Beiträge zum Thema Medizin – Alle Beiträge

Bei Kündigung zurückfordern?
Chirurg aus H.:
Einer Arzthelferin habe ich auf deren Wunsch die Teilnahme an einem Strahlenschutzkurs über insgesamt 120 Stunden ermöglicht. Die Kosten von DM 4.475,00 habe ich übernommen. Gleichzeitig habe ich aber mit ihr folgende Rückzahlungsklausel vereinbart: „Die Arzthelferin verpflichtet sich, das Arbeitsverhältnis nicht vor dem 31.03.2001 von ihrer Seite aus zu kündigen oder aus einem anderen Grund zu beenden. Beendet die Arzthelferin das Arbeitsverhältnis vor diesem Datum oder bewirkt sie aus eigenem Verschulden eine Beendigung des Arbeitsverhältnisses, so sind die Kosten von ihr zu erstatten.“ Nunmehr stellt sich heraus, dass die Arzthelferin im Zeitpunkt der Unterzeichnung der Vereinbarung, spätestens aber zu Beginn des zweiten Kursteiles schon schwanger war. Bei drei Jahren Erziehungsurlaub fällt die Helferin entsprechend lang aus. Ich erwäge die Rückforderung der Kosten. Ist das zulässig?

Warum krampfen die Muskeln?
Arzt für Allgemeinmedizin
Hausach:
Seit etwas über einem Jahr plagt sich mein Patient, ein ansonsten gesunder 34-jähriger Bauarbeiter, mit wiederkehrenden Muskelkrämpfen herum. Die Attacken beginnen mit einer generalisierten Hautrötung und äußerst heftigem Schwitzen, gefolgt von Krämpfen an Daumen und Waden, die sich über den ganzen Körper ausbreiten und mehrere Stunden anhalten. Dabei kommt es zu einer passageren Niereninsuffizienz und stark erhöhten Serumkalzium-Werten, auch das Parathormon ist zeitweise leicht erhöht. Ist der sicherlich erhöhte Alkoholkonsum mit verantwortlich für die Krampfattacken, oder sollte man nach einem Nebenschilddrüsenadenom suchen? (Ausführliche Befunde lagen dem Experten vor).

Akupunktur neben Injektionen berechnen?
Dr. Andreas Wilk,
Fachärzte für Orthopädie,
Bochum:
Eine private Krankenversicherung schreibt uns, dass die Ziffern 255 GOÄ und 490 GOÄ in Kombination mit der Ziffer 269a GOÄ (Akupunkturbehandlung) nicht berechnungsfähig sind. Es handelt sich hierbei aber um die Behandlung verschiedener Erkrankungen: Die Ziffern 255 und 490 wurden eingesetzt bei Gonarthrose rechts, und die Akupunkturbehandlung wurde wegen chronischen Schmerzsyndroms bei Zervikalsyndrom durchgeführt. Ist die Stellungnahme der Krankenversicherung rechtens?

Darf ich beim Parameterkauf Gewinne machen?
Arzt für Allgemeinmedizin aus G.:
Ich wende mich an Sie wegen einer Unklarheit bezüglich der Liquidation von Laborleistungen bei Privatpatienten. Auf der Grundlage einer GOÄ-Schulung nach Übernahme der Praxis als auch nach der Auskunft einiger Kollegen habe ich bisher mit dem Labor sehr günstige Konditionen für Einzelprofile ausgehandelt und habe die einzelnen Laborparameter dann mit dem 1,15fachen Satz an den Patienten weitergegeben. Dadurch kam dann ein gewisser Gewinn zu Stande. Auf dem 35. Ärztekongress Nordwürttemberg habe ich im Rahmen einer Veranstaltung erfahren, dass dieses nicht zulässig sei. Ich müsste den Einkaufspreis vom Labor an den Patienten weitergeben. Anderenfalls seien dadurch erzielte Gewinne gewerblich zu versteuern.

Ein ganzes Jahr daran gefesselt?
Facharzt für Allgemeinmedizin,
Ottobrunn:
Die DAK verlangt seit 1.10.99 in München, dass der Patient sich a) für ein Jahr im Voraus, b) für jede ambulante Arzt- (außer Zahnarzt-)behandlung und c) für die Rezepte usw. im Rahmen der Kostenerstattung als „Privater“ verpflichten muss. Muss dies in der Satzung stehen, oder kann dies die Kasse einfach so bestimmen? Wie komme ich an die Satzung heran?

