Beiträge zum Thema Allgemeinmedizin – Alle Beiträge

Was macht Elefantenbeine wieder schlank?
Arzt für Allgemeinmedizin,
Buchenberg:
Meine 59-jährige Patientin beklagt in den letzten drei Jahren eine zunehmende Verdickung der Beine und neuerdings der Oberarme. Sie leidet unter der unästhetischen Verformung, besonders aber unter den brennenden Schmerzen in diesem Bereich, die sie vor allem bei Wärme (Bett, Sonne) quälen. Die Diagnose der Dermatologen: Lipödem. Die empfohlene Kompressionstherapie brachte keine Besserung.

Besser kein Kind mehr riskieren?
, Praktischer Arzt,
Hagen:
Meine jetzt 38-jährige Patientin erlitt 1995 und 1996 jeweils eine Fehlgeburt und gebar im Oktober 1997 einen gesunden Jungen. Im August 2000 kam es in der 19. Woche zur Abtreibung eines Zwillings-Mädchen-Pärchens wegen eines durch Fruchtwasseruntersuchung festgestellten Triplo-X-Syndroms. Wie groß ist das spezifische Risiko, ein zweites Mal Mädchen mit dem Triplo-X-Syndrom zu bekommen?

Was verhindert Glottiskrampf?
Ärztin für HNO-Krankheiten,
Olsberg:
Mein 59-jähriger Patient leidet seit ca. fünf Jahren an plötzlich auftretendem laryngealem Stridor. Die Anfälle, die mit Zyanose, kaltem Schweiß und Angst einhergehen, treten etwa vier- bis fünfmal pro Jahr auf. Dazwischen liegen völlig freie Intervalle. Das Ereignis kann sowohl beim Essen als auch beim Speichelschlucken vorkommen und ist unabhängig von körperlicher oder psychischer Belastung. HNO- und Kehlkopfbefunde sind unauffällig, die internistischen Untersuchungen einschließlich Ösophagogastroskopie ebenfalls. Wie kann man solche Anfälle in Zukunft vermeiden bzw. behandeln?

Konsil bei Einweisung erlaubt?
Arzt für Allgemeinmedizin,
Rastatt:
Sehr geehrter Herr Kollege Zimmermann, in der Ausgabe Nr. 44 schreiben Sie, man könne bei Einweisung nach dem Gespräch mit dem Krankenhausarzt die GOÄ-Nr. 60 (bzw. beim EBM-Patienten wohl die Nr. 42) berechnen. Meiner Meinung nach kann zu diesem Zeitpunkt kein Konsil stattfinden! Denn ein Konsil setzt voraus, dass beide Ärzte den Patienten kennen, untersucht haben und nun ihre Meinungen austauschen. So schön es wäre, die Nr. 60 anzuschreiben, hier handelt es sich im präklinischen Stadium des Patienten nur um eine Information an einen anderen Arzt. Wenn Sie doch anderer Meinung sind, bitte begründen Sie mir diese, denn geldwerte Ziffern schreibe ich auch gern!

Wird diese Sense legal geschwungen?
Unsere Praxis gehört zu den „Gewinnern“ der EBM-Reform von 1996. Nach Aufhebung der ungesetzlichen, rückwirkenden Budgetierung, musste uns unsere KV Geld zurückzahlen. Da Geld knapp ist, wird versucht, durch Prüfmaßnahmen den Rückerstattungsbetrag möglichst tief zu drücken. In unserem Fall wurde eine Wirtschaftlichkeitsprüfung am Fachgruppendurchschnitt probiert. Als sich hierbei keine Unwirtschaftlichkeit nachweisen ließ, hat man einen Vertikalvergleich durchgeführt von 1/95, 2/95 zu 1/96 und 2/96. Wir sehen dieses Vorgehen als Schikane und als ungesetzlich an.

Was durchbricht Diuretika-Resistenzen?
Internist,
Frankenberg:
In einer Fachzeitschrift habe ich unlängst gelesen, dass sich Diuretikaresistenzen durch eine Kombinationsbehandlung mit Aquaphor® durchbrechen lassen. Wäre es daher nicht sinnvoller, von vornherein diese Substanz als Monotherapie einzusetzen und auf diese Weise die Resistenzbildung unter Torasemid zum Beispiel auszuschließen?

