Beiträge zum Thema Medizin – Alle Beiträge

Schmerzen wegtrainieren?
Bad Sachsa:
Einer 26-jährigen schlanken Patientin, die über Fußschmerzen klagte, wurden Einlagen verschrieben. Diagnose: Spreiz-Senkfuß. Ist in diesem Alter die Besserung des Fußgewölbes durch spezielle Gymnastik möglich? Wenn ja, durch welche Übungen?

Dem Patienten auf die Rechnung setzen?
Arzt für Chirurgie
Voherstrauß:
Bei ambulanten Operationen von privat versicherten Patienten berechnen wir die Gestehungskosten für Mundschutz und Haube sowie sterile Handschuhe. Bisher haben die Privatversicherungen diese Kosten auch getragen; jetzt teilte die Axa Colonia einem unserer Patienten mit, dass die liquidierten Sachkosten „Mundschutz/Haube/sterile Handschuhe“ in keinem Fall erstattungsfähig sind. Wir bitten um Mitteilung, ob die Liquidation dieser Sachkosten berechtigt ist oder nicht.

Patientendaten offenlegen?
Facharzt für Innere Medizin
Fürstenwalde:
Gestützt auf die Richtlinien zur Qualitätssicherung hatte ich das Untersuchungsprotokoll des Schlafapnoe-Screenings einzureichen. Außerdem verlangt der Sachverständigenausschuss Angaben zur Anamnese, Befundung und therapeutischen Konsequenzen. Eine wirksame Kontrolle verlangt die Preisgabe der Patientenidentität. Ich halte dies für einen Verstoß gegen die Schweigepflicht.

Muss ich solche Abzocker noch unterstützen?
Arzt für innere Medizin
Bad Hersfeld:
Die Urlaubszeit beginnt und nicht selten bitten krankgeschriebene Patienten um eine Bescheinigung für die Krankenkasse, dass einer Urlaubsreise aus medizinischer Sicht nichts im Wege stehe. Dabei wurde die Arbeitsunfähigkeit durchweg von anderen Ärzten bescheinigt und nicht von mir. Es verstößt gegen mein Rechtsempfinden, wenn unter Bezug der Sozialleistung „Krankengeld“ Urlaub nicht nur im Inland, sondern gar in Ägypten oder Thailand gemacht werden soll. Muss der Patient nicht alles für seine Genesung tun bzw. sich arbeitsfähig melden und Urlaub nehmen? Kann ich solche Bescheinigungen verweigern?

Was vertreibt die Bitterkeit?
Facharzt für Allgemeinmedizin
Sonthofen:
Meine 58-jährige Patientin leidet seit zwei Jahren unter einem bitteren Mundgeschmack von schwankender Intensität. Untersuchungen des Speichels und der Mundhöhle waren unauffällig und auch eine Mitverursachung durch Zähne oder Kiefer wurden ausgeschlossen. Die bisherigen Behandlungen mit Ludiomilxae 50 und Zinktabletten, Letztere wegen zu hohem Kupfergehalt im Blut, waren ohne Erfolg. Ansonsten nimmt die Patientin auf Grund einer Mastopathie eine halbe Tablette Liviellaxae täglich. Welche Therapie könnte zum Erfolg führen?

Kann er später meine Praxis kaufen?
Wir führen eine Gemeinschaftspraxis (Allgemeinarzt und praktische Ärztin). Wir haben zwei Kinder und denken an die Aufnahme eines neuen Partners in unsere Praxis, da unsere Freizeit zur Zeit sehr spärlich ist und wir etwas mehr Zeit für unsere Familie haben wollen. Nachdem in unserem Gebiet Zulassungssperre herrscht, wollen wir den neuen Partner im Rahmen des Jobsharings in unsere Praxis integrieren. Ist es möglich, dass ein hausärztlich tätiger Internist unsere Praxis nach zehn Jahren Mitarbeit in der Praxis übernimmt oder kann dies nur ein Allgemeinarzt?

