Beiträge zum Thema Medizin – Alle Beiträge

Wie komme ich da wieder raus?
Facharzt f. Allgemeinmedizin:
Zum 1.1.1999 habe ich meinen Einzelarztsitz aufgegeben und mich mit zwei Kollegen zu einer Gemeinschaftspraxis zusammengeschlossen. Mein Mietvertrag für die Einzelpraxis ist aber noch bis zum 31.12.2000 gültig. Einer vorzeitigen Entlassung aus dem Vertrag mag mein Vermieter nicht zustimmen. Die Besonderheit meiner Situation: Ich musste seinerzeit im Rahmen einer vertraglichen Neuregelung einen überhöhten Mietzins akzeptieren, da mir sonst gekündigt worden wäre. Die ortsübliche Miete für Praxisräume liegt zwischen 15 und 17xa0 DM pro Quadratmeter. Mein Mietzins liegt dagegen bei 23xa0DM pro Quadratmeter. Der Immobilienmakler hat keine Chance, bei dem derart überhöhten Mietzins einen Nachmieter für mich zu finden. Wir wären sogar bereit, anteilig die Miete bis zum 31.12.2000 mitzutragen, aber weil der Vermieter sich weigert, danach die Miete zu reduzieren, werden die Räumlichkeiten unvermietbar. Sehen Sie eine Möglichkeit für mich, eine Schadensbegrenzung zu erreichen?

Für Ärzte verboten?
Florstadt:
In der Anlage ein Schreiben der Ärztekammer Hessen. Sehen Sie das auch so, dass meine E-Mail-Anschrift Rvm@safariteam.de gegen die Berufsordnung verstößt? Die Anschrift, die ich auch für meine Praxis verwende, ist die meines Buchverlages, dessen einziger Mitarbeiter ich selbst bin. Es kann also nicht gegen die Schweigepflicht verstoßen werden. Die Kammer schreibt außerdem, ich verstoße gegen das Werbeverbot.

Darf ich meinen Patienten befreien?
Facharzt f. Allgemeinmedizin,
Barbing:
Ich betreue einen 55-jährigen Patienten mit einem Sigma-Anus praeter, der wegen mehrfacher Nachoperationen eine erhebliche Instabilität der Bauchwand aufweist und eine Leibbinde tragen muss. Nach seinen Angaben kann er einen Sicherheitsgurt nicht tolerieren. Kann man diesen Patienten von der Anlegepflicht des Sicherheitsgurtes befreien? Und wie schütze ich mich vor Haftungsansprüchen? Soll ich den Patienten auf mögliche Folgen ohne Gurt schriftlich hinweisen und dieses Schriftstück von ihm unterschreiben lassen?

Wie lange nach dem Tod?
Allgemeinärztin,
Röthenbach:
Sie berichteten verschiedentlich über Aufbewahrungsfristen von Patientenakten. Bitte teilen Sie mir mit, inwieweit Akten von verstorbenen Patienten aufbewahrt werden müssen. Gibt es einen Unterschied zwischen Berufstätigen und als Rentner verstorbenen Patienten sowie zwischen Privat- und Kassenpatienten?

Wie klappt´s neben der Praxis?
Berlin:
Ich bin niedergelassener Arzt, habe aber auch die Qualifikation zur betriebsärztlichen Tätigkeit. Ich möchte in einem Betrieb, den ich betreue, ein Zimmer mieten, um dort die betriebsärztlichen Untersuchungen durchzuführen. Kassenärztliche Leistungen werden dort nicht erbracht. Ist das genehmigungspflichtig? Durch wen?

Was verschlankt den Po?
Arzt für Allgemeinmedizin,
Weissach:
Viele meiner Patientinnen leiden unter Fettansammlungen um Hüften, Oberschenkel und Bauch. Trotz intensivem Sport und Diäten können diese Frauen nur im begrenzten Umfang und oft auch nur kurzfristig Erfolge erreichen. Eine Fettabsaugung scheint die einzige Möglichkeit zu sein, dieses Problem dauerhaft in den Griff zu bekommen. Wie gefährlich ist eine Fettabsaugung, wie funktioniert sie, und wer ist dafür geeignet?

Dürfen Lehrer uns auf Trab halten?
Facharzt für
Allgemeinmedizin:
Hat die Schule nach irgendeinem Gesetz das Recht, bei Abwesenheit eines Schülers vom Unterricht ein ärztliches Attest des behandelnden Arztes zu verlangen und den Eltern die damit verbundenen Attestkosten aufzudrücken? Wie ist die rechtliche Lage bei volljährigen Schülern? Diese dürfen sich doch eigentlich selbst „entschuldigen“, wenn sie krankheitsbedingt der Schule fernbleiben müssen oder nicht am Sportunterricht teilnehmen können. Kann die Schule nicht alternativ die Vorstellung beim Amtsarzt anregen?

Einmal entbunden - immer reden?
praktischer Arzt,
Martinsried:
Sie berichteten vor einiger Zeit über einen Kollegen, dem von seiner privaten Krankenversicherung der begutachtenden Beratungsarzt nicht genannt wurde. Ich habe wegen der ausgeprägten Laienhaftigkeit vieler Anfragen ohnehin den Eindruck, dass gar nicht der Beratungsarzt nachfragt, sondern der Sachbearbeiter ärztliche Beteiligung nur vorschützt. Sind die bei Vertragsschluss erteilten Befreiungen von der Schweigepflicht überhaupt später noch gültig? Meines Wissens nach hat zudem der Bundesdatenschutzbeauftragte das Übersenden von Epikrisen als datenschutzwidrig eingestuft.