Diät oder Enzym an den Darm?
Ärztin,
Rheinberg:
Ist es notwendig, dass ein zwölfjähriges Kind, das an einem nachgewiesenen Laktasemangel leidet, über vermehrte Flatulenz, nicht aber über Bauchschmerzen klagt, eine laktosefreie Diät einhält oder zu Milchprodukten ein Laktasepräparat einnimmt? Entsteht durch den Laktasemangel nur eine vermehrte Luftansammlung oder auch eine Schleimhautschädigung?

Wie AOK-Bürokraten Geld verschwenden
Fachärztin für Allgemeinmedizin,
Burkartshain:
Seit Jahren lege ich am Tag oder im Wochenend- und Nachtdienst bei Notwendigkeit einen Katheter. Ein Katheterset, alle Dinge steril beinhaltend, bildete bisher die Grundlage, bis ich den Hinweis von der AOK erhielt, dass diese Sets nicht verordnungsfähig sind. Nach Rücksprache mit dem Hersteller ist die Einzelverordnung von Katheter und zwei Urinauffangsystemen 10 DM teurer als das Set. Ohne das Set kann ich im Notdienst die Hygienevorschriften nicht einhalten und müsste den Patienten mit dem Transport in die Notaufnahme und zurückbringen lassen. Nach Rücksprache mit Kollegen aus anderen Bundesländern werden diese Sets auf Rezept verordnet.

Wie kann er wieder blasen?
Internist in H.:
Ein 33-jähriger Profi-Trompeter leidet unter einem rezidivierenden, immer stärker werdenden Herpes labialis. Unter dreimal täglicher Gabe von 400xa0mg Aciclovir per os lässt sich der Herpes unterdrücken. Nach Absetzen dieser Therapie kommt es jedoch sofort wieder zum Rezidiv. Der Patient kann wegen des Herpes labialis nicht Trompete blasen und ist somit regelmäßig arbeitsunfähig. Welche über das übliche Maß hinausgehenden diagnostischen Maßnahmen sind sinnvoll? Wie soll dieser Patient therapiert werden?

Mit Kortison substituieren?
Hals-Nasen-Ohrenarzt,
Leichlingen:
Die Schilddrüse produziert Schilddrüsenhormone, die Nebennierenrinde u.a. Kortison. Bei Schilddrüsenerkrankungen kann man den Patienten oft sehr gut mit kleinen Dosen Thyroxin helfen. Kann man auf irgendeine Weise feststellen, ob bei einem Allergiker evtl. zu wenig Kortison produziert wird und dieses ggf. substituieren?

Was treibt die AP in die Höhe?
Arzt für Innere Medizin,
Düsseldorf:
Eine 58-jährige Patientin wird von mir wegen ihrer Hypercholesterinämie mit Simvastatin behandelt. Bei einer Routinelaborkontrolle fiel erstmals im September 1999 ein isolierter Anstieg der AP auf. Die anschließende Bestimmung der Isoenzyme ergab eine deutliche Erhöhung der Dünndarm-Phosphatase. Die Patientin ist subjektiv völlig beschwerdefrei, die Anamnese unauffällig. Die weiterführende Diagnostik (gyn. Untersuchung, Knochenszintigramm, Oberbauchsonografie, Abdomen-CT, PTH-, Vit.-D3-Bestimmung) war sämtlich o.B., eine Hyperthyreose wurde ausgeschlossen. Gibt es weitere Maßnahmen zur Abklärung? Anm. d. Red.: Dem Experten lagen Befundberichte vor.

