Beiträge zum Thema Medizin – Alle Beiträge

Zahlt der Staat meine 2000 DM?
Mülheim:
Ein beihilfeberechtigter Patient ist verstorben. Seine Tochter hat das Erbe ausgeschlagen. Meine Rechnung in Höhe von über 2000 DM sowie die Rechnungen der mitbehandelnden Kollegen und der Krankenhäuser sind offen. Also ab mit der Rechnung direkt zur Beihilfestelle. Doch die teilt mit: Nur ein Angehöriger sei antragsberechtigt für die Beihilfezahlung. Die Tochter ist aber vom Erbe zurückgetreten. Was tun?

Auskunft an die Polizei geben?
praktische Ärztin,
Münster:
Als Zuschauer bei einem Fußballspiel brach ein alter Patient von uns tot zusammen. Die Polizei wollte Auskunft über seine eventuellen Vorerkrankungen (z.B. Herzerkrankungen). Ist trotz ärztlicher Schweigepflicht, die ja über den Tod hinausgeht, im mutmaßlichen Sinne des Verstorbenen eine Auskunft möglich?

Kürzt BG das Honorar zu Recht?
Facharzt für Innere Medizin,
Magdeburg:
Ich behandele einige Patienten, die eine anerkannte Berufskrankheit (meist eine COPD) haben. Einige Berufsgenossenschaften reduzieren regelmäßig die Rechnung und erstatten nur eine allgemeine Heilbehandlung. Ist das korrekt? Ich war bisher der Meinung, dass ich als Facharzt (Internist/Pneumologe) besondere Heilbehandlung abrechnen kann. Ähnliche Probleme gibt es z.B. auch mit der Gemeindeunfallkasse.

Ohne Zusatz keine Rechnung
Arzt,
Hennef:
Die Familienfürsorge-Versicherung hat meinem Patienten die Erstattung der homöopathischen Erst- und Folgeanamnese nach den GOÄ-Ziffern 30/31 verweigert. Sie begründete das damit, dass ein Arzt Spezialuntersuchungen nur dann durchführen und abrechnen könne, wenn er die entsprechenden Aus- und Fortbildungen nachweisen könne. Ist es also richtig, dass ich die Ziffern 30 und 31 nur abrechnen kann, wenn ich die Zusatzbezeichnung „Homöopathie“ nachweisen kann?

Stört ein Stoma die Schwangerschaft?
Frauenarzt,
Wernigerode:
Ich betreue eine 29-jährige Patientin, die auf Grund eines Morbus Crohn mit einem Anus praeter versorgt wurde. Die Patientin hat noch keine Kinder. Eine Schwangerschaft wurde in diesem Jahr wegen einer Infektion im Stomabereich auf Wunsch der Patientin und des behandelnden Chirurgen abgebrochen. Bis zum Eintritt dieser Schwangerschaft hatte der zuvor behandelnde Gynäkologe die Möglichkeit einer spontanen Schwangerschaft praktisch ausgeschlossen (Adhäsionen nach Darm- und Zysten-Operationen). Nun trat das Unerwartete doch ein, und jetzt wünscht sich die Patientin ein Kind. Wer hat Erfahrung mit der Kombination Anus praeter und Schwangerschaft?

Das bringt rund 100 DM
Facharzt für Allgemeinmedizin,
Straubenhardt:
Es kommen öfters Patienten zu uns, die nach § 18 Abs. 1 Bundesseuchengesetz wegen Tätigkeit in Kantinen, Gaststätten usw. untersucht werden müssen. Wir stellen den Patienten eine Privatrechnung nach GOÄ aus. Dabei kommen wir mit Ganzkörperuntersuchung, Beratung und wegen der Durchführung des Tuberkulin-Stempel-Testes zwei Tage später nochmals einer Beratung, dem Befundbericht und verschiedenen Laborparametern auf ungefähr 250 DM. Natürlich gibt es manchmal Ärger im Gespräch mit dem Patienten. Ich habe nun von einer Patientin gehört, dass das Gesundheitsamt die Untersuchung für ca. 90 DM durchführt. Ich kann mir nicht vorstellen, wie dieser Betrag eingehalten werden kann. Ist unsere Rechnungsstellung korrekt?

Darf er überhaupt noch arbeiten?
Neuburg/Donau:
Muss jeder Arzt, der eine Hepatitis-Infektion hat oder hatte, in Zukunft mit dem Staatsanwalt rechnen, wenn er weiter arbeitet? Muss er mit Berufsverbot rechnen? Oder ist es nicht eher ein Problem der persönlichen Hygienemaßnahmen der betreffenden Kollegen?

Schlecht fürs Abspecken?
Koblenz:
Die meisten Diätanweisungen zur Gewichtsreduktion warnen davor, die Hauptmahlzeit abends einzunehmen. Nach meiner Kenntnis belasten größere Mahlzeiten den Organismus vor allem tagsüber, wenn der Nervus sympathicus die vitalen arbeitsintensiven Funktionen des Kreislaufs, der Atmung, der Gehirntätigkeit oder der Muskelarbeit steuert. Die vom Nervus parasympathicus gesteuerten kalorienintensiven Verdauungsvorgänge erfolgen dagegen abends, wenn die Wachfunktionen des Organismus heruntergefahren werden. Sollte die Hauptmahlzeit - natürlich nie zu opulent - nicht doch besser am frühen Abend in stressfreier Phase erfolgen?

