Beiträge zum Thema Medizin – Alle Beiträge

Was nützt eine vierfache Natriumexkretion?
Internist,
Frankenberg:
Unlängst ist in der Fachzeitschrift „Klinikarzt“ eine Originalarbeit von Prof. Kult mit Freisetzungskurven unterschiedlicher Diuretika erschienen. Daraus geht hervor, dass bei dem Diuretikum Xipamid die Natriumexkretion um das Vierfache gesteigert wird. Wo liegt der praktische Nutzen für meine Patienten?

Übernahme noch erlaubt?
Facharzt für Innere Medizin,
Düsseldorf:
Ich bin seit Ende letzten Jahres Facharzt für Innere Medizin und an einer Niederlassung im hausärztlichen Bereich interessiert. Nach meinem Kenntnisstand kann ich ab dem 1.1.2001 die Kassenarztpraxis eines Allgemeinarztes übernehmen. Inzwischen habe ich auch einen hausärztlichen Praktiker gefunden, der seine Praxis an mich zum 1.4.2001 übergeben will. Zu meinem Erstaunen teilte mir die Justitiarin der hiesigen KV nun aber mit, dass diese Regelung zwar theoretisch umsetzbar sein wird. Ob überhaupt, wie und wann könne aber nicht mitgeteilt werden. Meinem Wunsch nach verlässlicher Auskunft könne nicht entsprochen werden.

Unbedingt senken?
Fachärztin für Allgemeinmedizin,
Aue:
Mein 63-jähriger Patient nimmt seit einer Mitralklappenoperation Falithrom®, das lebenslang gegeben werden soll. Trotz Diät und Behandlung mit 40xa0mg Pravasin® täglich sind die Blutfettwerte nicht befriedigend: Cholesterin 248xa0mg/dl, Triglyzeride 210xa0mg/dl, LDL 199xa0mg/dl, HDL 38xa0mg/dl. Welche Therapie ist bei Gabe von Falithrom® noch möglich?

KV streicht meine Leistung!
Frauenarzt, Psychotherapeut,
Moers:
Von meiner KV wurde mir die EBM-Ziffer 101 (Zusatz-Sono im Rahmen der Mutterschaftsvorsorge) mit der Begründung gestrichen, bei einer Vertretung sei diese nicht ansetzbar. Bei beiden Fällen handelte es sich um einen drohenden Abort mit länger anhaltender Blutung. Wie ist die Rechtslage?

Nur mit handfestem Grund
Facharzt für Allgemeinmedizin,
Treis-Karden:
Einer meiner Patienten möchte vom Tragen des Motorradhelms befreit werden. Als Begründung gibt er an, dass ihm der Helm unerträgliche Kopfschmerzen bereite, was ich ihm bescheinigen soll. Seine Beschwerden halte ich für eine Schutzbehauptung, um einfach bei schönem Wetter ohne Kopfschutz herumzufahren. Eine Anfrage bei der Führerschein- und Verkehrsbehörde meines Kreises ergab, dass hin und wieder solche Atteste ausgestellt, jedoch niemals weiter überprüft werden und in der Regel auf Dauer gelten. Wie ist hier die rechtliche Situation?

Zulassung zu Recht erweigert?
Ich bin praktischer Arzt. Die Urkunde darüber ist im Jahr 1998 ausgestellt worden. Die Ärztekammer bescheinigte, dass die Voraussetzungen zur Anerkennung als praktischer Arzt zum 31. 12. 1995 erfüllt waren. Dennoch ist die KV nicht bereit, mich ins Arztregister einzutragen. Dafür müsse die Urkunde auf spätestens 31. 12. 1995 datiert sein. Ich meine, wer bis Dezember 1995 noch arbeitete, konnte nicht rechtzeitig einen Antrag stellen.

Welche therapeutischen Möglichkeiten gibt es?
Bei der jetzt 31-jährigen III-Gravida und I-Para war anlässlich der Mutterschafts-Erstuntersuchung zwar auch ein KV-Abstrich samt Mammapalpation erfolgt, trotz palpabel unklarer, multipel grobzystischer Brust beiderseits, jedoch wegen der Frühschwangerschaft keine weitere radiologische oder sonographische Diagnostik gemacht worden. Die Patientin kommt nun in der 26. SSW außerterminlich in die Sprechstunde, weil sie seit zwei Tagen eine beträchtliche Volumenzunahme eines Knotens im äußeren oberen Quadranten der rechten Brust tastet; außerdem schmerze die Anschwellung.