Steigt die Regressgefahr?
Facharzt für HNO-Krankheiten,
Hamburg:
Immer wieder passiert es, dass Patienten ihre Medikamente, die erst kürzlich verschrieben wurden, „verloren haben“. So z.B. gestern verordnet für 60,- DM, heute kommt der Patient und sagt, er habe dieses Medikament „in der U-Bahn liegenlassen und möchte jetzt ein neues Rezept“... Wie kann ich in solchen Fällen vorgehen, um mich vor Regressansprüchen der Krankenkassen wegen zu hoher Verordnungskosten zu wehren?

Schilddrüse in Not?
praktischer Arzt,
Kämpfelbach:
Ein über 70 Jahre alter Patient hat nach mehrfachen Kontrollen ohne Symptomatik ein erhöhtes TSH von über 40 bei normalen peripheren Schilddrüsenfunktionswerten. CT-Untersuchungen und übrige Diagnostik ergaben keinen Hinweis. Was kommt differenzialdiagnostisch in Frage?

Heparin oder Kumarine wählen?
Facharzt für Allgemeinmedizin,
Strausberg:
Meine 79-jährige adipöse, gehfähige Patientin hat eine leichte Hypertonie und eine chronisch venöse Insuffizienz. Infolge einer tiefen Venenthrombose des Unterschenkels erlitt sie eine Lungenembolie. Wie lauten die Therapieempfehlungen für die Praxis? Teures niedermolekulares Heparin s.c. oder preisgünstigere orale Antikoagulation?

Darf ich im Nachbarort privat liquidieren?
Ich plane eine zusätzliche Einnahmequelle durch reine Privatliquidation in einem Rehazentrum in einer benachbarten Stadt an einem Tag der Woche. Ist dieses Vorhaben - Kassensitz in einer Stadt und Privatliquidation in einer anderen Stadt - aus arztrechtlicher Sicht möglich? Muss diese privatärztliche Tätigkeit angezeigt werden? Kann ein Praxisschild öffentlich angebracht werden?

Wie stellt man um?
Facharzt f. Allgemeinmedizin,
Tübingen:
In der täglichen Praxis kommt es häufig vor, dass Patienten mit Antikoagulanzien-Therapie aus verschiedenen Gründen kurzfristig (operative Eingriffe) oder langfristig (Unverträglichkeit von Cumarinderivaten etc.) auf niedermolekulare Heparininjektionen umgestellt werden müssen. Gibt es Leitlinien, die einem Soll-INR (bzw. Quick-Wert) eine Tagesdosis von niedermolekularem Heparin zuordnen lassen? Kann man diese Therapie über den Daumen gepeilt machen oder muss man sich an einer zu erreichenden Soll-PTT orientieren?

Versicherung verweigert Auskunft!
Facharzt für Orthopädie i.R.,
Grünstadt:
Von meiner privaten Krankenversicherung „Vereinte“ wurde mir mitgeteilt, dass meine Krankenunterlagen dem Beratungsarzt der Versicherung vorgelegt worden seien. Auf meine Anfrage, welcher Kollege der Beratungsarzt sei, wurde mir die Auskunft verweigert. Habe ich als Patient nicht das Recht zu erfahren, wer in meine Krankenunterlagen Einsicht nehmen konnte?

Wie werde ich endlich schmerzfrei?
Allgemeinarzt in S.:
Ich plage mich schon seit Jahren mit einer Trigeminusneuralgie herum. 1997 erfolgte eine mikrovaskuläre Dekompression nach Janetta. Letztes Jahr traten erneut gering ausgeprägte Neuralgieschmerzen auf, die jeweils nur kurz anhielten. Seit dem Sommer leide ich unter einem Dauerschmerz, den ich mit 800xa0mg Gabapentin täglich behandle. Unter dieser Therapie bin ich zwar weitgehend schmerzfrei. Ich stelle jedoch fest, dass eine Tendenz zur Dosissteigerung erkennbar ist. Welche Medikamente kämen noch als Mittel der Wahl in Frage? Oder sollte ich mich einem zweiten neurochirurgischen Eingriff unterziehen? Doch mit welcher Methode kann ein Dauererfolg erzielt werden?

