsere Reinigungskraft als Geräuschkulisse angeschafft.
Bei seinem Besuch übergab der Außendienstmitarbeiter meiner Sprechstundenhilfe einen Vertrag der GEMA mit der Bemerkung, der Praxisinhaber werde von der GEMA noch hören. Im Oktober wurde ich dann angemahnt, den überreichten Vertrag zu akzeptieren. Mir ist nicht ganz klar, warum und wieso ich für eine angebliche Musiknutzung noch eine Gebühr bezahlen soll.

Orale Antikoagulation im akuten Schub absetzen?
Facharzt für Innere Krankheiten,
Neuss:
Ein 67-jähriger, adipöser Patient mit Hypertonie leidet an einer derzeit in Remission befindlichen Colitis ulcerosa. Vor einigen Wochen entwickelte er eine absolute Arrhythmie mit transitorisch-ischämischen Attacken und Fazialisparese. Wegen im Schädel-CT nachgewiesener multipler kleinerer Infarkte wurde der Patient auf ein Kumarin-Derivat eingestellt. Was mache ich mit der Antikoagulation, wenn es zu einem Schub der Colitis ulcerosa kommen sollte?

50 Pf. kosten Zuzahlungsbefreiung
Arzt für Allgemeinmedizin,
Emden:
Ich habe ein Ehepaar als Patienten, bei dem beide chronisch krank sind und eine Reihe von Medikamenten brauchen, die Ehefrau benötigt zusätzlich anhaltend physikalische Therapie. Das Ehepaar liegt mit seinem Einkommen um 0,50 DM über der Befreiungsgrenze von den Zuzahlungen, hat aber im Laufe des letzten Jahres die Belastungsgrenze von 1 %25 überschritten, die für die chronisch Kranken gilt. Die Krankenkasse lehnte es ab, für den Rest des Kalenderjahres 1999 dies anzuerkennen und die Überzahlung zu erstatten. Erst 2000 erfolge die Befreiung. Ist das Vorgehen der Krankenkasse von den gesetzlichen Regelungen gedeckt?

Patienten ablehnen?
Neumarkt-St. Veit:
Seit wann sind Grenzfallzahlen und Honorargrenzwerte der KV Bayerns per HVM geregelt? Für Allgemeinmedizin habe ich Werte vom 1.7.99, Grenzfallzahl 1114. Haben Sie frühere Werte? Was mache ich, wenn ich diese Werte überschreite, muss ich Patienten ablehnen?

Medikamentös vertreiben?
Facharzt für Innere Medizin,
Prien:
Meine 51-jährige Patientin leidet an rezidivierenden Xanthelasmen der Augenlider. Ihre Blutfettwerte: Cholesterin 209 mg/dl, HDL 75 mg/dl, LDL 121 mg/dl, Triglyzeride 67 mg/dl. Gibt es neben der chirurgischen Ablation auch medikamentöse Ansätze zur Behandlung dieser Fettbeete?

Muss ich die Umlage trotzdem zahlen?
Arzt für Allgemeinmedizin,
Sontra:
Dürfen Gebäudeversicherung und Grundsteuer auf die Mieter umgelegt werden? Im Mietvertrag sind beide Positionen nicht erwähnt, dennoch berechnet mein Vermieter sie anteilig. Ich kenne die Umlage dieser Nebenkosten aus früheren Mietverhältnissen nicht. Was ist gängig und üblich, und was muss schriftlich gesondert vereinbart werden?

Kann ich die Lieferung der BDT-Schnittstelle erzwingen?
Fachärztin für Allgemeinmedizin,
Weener:
Ich habe mich einem hiesigen Ärztenetz angeschlossen. Mein Softwarehaus verweigert mir nun die Installation der Netzsoftware. Um trotzdem im Netz mitarbeiten zu können, bin ich daher gezwungen, das Softwarehaus zu wechseln, wozu im Normalfall eine BDT-Schnittstelle erforderlich ist. Aber auch diese wird mir nicht zur Verfügung gestellt. Habe ich eine juristische Handhabe, gegebenenfalls die Softwarefirma zu „zwingen“, bzw. muss ich entstehende finanzielle Nachteile klaglos hinnehmen?

Da passe ich doch gar nicht rein!
Kardiologe,
Bad Homburg:
Im Rahmen von Wirtschaftlichkeitsprüfungen werde ich als Kardiologe mit einer Sonderbedarfszulassung mit der Gruppe „Internisten mit Kardiologie“ verglichen. Nach meinem Dafürhalten sind Praxisstrukturen und Leistungsangebote zu unterschiedlich, um die Anforderungen an eine „homogene Vergleichsgruppe“ im Sinne der Prüfungsordnung zu erfüllen. Aus Gesprächen mit Kollegen weiß ich, dass viele Probleme mit Prüforgien haben und das Zusammenwerfen von invasiven und nicht-invasiven kardiologischen Praxen in einen Topf bei Wirtschaftlichkeitsprüfungen für ungerechtfertigt halten. Vielleicht gelingt es mit Ihrer Hilfe, hier eine Klarstellung zu erzielen.

