Beiträge zum Thema Medizin – Alle Beiträge

Höchstbeitrag für Kammer berappen?
Arzt für Allgemeinmedizin,
Kiel:
Meine Frage betrifft den Ärztekammerbeitrag: Mit der Einstufungserklärung war ich wegen noch ausstehender Unterlagen des Steuerberaters weit in Verzug und wurde von der Ärztekammer brieflich verwarnt, dass man mich in die höchste Kategorie einordnen würde. Leider ist diese Mitteilung während eines Praxisumbaus falsch abgelegt worden, so dass die darauf vermerkte Widerspruchsfrist ungenutzt verstrich. Deshalb soll ich den Höchstbeitrag (3000 DM) zahlen, seit 18 Jahren habe ich bislang immer fristgerecht um die 1000 DM entrichtet. Lässt sich hier juristisch gar nichts mehr ändern? Die Ärztekammer argumentiert, dass sie einen Bescheid, dem nicht fristgerecht widersprochen wurde, nicht zurücknehmen könne.

Dauernotdienst zumutbar?
Facharzt f. Allgemeinmedizin,
Rinteln:
In meiner Region ist der Notfalldienst so organisiert, dass man das gesamte Wochenende einschließlich der Nächte Dienst hat. Ich halte das für bedenklich: Insbesondere wenn auch noch in der vorherigen Nacht Notfälle bei eigenen Patienten vorkommen, führt das zu Dienstzeiten, bei denen ein Arzt nicht mehr ausreichend einsatzfähig ist. Was kann ich gegen die für Ärzte wie Patienten nachteilige Dienstaufteilung unternehmen?

Muss sie verschlossen sein?
praktischer Arzt,
Planegg:
Müssen Patienten-Karteikästen abgeschlossen werden, wenn man die Praxis verlässt - zu einem Hausbesuch/über Nacht/Wochenende? Müssen Computer in einer Praxis mit Passwort gesichert sein, wenn außer Arzt und Helferin niemand in den Räumen tätig ist?

Wie aussagekräftig ist das MCV?
Praktischer Arzt,
Erkrath:
Eine Patientin ist wegen ihres querschnittgelähmten Ehemannes auf den Führerschein angewiesen. Nun wird ihr die Wiedererlangung verweigert, weil der Alkoholmarker MCV gelegentlich zu hoch war, die Leberwerte aber waren immer normal. Steht das MCV wirklich in einer Relation zum Alkoholkonsum?

Wie spüre ich die Betrügerin auf?
Frauenarzt,
Magdeburg:
Ich habe vor einigen Monaten in meiner Praxis eine Patientin behandelt, welche die Mitgliedschaft in einer privaten Krankenversicherung angab. Über eine Versicherungskarte verfügte sie nicht. Nun kommt die an die von ihr angegebene Anschrift gesandte Rechnung mit dem Vermerk „unbekannt verzogen“ zurück. Die daraufhin von mir kontaktierte regionale Geschäftsstelle der betreffenden PKV verweigert mir unter Hinweis auf den Datenschutz jede Auskunft. Welche Wege kann ich gehen, um dennoch an mein Honorar zu kommen?

Werden wir über einen Kamm geschoren?
Facharzt f. HNO-Krankheiten,
Hamburg:
Ich habe von der KV verlangt, bei der Arzneimittelprüfung mit einer verfeinerten Vergleichsgruppe verglichen zu werden; nämlich mit HNO-Ärzten, die ein ähnliches Spektrum haben, z.B. viele Allergiepatienten. Die KV lehnt das ab.

Will kranke Ärztin zum Notdienst zwingen!
Auf Grund eines fieberhaften, grippalen Infektes sah ich mich nicht in der Lage, den bevorstehenden kassenärztlichen Notdienst (Versorgungsbereich ca. 50xa0000 Einwohner) zu absolvieren. Meine Versuche, mit Kollegen zu tauschen, scheiterten, so dass ich mich Rat suchend an die KV wandte. Nach kurzer Schilderung meiner momentanen schlechten gesundheitlichen Situation und den fehlgeschlagenen Tauschversuchen für den Dienst, erklärte mir ein leitender Mitarbeiter, dass ich trotz meiner Erkrankung und des Vorliegens einer aktuellen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zur Durchführung des kassenärztlichen Notdienstes verpflichtet sei. Falls ich mich den Anforderungen dieses Dienstes (zwölf Stunden) nicht gewachsen fühlen würde, sollte ich doch besser meine kassenärztliche Zulassung zurückgeben. Kann mich die KV zwingen, trotz nachgewiesener akuter Erkrankung den kassenärztlichen Notdienst zu leisten?