Zahle ich zu viel?
Fachärztin für Allgemeinmedizin,
Beratzhausen:
Wie hoch fallen die Nebenkosten pro Monat im Durchschnitt aus für eine normale Allgemeinpraxis, ca. 146 m², ohne große Ausstattung, ohne Hausmeister, kein Fahrstuhl, kein Garten. Ich zahle pro Monat 600xa0DM Festbetrag laut Mietvertrag.

Wie komme ich an mein Honorar?
Facharzt f. Allgemeinmedizin,
Ottobrunn:
Meine Kostenerstattungs-Patientin hat die Kasse ermächtigt, das Honorar auf mein Konto zu überweisen. Dabei gibt es Probleme: Eine von der Kasse beauftragte Firma rechnet die GOÄ-Rechnung in den EBM um. Dabei werden Leistungen mit erhöhtem Zeitaufwand falsch berechnet. Ein höherer Steigerungsfaktor als 1,0 mit Begründung (erheblicher Aufwand über 30 Min.) bei der 3 (GOÄ) wird z.B. nur als EBM-Nr. 10 umgesetzt und nicht als 10+18 EBM. Meine Bitte, einen Kontakt mit der „Umrechnungsfirma“ herzustellen, wurde abgelehnt. „Das geht Sie nichts an“ (Originalzitat). „Das Mitglied soll Widerspruch einlegen!“ Welche Möglichkeiten gibt es für mich?

Woher kommt die Purpura?
Hautarzt,
Mannheim:
Meine 50-jährige, ansonsten kerngesunde Patientin, hatte vor zwei Jahren eine Radiuskopffraktur links. Jetzt entwickelt sie seit einigen Monaten am linken Unterarm rezidivierend Erscheinungen im Sinne einer Purpura. Es treten Herde von etwa 1 cm Durchmesser auf, aussehend wie punktuelle hellrote Einblutungen, die sich rasch zurückbilden und keine Beschwerden verursachen. Um was könnte es sich handeln?

Vermieter will mir die Kosten aufbrummen
Arzt für Allgemeinmedizin,
München:
In meinen Mieträumen sind an einigen Heizkörpern noch keine Thermostatventile angebracht. Nachdem ich meinen Vermieter mehrfach darauf angesprochen habe, erhielt ich als Letztes die Mitteilung, wenn ich denn darauf bestünde, so würde man Thermostatventile einbauen, jedoch würden mir die Kosten dafür auferlegt (in Form einer Umlage der Gesamtkosten auf die Monatsmiete). Mir scheint eine solche Praxis nicht rechtens. Weiter möchte mich der sparsame Vermieter an den Kosten für die Erneuerung von sich in Auflösung befindlichen Holzfensterrahmen beteiligen, was meinem Rechtsempfinden ebenfalls widerspricht.

Warum geht die Figur aus dem Leim?
Allgemeinarzt,
Goslar:
Wegen Schwindel und depressiver Verstimmung behandle ich einen 55-jährigen Patienten mit 150xa0mg Sulpirid. Innerhalb von zwei Wochen besserten sich die Beschwerden. In einem Zeitraum von zehn Wochen hat er fast vier Kilogramm Gewicht zugenommen, ohne bemerkenswerte Appetitsteigerung. Wie ist dies zu erklären und was kann man dagegen unternehmen?

Muss ich den Partner informieren?
Facharzt f. Allgemeinmedizin,
Hamburg:
Nach einem kürzlich veröffentlichten Urteil des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main muss ein Arzt, der bei einem Patienten eine Aids-Erkrankung diagnostiziert, die Ehefrau darüber unterrichten, auch wenn der Arzt vom Patienten ausdrücklich zum Schweigen verpflichtet wurde (AZ: 8 U 67/99). Das Gericht gelangte zu der Auffassung, die drohende Lebensgefahr für die Ehefrau sei der klassische Fall eines Notstandes, der die Durchbrechung der Schweigepflicht nicht nur rechtfertige, sondern zwingend notwendig mache. Was für die Ehefrau gilt, müsste m.E. ebenso für den Lebensgefährten sowie unmittelbar betroffene Familienmitglieder gelten, wenn sie in engem Kontakt mit dem Infizierten leben. Da ich eine solche Konstellation in meiner Praxis habe, wo der betroffene Patient mich zum Schweigen verpflichtet, würde ich gerne Ihre juristische Meinung hören.