Was bändigt den Kopfschweiß?
Arzt für Allgemeinmedizin,
Ingolstadt:
Mein 54-jähriger Patient ist gesund und voll leistungsfähig. Er leidet seit sechs Jahren an anfallsweise auftretenden Schweißausbrüchen im Kopfbereich. Er muss dann zum Beispiel Besprechungen unterbrechen, um sich zu trocknen. Ein Zusammenhang mit körperlicher Anstrengung besteht nicht. Es wurde die Diagnose einer idiopathischen Hyperhidrosis gestellt. Wie könnte ihm geholfen werden?

Gut dokumentieren schützt vor Ärger
Eine Arzthelferin will sich nicht im Rahmen der Vorschriften für den Arbeitsschutz und der entsprechenden Unfallverhütungsvorschriften der BG untersuchen zu lassen. Entsteht mir dadurch ein Haftungsrisiko, muss ich arbeitsrechtlich gegen die Helferin vorgehen? Wie sieht es aus, wenn sich eine noch minderjährige Auszubildende weigert, die Jugendarbeitsschutzuntersuchung durchführen zu lassen?

Drückt Liquor aufs Pankreas?
Arzt für Allgemeinmedizin,
Weingarten:
Bei einem meiner Patient wurde vor einem Jahr ein insulinpflichtiger Diabetes mellitus diagnostiziert. Zudem wurde ein Tumor im Bereich des Dritten Ventrikels festgestellt, der das Foramen Monroi blockierte und so zum Hydrocephalus internus führte. Nach Entfernung stellte sich der Tumor histologisch als Kolloidzyste heraus. Aber nicht nur die neurologischen Störungen bildeten sich nach der Operation vollständig zurück, auch die Diabetes-Therapie konnte von Insulin zunächst auf Glibenclamid umgestellt werden. Zwischenzeitlich benötigt der Patient keinerlei blutzuckersenkende Medikation mehr. Gibt es einen Zusammenhang zwischen einem Hydrocephalus internus und dem Auftreten eines insulinpflichtigen Diabetes mellitus? Wie ist zu erklären, dass sich ein insulinpflichtiger Diabetes mellitus zurückbildet?

Rechnung um 1000 DM gekürzt
Facharzt für Lungen- und Bronchialheilkunde,
Allergologie,
Offenburg:
Die Universa Krankenversicherung hat meine GOÄ-Rechnung bei einem Allergie-Patienten um insgesamt 1057,81 DM gekürzt. Als Begründung werden einerseits angebliche GOÄ-Regelungen angeführt, nach denen bestimmte Leistungspositionen nebeneinander ausgeschlossen sind. Andererseits begründet die Versicherung die Kürzungen auch medizinisch-klinisch unter Hinweis auf die Beurteilung eines Beratungsarztes! Sind die angeführten Kürzungen berechtigt?

Ist das Freiheitsberaubung?
Allgemeinarzt,
Weiden-Neunkirche:
Einem Alzheimer-Patienten mit Unruhezuständen und Tendenz zum Verlassen des Heimes habe ich einmalig 1,5xa0mg Fluspirilen verabreicht und gleichzeitig eine orale Behandlung mit Melperon begonnen. Die Pflegedienstleitung sah in dieser Therapie eine „Freiheitsberaubung“ und hat den Vorfall dem Vormundschaftsgericht gemeldet. Hat sie damit Recht, oder verstößt das Vorgehen der Pflegedienstleitung gegen meine Therapiefreiheit?

Freie Mitarbeit in Arztpraxis möglich?
Ich versuche seit einiger Zeit, einem deutsch-russischen Physiotherapeuten zu helfen, in Deutschland eine Zulassung wenigstens als Masseur zu erreichen. Dabei stoße ich auf eine Mauer von Borniertheit. Nun erfuhr ich, dass ein Therapeut unter ärztlicher Aufsicht auch ohne Zulassung arbeiten könne. Welche juristischen Fallstricke erwarten mich, wenn ich ihn in meiner Praxis als freien Mitarbeiter therapieren lasse?

Beteiligt sich der Fiskus?
Facharzt f. Allgemeinmedizin,
Bad Honnef:
Wir besitzen - rein zur privaten Nutzung - ein Wohnmobil. Kann ich z.B. bei Fortbildungsveranstaltungen an Wochenenden, zu denen ich mit dem Wohnmobil fahre und auch darin übernachte, pauschale Kosten für das Finanzamt geltend machen (z.B. Kilometer-, Verpflegungs-, Übernachtungspauschalen)? Welche Nachweise muss ich erbringen (z.B. Fahrtenbuch)?