Muss ich für dieses Datenchaos blechen?
Internist, Arzt für Allgemeinmedizin,
Waldmohr:
Auf Grund eines Wechsels bei meinem EDV-System habe ich für 499xa0DM eine Diskette für den BDT-Transfer beim „alten“ EDV-Anbieter gekauft. Der Datentransfer schlug fehl, fortan fehlten alle in der Praxis eingegebenen Befunde, wie BSG, Sonographie-Berichte, Briefe und Medikamenten-Pläne. Auf mein Drängen hin führte der Anbieter zunächst probeweise, dann endgültig einen weiteren BDT-Transfer durch. Resultat: Diagnosen, Leistungsziffern, Medikamente und Fremdlaborwerte wurden korrekt transferiert, weitere Befunde und Werte erschienen jedoch nur als Kopfzeile, als Erinnerung daran, was uns seitdem fehlt. Kostenpunkt: Noch einmal 1300xa0DM. Muss ich denn für den gelieferten Schrott tatsächlich auch noch blechen?

Was stoppt den Durchfall?
Arzt für Allgemeinmedizin,
Bramsche:
Meine 71-jährige Patientin hat ein inoperables Pankreaskarzinom mit Lymphangiosis carcinomatosa. Unter der Hochdosis-Chemotherapie mit 5-Fluorouracil (4000xa0mg in 24xa0Stunden in wöchentlichem Abstand über sechs Wochen) bildete sich erfreulicherweise die Tumormasse zurück. Auch das Körpergewicht stieg wieder an. Nur die wässrigen Durchfälle sind bis heute bestehen geblieben. Unter Pangrol® 25xa0000, Lopedium® Kapseln, Tinctura opii Tropfen und Mucofalk® schwankt die Stuhlfrequenz zwischen drei bis 30 am Tag. Wie kann ich der Patientin helfen? Die Durchfälle sind am ehesten durch die Chemotherapie bedingt. Ich empfehle einen Therapieversuch mit Sandostatin® 50 bis 100µg subkutan alle acht Stunden. Sollte die Patientin auf diese Therapie ansprechen, kann Octreotid auch in Depotform (Sandostatin® LAR®-Monatsdepot 20xa0mg i.m.) verabreicht werden.

Können Richter sich alles erlauben?
Arzt für Allgemeinmedizin,
München:
Wegen einer Honorarkürzung führte ich einen Prozess vor dem Sozialgericht. Der Richter verhielt sich aus meiner Sicht nicht angemessen: Er schien sich mit der Materie wenig auszukennen, hatte z.B. Probleme mit dem Verständnis von Budgets und Praxisbesonderheiten. Drei Listen meiner Praxisbesonderheiten hatte er nicht zur Kenntnis genommen (waren erst verschwunden und fanden sich dann ungenutzt in den Akten). Der Richter legte mir in ziemlich schnippischem Ton nahe, meine Klage zurückzuziehen, da ich sowieso „null Chancen“ hätte, auch nicht in der nächsten Instanz. Außerdem könne ich dann Kosten sparen und er müsse kein Urteil schreiben. Kann man den Richter belangen, z.B. wegen Fahrlässigkeit?

Braucht sie auf Dauer Steroide?
Facharzt
für Allgemeinmedizin,
Rheinstetten:
Bei meiner 37-jährigen Patientin wurde 1999 eine Kimura-Lymphadenopathie diagnostiziert. Seither wird die Patientin mit Kortison behandelt. Die Kortisondosis konnte bisher jedoch nicht unter 20xa0mg reduziert werden, ohne dass die Lymphknoten sofort wieder anschwollen. Inzwischen sind auch die axillären Lymphknoten deutlich tastbar. Zudem bestehen multiple Allergien. Eine Tochter der Patientin ist im Alter von drei Jahren an einem Kawasaki-Syndrom erkrankt.
In den Lymphknoten meiner Patientin wurde eine Überexpression des EBV-AG gefunden. Spielt EBV hier eine pathogenetische Rolle? Gibt es therapeutische Alternativen zu Kortison? Eine Steroid-Dauertherapie erscheint mir für die junge Frau nicht praktikabel?
Anmerkung der Redaktion: Unserem Konsiliarius lagen Befunde der Patientin zur Einsicht vor.