Wie reduziere ich frühzeitig Personal?
Wir arbeiten in einer Gemeinschaftspraxis, mein älterer Kollege wird aufhören. Ob ich wieder eine Gemeinschaftspraxis mit einem mir unbekannten Partner machen möchte, weiß ich nicht. Wahrscheinlich gibt es die Möglichkeit einer Praxisgemeinschaft. Wie ist es beim Ausscheiden des älteren Kollegen mit dem gemeinsamen Praxispersonal? Der Bedarf wird deutlich niedriger, falls ich meine Praxis allein weiterführe. Wie mein Kollege seine Nachfolge regeln wird, steht noch nicht fest. Falls er ausscheidet und der Helferinnen-Bedarf noch unklar ist, müssen wir dann nicht mehr benötigtes Personal gemeinsam kündigen?

Was hilft außer Colchicin?
Bei meinem Patienten wurde vor Jahren ein familiäres Mittelmeerfieber diagnostiziert. Seither betreibt er zwar ständig Prophylaxe mit Colchicin, klagt aber gelegentlich noch über abdominelle Beschwerden. Was kann man therapeutisch zusätzlich noch tun?

Aids durch Mücken oder von der Brille?
Arzt für Allgemeinmedizin,
Rosenheim:
Ist nach den neuesten Untersuchungs- bzw. Forschungsergebnissen eventuell doch eine Übertragung des HIV-Virus - im afrikanischen Raum z.B. durch Anopheles-Mücken - möglich? Kommen Geschirr, Gläser, Toilettenstühle etc. als Infektionsquelle in Frage? Wie lange ist das HI-Virus im Blutstropfen an der Luft infektiös?

K.o.-Katalog austricksen?
Internist:
Bezüglich der schwierigen Wahl zwischen Fach- oder Hausarzt-Internist habe ich folgende Fragen: Voraussetzung: Praxisgemeinschaft von zwei Internisten, bei der der eine Internist hausärztlich und der andere fachärztlich ohne Schwerpunkt niedergelassen ist. Beide Internisten haben die KV-Zulassung für alle K.o.-Leistungen. Kann der hausärztliche Internist seinen Facharzt-Kollegen im Urlaub oder auch an einem Tag in der Woche, an dem der Facharzt keine Sprechstunde hat, fachärztlich vertreten, solange die Gesamtvertretungszeit von drei Monaten im Jahr nicht überschritten wird? Wenn ja, könnte der Hausarzt z.B. seine Patienten an den Facharzt überweisen und dann bei seinen eigenen Patienten in Vertretung des Facharztes fachärztliche, sprich K.o.-Leistungen erbringen? Die Vergütung könnte ja dann im Innenverhältnis geregelt werden. Der Patient würde praktisch nicht merken, dass er an den Kollegen überwiesen wurde. Wenn nein, wäre es im Rahmen einer Gemeinschaftspraxis möglich? Können die zwei Internisten der Praxisgemeinschaft ihre haus- bzw. fachärztliche Zulassung tauschen, auch wenn für beide Sparten Niederlassungssperre in dieser Region besteht?

Diabetiker-Betreuung unter der Sense
Facharzt f. Allgemeinmedizin,
Leipzig:
Im Zusammenhang mit einem Honorar-Regress wegen zu häufiger Abrechnung der EBM-Nr. 17 vertritt der Beschwerdeausschuss Leipzig die Meinung , dass die 17 bei der Behandlung von Diabetikern „nur einmal, und zwar bei der Neuentdeckung der Erkrankung“ abzurechnen sei. Das ist doch völlig falsch. Der Patient muss über die Qualität seiner Kost belehrt werden, über die Regelmäßigkeit der Nahrungsaufnahme, über Medikamenteneinnahme und Essabstände, über körperliche Aktivitäten und über mögliche Komplikationen bei Über- und besonders Unterzuckerung etc. Diese wiederholte Belehrung ist besonders wichtig bei Patienten, die ein fortgeschrittenes Alter haben und deren geistiger Zustand doch zunehmende Defizite zeigt. Was sagen Ihre Experten?

Warum glühte das Gesicht
Facharzt für Allgemeinmedizin,
Waldachtal:
Das italienische Mahl blieb nicht ohne Folgen: Nach dem Genuss einer mit Tunfisch belegten Pizza bzw. eines Salats mit Tunfisch litten drei Personen unter einer Flush-Symptomatik. Was ist die Ursache derartiger Beschwerden?