Beiträge zum Thema Medizin – Alle Beiträge

Normalerweise rechtsgültig
aus M:
Sie veröffentlichten vor einiger Zeit einen Artikel, in dem über die Ungültigkeit einer Einverständniserklärung nach Prämedikation geschrieben und der Patientin im nachhinein Schmerzensgeld zugestanden wurde.
In Anlehnung daran habe ich folgende Frage: Wie ist die Eheschließung eines schwer krebskranken Menschen unter Drogen (Morphium) zu beurteilen, wenn ein anderslautendes Testament zuvor festgelegt wurde? 1. Gültigkeit der Eheschließung? 2. Gültigkeit des Testaments? Für eine Schilderung der Rechtslage wäre ich sehr dankbar.

Was genau heißt „unverzüglich“?
Arzt für Innere Medizin und Kardiologie,
Kaarst:
Gibt es zeitliche Festlegungen zur Ziffer 26? Ich rechnete diese immer dann ab, wenn z.B. vormittags ein Patientenanruf erfolgte und ich wegen der nicht ganz dringlichen Beschaffenheit des Falles erst mittags nach Praxisende den Hausbesuch durchführte. Ich wurde von der KV berichtigt, daß der Hausbesuch unverzüglich zu erfolgen hat, also mit Praxisunterbrechnung.

Was rückt den Penis wieder gerade?
Mein Patient leidet unter einer Induratio penis plastica, wobei bei Erektion eine Glieddeviation nach kranial-lateral erfolgt. Die Emissio penis ist noch möglich. Welche Therapiemöglichkeiten bestehen? Ist eine mikrochirurgische Entfernung der Knorpelplaques aus den Corpora cavernosa möglich?

Muß ich die Patientin impfen?
Internist
Eggenfelden:
Bei meiner 40jährigen Patientin sind Hepatitis-A-Antikörper positiv, Anti-HAV-IgM negativ, weiter ist HBsAg positiv, Anti-HBs aber negativ. Sollten die Patientin oder andere Familienmitglieder gegen Hepatitis B geimpft werden?

Ohne ausführliche Dokumentation kein Honorar?
Arzt für Innere Medizin und Kardiologie
Kaarst:
Im Rahmen einer Honorarabrechnung werden mir von der KV die Abrechnungsziffern 17/18 für die Jahre 96/97/98 komplett gestrichen mit der Begründung, daß ich diese Ziffern nicht gleichzeitig mit einem Text in meiner Kartei dokumentierte, also lediglich Ziffer 17 vermerkte und ein Stichwort (z.B. Herzoperation). Der Prüfarzt behauptet, daß ich schon den Inhalt dieses Patientengespräches hätte protokollieren müssen. Ich hielt eine solche Vorgehensweise nicht für notwendig, weil im EBM, im Gegensatz z.B. zur Ziffer 60, diese Forderung nicht erkennbar ist.

Warum Tote Kassenbeiträge zahlen
Arzt für Innere Medizin
Villingen-Schwenningen:
Patientinnen haben sich bei mir beschwert, daß von ihrer Witwenrente noch der Beitragsanteil zur Krankenversicherung und zur Pflegeversicherung abgezogen wird, wobei sie noch zusätzlich von ihrer eigenen Rente ebenfalls einen Beitragsanteil leisten müssen. Auf welche rechtlichen Grundlagen stützen sich diese Abzüge? Ist es Usus, daß die Toten auch ihren Krankenkassen- und Pflegeversicherungsbeitrag zahlen müssen?

Gütesiegel auf Briefbögen und Rezepte drucken?
Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Minden:
Seit dem 20.4.99 ist unsere Praxis nach der Euronorm ISO NORM 9001 voll zertifiziert. Ebenso unser IVF-Institut. Über den betriebswirtschaftlichen Nutzen sind wir selber informiert und merken nach den Wochen und Monaten der Anspannung und des Einsatzes, daß das System sehr wohl auch innerbetriebliche Vorteile hat. Unsere Frage geht nun dahin, inwieweit diese Zertifizierung auch nach außen hin dargestellt werden kann? Zum Beispiel auf Briefbögen, Rezepten, Vordrucken? Die Ärztekammer wurde von dem für uns erfreulichen Vorgang selbstverständlich noch am gleichen Tag informiert, hält sich aber bis heute bedeckt.

Was vertreibt die Stomatitis?
Praktische Ärztin
Dr. Wolfgang Müller
Allgemeinarzt
Wallerstein:
Unsere Patientin ist 73 Jahre alt und leidet unter einer chronischen Stomatitis herpetica. Eine wochenlange Aciclovir-Therapie brachte keine Besserung. Sie hat fast immer schmerzhafte Bläschen im Mund. Wir bitten für die Patientin um weitere Therapievorschläge.