Den Fiskus beteiligen?
Im Dezember 1998 habe ich meine Praxis an einen Kollegen abgegeben. Ich erhielt dafür den ideellen Wert von 40xa0000 DM. Meine Praxisräume und das Inventar wurden nicht übernommen. Der Kollege hat größere Räume angemietet. Damals hieß es, dass diese 40xa0000 DM nicht als Praxisgewinn behandelt würden. Nun fordert das Finanzamt 8000 DM, da der Betrag als steuerpflichtige Einnahme gebucht würde. Daher bitte ich Sie um Ihre Stellungnahme.

Schon Betriebe betreuen?
aus L:
In Zeiten finanzieller Engpässe habe ich mich für eine Zusatzqualifikation „Betriebsmedizin-Arbeitsmedizin“ entschieden. In unserer Region werden dringend Arbeitsmediziner benötigt. Ich habe einen Teil der Kurse bereits geleistet und könnte mit er „vorläufigen Fachkunde“ in einem Betrieb arbeiten, der aber laut Ärztekammer nicht die vorgeschriebene Mindesteinsatzzeit ermöglicht. Was kann ich unternehmen?

Wird sie dafür krank geschrieben?
„Eine meiner Arzthelferin hat Kinderwunsch. Wie sich herausgestellt hat, kommt wegen einer Erkrankung des Ehemannes nur ein “Retortenbaby„ in Frage. Ab Implantationsdatum - zwei Versuche waren bisher fehlgeschlagen - war die Helferin jeweils für etwa drei Wochen krank geschrieben. Nach dem dritten, nun offenbar erfolgreichen Versuch, ist die Helferin erneut krank geschrieben worden und wird, so vermute ich, sehr wahrscheinlich für einen längeren Zeitpunkt krank geschrieben bleiben. Hat die Helferin Anspruch auf Entgeltfortzahlung? Sollte ich zur Entgeltfortzahlung verpflichtet sein, kann ich dann diesen Betrag von der Krankenkasse auf Antrag zurückerstattet bekommen?“

Welcher Marker zeigt die Sucht?
Facharzt f. Allgemeinmedizin
Giengen-Burgberg:
Einer 40-jährigen Patientin wurde bei einer betriebsärztlichen Eingangsuntersuchung als Screening das Carbohydrate-Deficient Transferrin (CDT) bestimmt, welches mit 9,4xa0%25 erhöht war. Wegen das Verdachts auf Alkoholabusus erhielt die Patientin deshalb nur einen befristeten Arbeitsvertrag und musste sich weiteren CDT-Kontrollen unterziehen, obwohl alle sonstigen Laboruntersuchungen unauffällig waren. Die Patientin verneint mir gegenüber einen Alkoholmissbrauch und ich kann auch keine Hinweise auf eine Suchtkrankheit finden. Das CDT bleibt jedoch erhöht, zuletzt bei 14xa0%25.
Welche anderen Ursachen außer chronischem Alkoholismus können erhöhte CDT-Werte hervorrufen? Ist ein CDT-Sreening ohne individuelle Hinweise auf einen Alkoholabusus rechtlich haltbar?

Genauso gut wie Einzelimpfung?
Arzt für Allgemeinmedizin,
Bornheim:
Wann wird bei der kombinierten Hepatitis A- und B-Impfung die 100%25ige Serokonversion erreicht? Wann sollten die Titer kontrolliert werden? Wie lange hält der Schutz an? Ist bei der Kombinationsimpfung die sog. Schnellimmunisierung zu empfehlen?

Darf er ihn ausweiten?
Arzt für Allgemeinmedizin
Lehrte:
Bei einem Privatpatienten mit Diagnose Otosklerose sollte eine Mittelohr-Szintigraphie durchgeführt werden. Unter anderem rechnete der beauftragte Privatarzt aber eine Gehirnszintigraphie (GOÄ-Nr. 5410) ab, für die überhaupt kein Auftrag erteilt wurde. Die Krankenkasse lehnte die Zahlung dieser Ziffer ab.