Warum schärft sie meinen Blick?
Facharzt für Innere Medizin,
Bühlertal:
Vor einiger Zeit berichtete MT über die „Rasterbrille“, die vom Experten als schädlich eingestuft wurde. Nun habe ich mir selbst eine solche Rasterbrille zugelegt und bin verblüfft, dass ich damit Schriften lesen kann, die ich ohne Brille nur schemenhaft erkenne. Wie sieht die derzeitige Meinung der Wissenschaft aus? Kann man durch Übungen mit der Rasterbrille das Sehvermögen verbessern? Welche Augenschäden können dadurch auftreten?

Wie befreie ich Kinderköpfe?
Ärztin für Allgemeinmedizin,
Mainz:
Ich betreue eine Patientin, deren Kinder, sechs und zwölf Jahre alt, von Kopfhaut-Psoriasis betroffen sind. Die Patientin berichtete, dass bislang noch keine Therapie von Erfolg gekrönt war. Das jüngere Kind hat eine leichte Psoriasis, das ältere eine mittelschwere mit stärkeren Schuppen und Rötungen. Mit Harnstoffpräparaten wurde nur eine marginale Besserung erreicht. Der Einsatz eines mittelstarken Kortikoids über vier Wochen brachte bei dem älteren Kind nur kurzfristig einen Erfolg. Nach Absetzen der Therapie traten erneut Herde auf, die teilweise noch stärker waren. Calcipotriol-Cremes sind nur schlecht auf der Kopfhaut anwendbar und die Haare verkleben. Welche Alternativen gibt es?

Ist das rechtens?
Facharzt f. Allgemeinmedizin,
Mannheim:
Ich möchte erfragen, ob die KV meine Abrechnung rückwirkend nach zwei Jahren noch prüfen und Honorarrückforderungen für acht Quartale stellen kann. Dieses ist in meiner 20-jährigen Tätigkeit noch nicht geschehen. Auf dem damaligen Abrechnungsformular steht allerdings „vorläufiger Bescheid“ und „eventuelle Kürzungen werden in der Regel im nächsten Quartal verrechnet“.

Das ist doch längst erlaubt
Facharzt f. Allgemeinmedizin,
Münster:
Vom Vorsitzenden der Ärztekammer Westfalen-Lippe wurde ich darauf aufmerksam gemacht, dass ich weder auf meinem Briefbogen, noch auf Visitenkarten und Praxisinformationsschriften ein Logo verwenden darf. Hat sich in der letzten Zeit das Werbeverbot nicht aber gelockert? Dreiviertel aller Facharztbriefe, die ich erhalte, sowie die meisten Krankenhausberichte sind mit einem Logo versehen.

Muss er meinen Untermieter nehmen?
Facharzt f. Kinderheilkunde,
Hamburg:
Bezugnehmend auf Ihr Angebot, bei Mietproblemen Fragen stellen zu können, schildere ich folgenden Sachverhalt: Fünfjahres-Praxismietvertrag, ab 1.7.93 mit weiterer Option für fünf Jahre, Option im Oktober 1998 für weitere fünf Jahre wahrgenommen, Ende der Mietdauer 30.6.2003. Aufgrund schwerer Spannungen zwischen dem Vermieter und mir habe ich mir zwischenzeitlich neue Räume gesucht. Nach juristischem Rat habe ich mir frühzeitig einen solventen Untermieter organisiert (orthopädische Gemeinschaftspraxis mit Therapieräumen und lukrativen medizinischen Hilfsmitteln für den Vermieter, der auch Apotheker ist). Der Vermieter sagte jedoch weder ja noch nein zu dem Untermieter und verzögerte die Sache so lange, dass der Untermieter absprang. Daraufhin kündigte ich außerordentlich. Nun streiten wir um die Miete und die Fortsetzung des Vertrages.

Was steckt hinter Atrophie und Schuppung?
Ärztin für Innere Medizin,
Wolgast:
Im März 1998 zeigte meine Patientin erstmals vereinzelte erythematöse Hautveränderungen, die an eine Allergie erinnerten und nach entsprechender Medikation verschwanden. Ein halbes Jahr später entwickelte sie nach einer koronaren Bypass-Op. Schorfe im Narbenbereich am Unterschenkel. Nach weiteren drei Monaten kamen landkartenartige erythematöse Veränderungen an beiden Unterschenkeln um die Narben herum hinzu, die trotz aller Behandlung immer größer wurden. Die Haut über den Veränderungen ist pergamentartig und lässt sich abziehen. Eine PE im Juli 1999 zeigte eine subkutane Dermatitis. Die Hautveränderungen breiten sich mittlerweile auch im Bereich der prästernalen Narbe und des Oberbauchs aus. Wie kann ich meiner Patienten helfen?