Jetzt drückt uns die AOK den Schaden auf Gemeinschaftspraxis
Fürstenberg:
Die AOK Land Brandenburg hat bei unserer KV einen Antrag auf Feststellung eines sonstigen Schadens gestellt. Es geht dabei um von uns getätigte Arzneiverordnungen im Dezember 1998 mit der Angabe „Gebühr frei“, ohne dass die betreffenden Patienten zu diesem Zeitpunkt von der Zuzahlung befreit waren. Es handelt sich mehrheitlich um Rentner, die ursprünglich zuzahlungsbefreit waren und auch nach dem Dezember 1998 wieder unter die Härtefallregelung fielen.
Ist der verordnende Arzt allein für die entsprechende Kennzeichnung des Rezepts verantwortlich? Unseres Erachtens ist eine Überprüfung in der Apotheke ebenso denkbar. Außerdem sind wir der Meinung, dass sich die Krankenkasse mit ihren Versicherten auseinandersetzen muss, wenn diese zum Zeitpunkt der Verordnung nicht im Besitz eines gültigen Befreiungsausweises sind.

Protonenpumpen-Hemmer zur Ulkus-Prophylaxe?
Arzt für Allgemeinmedizin,
Bad Sachsa:
Klinikärzte in meiner Region empfehlen immer häufiger Pantoprazol (Pantozol®), um unter einer NSAR-Dauermedikation gastroduodenale Schleimhautschäden zu verhindern. Meines Wissens wurde noch in keiner Studie der Nachweis erbracht, dass Protonenpumpen-Inhibitoren in der Primärprophylaxe NSAR-induzierter gastrointestinaler Schleimhautläsionen wirksam sind. Was ist von dieser Prophylaxe zu halten?

Milchprodukte lieber meiden?
Arzt für Allgemeinmedizin,
Buchholz-Sprötze:
Inwieweit geht naturbelassene frische Kuhmilch in die Muttermilch über und bewirkt darüber eine erhöhte Allergierate bei voll gestillten Säuglingen? Besteht ein Unterschied zwischen Vollmilch bzw. Buttermilch und anderen zubereiteten Milchprodukten wie Joghurt, Quark und Dickmilch?

Bin ich jetzt beruflich am Ende?
Gegen mich ist ein staatsanwaltschaftliches Untersuchungsverfahren eingeleitet worden, in dem es um den Vorwurf der fahrlässigen Tötung geht. Ein Patient starb an einer Malaria, die für mich wegen gleichzeitigen Vorliegens einer Zweiterkrankung im HNO-Bereich diagnostisch zu spät erkennbar war. Unter den vielen Fragen, die sich für mich als bisher privat und beruflich (15 Jahre niedergelassen) Unbescholtenen auftun und mir schlaflose Nächte bereiten, bewegt mich auch das „Danach“ im Falle eines Schuldspruches: Werde ich meine Zulassung als Kassenarzt verlieren und somit meine berufliche Existenzgrundlage? Was ist mit meinen bürgerlichen „Ehrenrechten“?

Muss ich das zulassen?
Ärztin für Allgemeinmedizin,
Dresden:
Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege hat mir mitgeteilt, dass sie Einsicht in meine Lohn- und Gehaltskonten, Jahreslohnjournale, Gewinn- und Verlustrechnungen, Bilanzen sowie Prüfberichte der Rentenversicherung und des Finanzamtes nehmen wolle. Ist die Berufsgenossenschaft hierzu berechtigt?

Wie hoch ist der Pflichtbeitrag?
Lauterbach:
In MT 46/99 rät Dr. Brüggemann, nur den Pflichtbeitrag in die Ärzteversorgung einzuzahlen. Wie hoch ist dieser Pflichtbeitrag? Meine Versorgungsanstalt meint, dass ich mich bei einem Spitzenbeitrag von 200xa0%25 lediglich auf 180xa0%25 zurückstufen lassen kann.

Kann er mir die Kosten aufbrummen?
praktische Ärztin,
Berlin:
Bezug nehmend auf den Artikel in Ihrer Zeitung vom 5. November von Herrn Rechtsanwalt Diede habe ich als Mieterin von Praxisräumen folgende Frage an ihn: Ist der Modernisierungszuschlag (11 %25, in diesem Falle eine Türschließanlage der Haustür) auch auf die Mieter von Gewerberäumen umlegbar als Mieterhöhung oder nur auf Mieter von Wohnraum?