Was verschleimt die Kollegin?
Allgemeinärztin aus B.:
Seit mehr als zwei Jahren leide ich an einer hyperfunktionellen Dysphonie. Die Hauptsymptomatik - und für mich überaus lästig - ist die ununterbrochene Sekretion von Schleim unterschiedlicher Viskosität. Ständig muss ich mich räuspern, selten habe ich das Gefühl, als sei die Stimmritze schleimfrei. Häufig ist der gesamte Larynx gereizt, rau und fast schmerzhaft. Beim Räuspern transportiere ich immer zähen Schleim nach oben. Auch im hinteren Nasenraum ist die Schleimproduktion vermehrt gegenüber früher, trotzdem habe ich einen trockenen Rachen. Eine logopädische Behandlung blieb ohne Erfolg. Gibt es eine effektive Therapie?

Mit Panthenol billiger?
Facharzt für Innere Medizin,
Neunkirchen:
Im Kontext zu Ihrem Beitrag „Hautkrebs-Screening - Creme gibt Alarm“, MT 6/00, S. 15, möchte ich eine eigene Beobachtung nicht unerwähnt lassen: Wurde ein histologisch gesichertes superfizielles Basaliom mit einer Panthenolsalbe behandelt, so zeigte sich statt des erwarteten „Heileffektes“ eine akut-subakute Entzündungsreaktion. Wurden ähnliche Beobachtungen vielleicht auch bei anderen Hauttumoren gemacht, und könnte man Panthenolzubereitungen vielleicht als (preiswerte) Diagnostika einsetzen?

Schadensersatz für Unkollegialität?
Clauspeter Pfundmair und Andreas Ullmann,
praktische Ärzte,
Aichach:
Wir waren auf der Suche nach einem Weiterbildungsassistenten. Eine Ärztin zeigte großes Interesse. Es folgten etliche Telefonate zum „Aushandeln“ spezieller Details, da die Ärztin individuelle Wünsche hatte (Gehalt, Vergünstigungen, Versicherungen, Fahrgeld etc.). Sie drängte intensiv auf einen sofortigen schriftlichen Vertrag. Dieser wurde beiderseits unterschrieben.
Der Antrag bei der KV wurde von uns gestellt, die Gebühr von 150,00 DM von uns bezahlt. Drei Wochen vor Arbeitsbeginn kam ein Schreiben, dass sie eine besser dotierte Stelle gefunden hätte . Da wir mit bisher keinem Assistenten derart intensive Vertragsverhandlungen hatten, waren wir verärgert und stellten ihr unseren Schaden von 150,00 DM Gebühr und eine Unkostenpauschale von 50,00 DM (Steuerberatungs- und Telefonkosten) in Rechnung. Sie will nicht zahlen. Haben wir einen Anspruch?

Wie Fälle für HVM teilen?
Unsere Gemeinschaftspraxis wurde in eine Praxisgemeinschaft umgewandelt. Der HVM unserer KV sieht Fallzahlbegrenzungen vor, was die Steigerung betrifft. M.E. müssten dabei für die Einstufung der nun bestehenden Einzelpraxen die tatsächlich geleisteten Fallzahlen des jeweiligen einzelnen früheren Partners herangezogen werden. Eine Teilung durch die Anzahl der Praxispartner, wie es die KV macht, ist doch ungerecht, wenn z.B. ein Partner 65 %25 der Patienten behandelte und der andere entsprechend 35 %25.

Hilfe, Mietwucher!
Facharzt f. Allgemeinmedizin,
Kitzscher:
Anbei sende ich Ihnen unseren Praxismietvertrag. Die Mietkosten in Höhe von 3538 DM liegen über der ortsüblichen Gewerberaummiete von 11 bis 12 DM pro qm; wir zahlen 18 DM pro qm. Welche Möglichkeiten habe ich als Mieter, den Mietszins an ortsübliche Werte anzupassen? Ist meine Haftung für Mietzinsausfall rechtens?