Wie kann ich mit ihr kooperieren?
Meine Ehefrau möchte sich selbstständig machen. Sie ist staatlich examinierte Krankenschwester. Seit vielen Jahren organisiert sie meine urologische Praxis. Sehr viele harninkontinente Patienten/innen sind schlecht versorgt. Meine Frau hat sich zur Inkontinenzfachberaterin qualifiziert und möchte ihre Kenntnisse anwenden. Welche gesetzlichen Vorgaben müssen wir beachten, wenn sie Beratungen gegen Honorar durchführen will? Meiner Frau schwebt vor, ein Gewerbe anzumelden, bei dem es nicht nur um Beratung bei Harninkontinenz, sondern auch um den Vertrieb der entsprechenden Hilfsmittel geht. Geschehen soll das in Räumen außerhalb der Praxis. Daneben wird sie auch in Zukunft für die Praxisorganisation zuständig sein müssen. Gibt es da Probleme, wenn sie z.B. Patienten über Bezugsmöglichkeiten von Inkontinenzhilfen informiert?

Wieder in der Mangel
Facharzt für Allgemeinmedizin,
aus W.:
Ich habe mich u.a. auf Sportmedizin und Chirotherapie spezialisiert. Aus diesem Grund erbringe ich auf diesen Gebieten für einen Allgemeinmediziner auffallend viele Leistungen. Wie kann ich erreichen, dass meine bereits anerkannte Praxisbesonderheit zukünftig automatisch bei der Wirtschaftlichkeitsprüfung berücksichtigt wird?

Mit Hormonen nachhelfen?
Arzt für Innere Medizin,
Villingen-Schwenningen:
In meiner Praxis stellen sich immer wieder Jugendliche mit verzögertem Wachstum vor. Wann sind hier somatotrope Hormone indiziert? Mit welchen Gefahren bei männlichen oder weiblichen Jugendlichen muss man dabei rechnen, und gibt es bekannte Spätschäden?

Was stoppt den Leberfraß?
Facharzt für Allgemeinmedizin,
Singen:
Bei meiner jetzt 63-jährigen Patientin wurde vor zwei Jahren anhand einer Leberbiopsie histologisch der dringende Verdacht auf eine nicht eitrige destruierende intrahepatische Cholangitis gestellt. Neben diätetischen Maßnahmen wird die Patientin mit Ursodeoxycholsäure behandelt. Sehr beunruhigend für mich ist der kontinuierliche Anstieg der Cholestaseparameter (AP 1002, GGT 325) bei einer weiterhin klinisch vollkommen unauffälligen Patientin. Besteht die Möglichkeit, den Verlauf der Erkrankung zu stoppen? Ist der Einsatz von Kortison, Immunsuppressiva oder Interferon sinnvoll? Sollte eine Lebertransplantation in Erwägung gezogen werden?

Finger weg von verkappten Angestellten
Arzt für Allgemeinmedizin,
Neumarkt-St. Veit:
Gibt es offizielle, rechtlich verbindliche Richtlinien der KV bezüglich der Gestaltung eines Gemeinschaftspraxisvertrages, z.B. auch hinsichtlich des Steuerrechtes, der wirtschaftlichen Beteiligung etc.?

Wie mache ich ein eigenes Zentrum auf?
Facharzt f. Allgemeinmedizin,
Essen:
Seit einigen Jahren habe ich meiner Praxis einen Schwerpunkt in Reisemedizin gegeben. Ich würde diesen Schwerpunkt gerne weiter ausbauen und ein reisemedizinisches Zentrum eröffnen. Hier könnte ich z.B. als Angestellter meiner Frau arbeiten. Möglicherweise ließe sich als Zentrum auch besser Werbung betreiben. Die enge räumliche Anbindung an ein Krankenhaus wäre eventuell möglich. Ich würde dann aber nicht „Teil“ des Krankenhauses sein. Die Praxis möchte ich auch auf jeden Fall behalten. Funktioniert eine solche Konstruktion?

Was treibt die Migräne aus dem Kinderkopf?
Ärztin für Kinderkrankheiten,
Iserlohn:
Wie soll ein Schulkind mit drei bis vier Migräneanfällen im Monat (Erbrechen, Kopfschmerz über zwei Tage) behandelt werden? Ist bei diesem Kind eine Dauertherapie durchzuführen, wenn es zu häufig die Schule versäumt? Gibt es alternative Behandlungsmethoden?

Nierensteine im Anmarsch?
Allgemeinmediziner aus N.:
Vor kurzem hatte ich meinen ersten Gichtanfall. Schon unter 50xa0mg Allopurinol entwickelte sich ein papulöses Exanthem. Allomaron® habe ich auch nicht vertragen. Bleibt als einzige Möglichkeit Benzbromaron für die Dauertherapie. Doch ehrlich gesagt: Ich habe Angst, dass diese Substanz zu Nierensteinen führt. Wie hoch ist dieses Risiko einzustufen?