Blut im Sperma einfach ignorieren?
Ein 59-jähriger Patient beobachtet seit einigen Monaten eine mehr oder minder deutliche Blutbeimengung im Ejakulat. Betroffen ist stets die erste Portion des Ejakulats, gelegentlich noch die zweite. Zwischenzeitlich erscheint das Sperma hin und wieder für bis zu zwei Wochen makroskopisch normal. Schmerzen werden nicht beschrieben, ein Urin-Stix zeigte keine Hämaturie. Vita sexualis und Erektionsfähigkeit sind ungestört. Die urologische Untersuchung ergab weder palpatorisch noch sonographisch einen auffälligen Befund. Der Urologe riet deshalb, das Geschehen zu bagatellisieren, da solche Erscheinungen von selbst wieder verschwänden. Welches Procedere sollte noch eingeschlagen werden?

Helfen meinem Sohn Atropin-Tropfen?
Praktische Ärztin
Kaiserslautern:
Mein 13-jähriger Sohn hat links eine angeborene Myopie von -11xa0dpt, die vor acht Jahren entdeckt wurde und sich seither nicht veränderte. Auf dem rechten Auge wurde zunächst keine Fehlsichtigkeit diagnostiziert, jetzt aber eine rasant fortschreitende Myopie. Er hat -8xa0dpt und Astigmatismus. Vor einiger Zeit stand in einem Artikel, dass in Japan die höhergradige Myopie mit abends verabreichten Atropin-Tropfen ins betroffene Auge behandelt wird. Gibt es in Deutschland Studien oder Erfahrungen mit dieser Alternativtherapie? Sehen Sie eine Möglichkeit, so einen Brechungsfehler irgendwann auch operativ auf ein „normales“ Niveau zu bringen?

Alle Parameter überweisen?
Facharzt für Allgemeinmedizin
Börnsen:
Ich habe mit meiner Frau, die das gesamte Abrechnungswesen innehat, über die Laborreform diskutiert. Sie ist der Überzeugung, dass nun der gesamte Laborsektor zum absoluten Nulltarif erbracht wird. Wenn wir die Laborwerte bei unserer Laborgemeinschaft monatlich bezahlen, machten wir sogar zusätzlich ein Minus dadurch, dass die KV uns ja erst nach einem halben Jahr bezahlt. Dem könne man nur dadurch entgehen, dass wir grundsätzlich alles, auch den minimalsten Laborwert, über Überweisung anfordern: Dadurch verdienen wir zwar, unverändert, keinen Pfennig, auch wenn wir die ganze Arbeit der Blutabnahme, die Materialkosten etc. haben, aber wir machen wenigstens nicht auch noch zusätzliches Minus. Ist diese Einschätzung zutreffend?

Können Kastraten koitieren?
Berlin:
In dem Roman „Der Virtuose“ der holländischen Autorin Margriet de Moor, der seit Monaten auf der Bestseller-Liste steht, wird von einem 26jährigen Kastraten berichtet, der in der Lage ist, einen normalen Beischlaf auszuüben. In der Urologie wurde immer die Lehrmeinung vertreten, daß nach einer beidseitigen Orchiektomie zum Beispiel beim Prostatakarzinom ein Geschlechtsverkehr nicht mehr möglich ist, da mit dem Eingriff ein kompletter Libido- und Potenzverlust eintritt und es somit auch nicht mehr zu Erektionen kommt. Ist diese Lehrmeinung falsch, oder handelt es sich um eine „dichterische Freiheit“.

Auf Dauer schädlich?
Internist,
Weiden:
Eine 30-jährige Patientin nimmt seit etwa acht Jahren aus dermatologischer Indikation (Alopezie, Acne conglobata) zunächst Dianexae-35, später zusätzlich Androcurxae. Der Gynäkologe diagnostizierte ein PCO-Syndrom mit erhöhtem Testosteronspiegel. Beim Versuch, die Medikation abzusetzen, treten regelmäßig wieder Alopezie sowie Akne auf, was die Patientin psychisch stark belastet. Für mich stellen sich folgende Fragen:
1. Wie lange kann die Medikation in der derzeitigen Form fortgesetzt werden und welche Kontrollen sind notwendig? Derzeit erfolgt vierteljährlich eine Sonographie der Leber sowie die Bestimmung der Leberenzyme.
2. Welche Chancen bestehen nach Absetzen der Behandlung für eine Gravidität und welche Auswirkungen sind auf das Endokrinium zu erwarten?