Setz´ ich mich damit in die Nesseln?
Internist
Luckenwalde:
Vermehrt treten Patienten an mich heran, „mal schnell“ eine Patientenverfügung oder Vorsorgevollmacht zu unterschreiben mit der Bestätigung, dass der Patient dies im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte verfasst hat. a) Bin ich verpflichtet, dies zu bestätigen, b) welche rechtlichen Folgen nehme ich auf mich, wenn ich das tue - Notare werden nicht aufgesucht, da es dort viel Geld kostet, c) Muss ich diese Unterlagen in meinen Akten aufbewahren? Was wird, wenn die Praxis mal aufgelöst wird?

Warum wuchert´s aus Nase und Ohr?
praktischer Arzt,
Schermbeck:
Meinem 69-jährigen Patienten geht es wie vielen älteren Männern: Ihm wachsen die Haare aus Ohren und Nase, was früher nicht der Fall war. Kann man dieses Wachstum medizinisch erklären? Steckt dahinter ein Hormonmangel oder ein Hormonüberschuss? Optisch sind diese Haare keine Augenweide. Wie kann man gegen sie vorgehen? Haben diese Haare in der Natur überhaupt Funktionen, vielleicht aus der Urzeit der Menschheit, wie etwa der sog. Blinddarm?"

Darf der Chef ihn feuern?
Facharzt f. Allgemeinmedizin,
Buch:
Ich möchte einem meiner Patienten helfen: Kann einem 55-jährigen Arbeitnehmer, der seit 18 Jahren in einer Firma mit ca. 80 Mitarbeitern tätig ist, aus gesundheitlichen Gründen gekündigt werden? Nach einem Schreiben des Firmeneigentümers behält dieser sich weitere Schritte vor, wenn mein Patient auch weiterhin einen Teil der anfallenden Arbeiten nicht erledigen kann. Mein Patient erlitt einen Herzinfarkt und nahm seine Arbeit mit Einschränkungen wieder auf. Kann der Arbeitgeber eine Frist setzen (konkret drei bis vier Monate), nach deren Ablauf mein Patient einen erheblichen Teil der anfallenden Arbeiten erledigen muss? Wäre dann eine Kündigung möglich, ohne dass vorher ein anderer Arbeitsplatz angeboten wird?

Wie passt das unter einen Hut?
Ich habe folgende Frage: Ich möchte ein Reha-Zentrum betreiben, in dem ich neben meiner Kassenpraxis privatärztlich aktiv werden. Es ist eine rein ambulante Einrichtung, die Entfernung zu meinem Praxissitz beträgt ca. 100 km. Mein Vorhaben ist, hier ambulant besondere Leistungen (z.B. Sportuntersuchungen) mit besonderen Geräten zu erbringen in reiner Privatliquidation. Diese Leistungen biete ich derzeit in meiner Praxis nicht an. Entspricht dieses dem Passus „ausgelagerte Praxisräume“ um eine Genehmigungspflicht zu umgehen?

Wie lange antikoagulieren?
Allgemeinarzt,
Selent:
Meine 40-jährige Patientin leidet seit zwei Jahren unter einem Morbus Ormond, der unter Kortikoidtherapie (jetzt Prednisolon 5xa0mg) deutlich rückläufig ist. Die Patientin machte bereits drei Thrombosen durch: eine tiefe Becken-Beinvenenthrombose rechts wegen der retroperitonealen Fibroplasie, dann trotz Gabe von 100xa0mg Acetylsalicylsäure eine oberflächliche und infolge eines zystischen Ovarialtumors links eine tiefe Beinvenenthrombose. Seither steht die Patientin unter oraler Antikoagulation. Geht die retroperitoneale Fibrose mit einer zur Thrombose neigenden Gerinnungsstörung einher, oder kann ich das Cumarinpräparat nach Entfernung des Ovarialtumors wieder absetzen?

Virustatikum gegen Psoriasis?
Arzt für Innere Medizin,
Neunkirchen:
Bei meinem 58-jährigen Patienten besteht seit Jahren eine Psoriasis. Er erhielt im Verlauf eines Jahres zweimal Aciclovir zur Behandlung eines Herpes zoster. Nach beiden Behandlungen waren die psoriatischen Veränderungen deutlich gebessert. Handelt es sich um einen Zufall oder ist ein ursächlicher Zusammenhang denkbar?