Was schrumpft die Brüste?
Praktische Ärztin,
Hof:
Bei meinem 35-jährigen Patienten (165xa0kg, 183xa0cm) findet sich seit der Kindheit eine Adipositas permagna mit ausgeprägter Gynäkomastie beidseits. Er leidet sehr darunter, schreckt jedoch bisher vor einer Operation zurück. Gibt es für ihn die Möglichkeit, mittels Liposuktion von seinen Brüsten befreit zu werden? Könnte eine Testosteronsubstitution auf ein hochnormales Niveau zu einer Umverteilung des Fettgewebes und einer Reduktion der Gynäkomastie führen?

Wie viele Impfungen muss ich zahlen?
Ärztin, Psychotherapie,
Wittlich:
Zum Schutz vor Ansteckung habe ich bei meiner Arzthelferin die Hepatitis-B-Impfung entsprechend den Vorschriften dreimal durchgeführt, leider ohne Erfolg. Bei der Titerkontrolle zeigten sich einen Monat nach der dritten Impfung noch immer keine Antikörper. Die für die Mitarbeiterin zuständige Krankenkasse hat eine Kostenübernahme für eine nochmalige Hepatitis-B-Impfung mit einem Impfstoff eines anderen Herstellers abgelehnt. Bin ich als Arbeitgeber verpflichtet, einen weiteren Impfversuch mit einem Impfstoff eines anderen Herstellers zu finanzieren?

Wie giftig ist das Poolwasser?
Facharzt für Innere Medizin,
Korb:
Während der Ferien bekamen meine beiden Töchter nach dem Bad im hoteleigenen Hallenschwimmbad grün gefärbte Haare. Nach Auskunft des Bademeisters wurde das Badewasser mit einer Kupfer-Silbermischung desinfiziert, dadurch könnte eine Verfärbung der Haare zu Stande gekommen sein. Ist eine Desinfektion von Badewasser mit einer Kupfer-Silbermischung toxikologisch unbedenklich?

Wie oft geht der Gesundheits-Check?
Facharzt für Innere Medizin,
Rendsburg:
Bei einer privatversicherten Patientin führte ich am 1.12.1998 und am 4.5.2000 eine Gesundheitsuntersuchung nach GOÄ Ziffer 29 durch. Die private Krankenversicherung beanstandete dies nicht. Die Beihilfestelle weigerte sich jedoch, die Ziffer 29 zu erstatten, da diese Untersuchung nur alle zwei Jahre beihilfefähig sei. Ich füge Kopien der Merkblätter der Beihilfestelle bei. Wenn ich den Text des § 10, auf den die Beihilfestelle sich bezieht, richtig lese, so ist die Gesundheitsuntersuchung jedes zweite Jahr beihilfefähig, es steht jedoch nichts davon, dass mindestens 24 Monate vergangen sein müssen.

Schüler impfen?
Facharzt für Allgemeinmedizin,
Wyhl:
Soweit mir bekannt, sollte die Keuchhusten-Impfung nach Erreichen des Schulalters nicht mehr nachgeholt werden. Ist es bei folgender Konstellation - zwei Asthma-Kinder im Alter von neun und sechseinhalb Jahren - trotzdem sinnvoll und medizinisch angebracht, noch zu impfen?

Zweites Kind möglich?
Die jetzt 27-jährige Patientin hatte bereits nach einer im September 1998 normal entbundenen Schwangerschaft Laktationsprobleme und frühzeitig abgestillt. Vier Wochen postpartal lag der Estradiol-Serumspiegel unter 10xa0pg/ml. Unter einer Hormonersatztherapie sowie konsekutiv unter einem oralen Kontrazeptivum hatte sie normale Menstruationsblutungen. Seit Mitte 1999 besteht ohne hormonelle Substitution eine sekundäre Amenorrhoe. Mehrmals wurden Serum-Estradiolspiegel unter 10xa0pg/ml gemessen. Die Frau möchte jetzt gerne ein zweites Kind.

Knallhart aufklären!
Frauenärztin,
Hannover:
Die deutsche Rechtsprechung verlangt, dass zur Hausgeburt entschlossene Schwangere rechtzeitig und unmissverständlich vor der Geburt vom betreuenden Arzt auf die Risiken hinzuweisen sind. Da ich in meiner Praxis häufig damit konfrontiert bin, möchte ich die Risikohinweise schriftlich darlegen und nach ausführlichem Gespräch zu meiner juristischen Absicherung von den Patientinnen unterschreiben lassen. Reicht eine kurze allgemeine Formulierung dabei aus?

Wiegeln Hochdruckmittel das Glied auf?
Ärztin für Allgemeinmedizin,
Chemnitz:
Während der Hochdrucktherapie mit einem Betablocker entwickelte ein 46-jähriger Patient wiederholt einen Priapismus. Der Blocker wurde abgesetzt, und der Mann erhielt stattdessen einen ACE-Hemmer. Es kam jedoch wieder zum Priapismus. Außerdem ist die Blutdruckeinstellung vor allem in Stresssituationen unbefriedigend, und der Patient klagt über einen morgendlichen Flush. Steht der Priapismus in Zusammenhang mit der Verabreichung von Antihypertensiva? Wie kann die Blutdruckeinstellung optimiert werden?