Gibt´s das überhaupt nach der Menopause?
Facharzt für Chirurgie und Allgemeinmedizin
Bad Nenndorf:
Bei meiner 67jährigen Patientin entwickelten sich 1970 erstmalig und nur im Gesicht auftretend akneähnliche große Knoten, die keiner üblichen Behandlung zugänglich waren. Nach Konsultation mehrerer Hautärzte wurde 1974 zwar die Diagnose Lupus vulgaris gestellt und entsprechend behandelt, histologisch ließ sich die Diagnose aber nicht verifizieren.
Eine entscheidende Besserung des Krankheitsbildes trat ein, als die mittlerweile postmenopausale Frau täglich Kliogest® einnahm. Retrospektiv fällt auf, daß eine ähnliche Besserung beobachtet wurde, als die Patientin mit dem später aus dem Handel genommenen Ovulationshemmer Aconcen® behandelt wurde. Sind derartige Knoten, die einer Akne conglobata ähneln, als hormonell ausgelöst auch bei älteren Frauen bekannt? Bestehen Bedenken, das Kliogest® in täglicher Dosierung weiter zu geben?

Weiterbildungs-Assi motivieren
Facharzt für Allgemeinmedizin
Freden:
In Ihrem Artikel „Wer bezahlt den Assi?“ in der Medical Tribune Nr. 27, Seite 11, erläutern Sie, daß man bei einem Weiterbildungsassistenten auch ein eher niedriges Fixgehalt mit finanziellen Leistungsanreizen kombinieren kann. Bisher wurden meine Assistenten nach BAT 2 eingestuft mit den üblichen Ortszuschlägen. Wie weit kann man das Grundhonorar absenken? Erhält man trotzdem die Fördermittel von KVen und Kassen?

Darf es der Vermieter aufstellen?
Internisten
Kötzting:
Im Rahmen einer Ortsbeschilderung (Kurort etc.) beabsichtigt unser Hauswirt, an exponierten Stellen ein Schild anzubringen: „Ärztehaus“. In diesem Haus sind zwei Internisten, inkl. Pulmologe, ferner ein Orthopäde und ein Allgemeinmediziner, zusätzlich eine physikalische Therapie. Ist dies juristisch/standespolitisch einwandfrei?

Nrn. 1408 und 1409 pro Ohr berechnen?
HNO-Arzt
Bonn:
Bei der Abrechnung nach GOÄ mit dem Kostenträger Bundesversicherungsanstalt für Angestellte bestehen unterschiedliche Ansichten in bezug auf die Abrechnung der Ziffern 1408 und 1409. Können diese Ziffern jeweils zweimal abgerechnet werden, wenn die Messung jeweils am linken und am rechten Ohr erfolgte?

Sind die Kranzgefäße wetterfühlig?
Gibt es eine morphologische oder funktionelle Erklärung für das Phänomen, daß einzelne Koronarkranke nach an sich angemessenen körperlichen Anstrengungen erst nach Stunden - wieder ganz in Ruhe - anginöse Reaktionen zeigen? Könnte es einen Zusammenhang mit schwülwarmem Wetter geben?

Alte Konditionen bestätigen lassen
Internist
Ahrenshagen:
Ich war bislang Hypobank-Kunde. Nach der Fusion der Hypobank mit der Vereinsbank sind die Geschäfte im Norden auf die Vereins- und Westbank AG übergegangen. Damit ändern sich auch die Kontoverbindungen (neue Bankleitzahl, neue Kontonummern) meiner bestehenden Kreditverträge. Nun verlangt die Bank von mir, daß ich „zur formalen Überleitung der bestehenden Kreditverhältnisse“ alle Verträge noch einmal unterschreibe. Muß ich jetzt sämtliche Konditionen noch einmal überprüfen? Oder kann ich mich darauf verlassen, daß sich die Vertragsbedingungen nicht zu meinen Ungunsten geändert haben?

Muß ich ihr die Kartei neu abschreiben?
Internisten
Kötzting:
Eine im Groll von uns geschiedene Patientin verlangt die „lückenlose Herausgabe der gesamten Krankenunterlagen, einschließlich der Röntgenaufnahmen“. Sie droht bereits mit gerichtlichen Schritten und weist auf zwei Urteile hin (BGH vom 23.11.82, BGH NJW 1983-328 und NJW 1983-336). Laut dieser Urteile würden ihr „alle Unterlagen zustehen, und zwar in leserlicher Form“. Wir haben bis dato keine Anfrage eines evtl. betreuenden Arztes, dem wir selbstverständlich die notwendigen Informationen und vorübergehend die Röntgenbilder sowie ggf. Krankenhausberichte in Ablichtung zukommen lassen würden. Müssen wir der Patientin die Kartei übergeben bzw. kopieren oder sie am Ende eigens neu (für die Patientin verständlich) verfassen?

Vor Gericht Beweis genug...
praktischer Arzt
Aschaffenburg:
Als das sog. Einwurf-Einschreiben neu aufkam, hatten Sie in einem Beitrag „Neues Einwurf-Einschreiben - Bei Kündigungen ratsam“ diese Zustellungsform empfohlen. Nun habe ich in der Offenbach Post einen Artikel gefunden, in dem festgestellt wird, daß Einwurf-Einschreiben vor Gericht eben keine Beweiskraft haben. Die Unterschrift des Postboten, mit der er den Briefeinwurf bestätigt, gelte nicht als öffentliche Urkunde. Wenn der Empfänger den Zugang bestreite, stehe vor Gericht gleichgewichtig Aussage gegen Aussage. Ich bitte um eine Stellungnahme Ihres beratenden Rechtsanwalts Gläser, von dem die Empfehlung in MT stammte.