Beiträge zum Thema Allgemeinmedizin – Alle Beiträge

Was schrumpft die Brüste?
Praktische Ärztin,
Hof:
Bei meinem 35-jährigen Patienten (165xa0kg, 183xa0cm) findet sich seit der Kindheit eine Adipositas permagna mit ausgeprägter Gynäkomastie beidseits. Er leidet sehr darunter, schreckt jedoch bisher vor einer Operation zurück. Gibt es für ihn die Möglichkeit, mittels Liposuktion von seinen Brüsten befreit zu werden? Könnte eine Testosteronsubstitution auf ein hochnormales Niveau zu einer Umverteilung des Fettgewebes und einer Reduktion der Gynäkomastie führen?

Wie viele Impfungen muss ich zahlen?
Ärztin, Psychotherapie,
Wittlich:
Zum Schutz vor Ansteckung habe ich bei meiner Arzthelferin die Hepatitis-B-Impfung entsprechend den Vorschriften dreimal durchgeführt, leider ohne Erfolg. Bei der Titerkontrolle zeigten sich einen Monat nach der dritten Impfung noch immer keine Antikörper. Die für die Mitarbeiterin zuständige Krankenkasse hat eine Kostenübernahme für eine nochmalige Hepatitis-B-Impfung mit einem Impfstoff eines anderen Herstellers abgelehnt. Bin ich als Arbeitgeber verpflichtet, einen weiteren Impfversuch mit einem Impfstoff eines anderen Herstellers zu finanzieren?

Wie giftig ist das Poolwasser?
Facharzt für Innere Medizin,
Korb:
Während der Ferien bekamen meine beiden Töchter nach dem Bad im hoteleigenen Hallenschwimmbad grün gefärbte Haare. Nach Auskunft des Bademeisters wurde das Badewasser mit einer Kupfer-Silbermischung desinfiziert, dadurch könnte eine Verfärbung der Haare zu Stande gekommen sein. Ist eine Desinfektion von Badewasser mit einer Kupfer-Silbermischung toxikologisch unbedenklich?

Wie oft geht der Gesundheits-Check?
Facharzt für Innere Medizin,
Rendsburg:
Bei einer privatversicherten Patientin führte ich am 1.12.1998 und am 4.5.2000 eine Gesundheitsuntersuchung nach GOÄ Ziffer 29 durch. Die private Krankenversicherung beanstandete dies nicht. Die Beihilfestelle weigerte sich jedoch, die Ziffer 29 zu erstatten, da diese Untersuchung nur alle zwei Jahre beihilfefähig sei. Ich füge Kopien der Merkblätter der Beihilfestelle bei. Wenn ich den Text des § 10, auf den die Beihilfestelle sich bezieht, richtig lese, so ist die Gesundheitsuntersuchung jedes zweite Jahr beihilfefähig, es steht jedoch nichts davon, dass mindestens 24 Monate vergangen sein müssen.

Schüler impfen?
Facharzt für Allgemeinmedizin,
Wyhl:
Soweit mir bekannt, sollte die Keuchhusten-Impfung nach Erreichen des Schulalters nicht mehr nachgeholt werden. Ist es bei folgender Konstellation - zwei Asthma-Kinder im Alter von neun und sechseinhalb Jahren - trotzdem sinnvoll und medizinisch angebracht, noch zu impfen?

Zweites Kind möglich?
Die jetzt 27-jährige Patientin hatte bereits nach einer im September 1998 normal entbundenen Schwangerschaft Laktationsprobleme und frühzeitig abgestillt. Vier Wochen postpartal lag der Estradiol-Serumspiegel unter 10xa0pg/ml. Unter einer Hormonersatztherapie sowie konsekutiv unter einem oralen Kontrazeptivum hatte sie normale Menstruationsblutungen. Seit Mitte 1999 besteht ohne hormonelle Substitution eine sekundäre Amenorrhoe. Mehrmals wurden Serum-Estradiolspiegel unter 10xa0pg/ml gemessen. Die Frau möchte jetzt gerne ein zweites Kind.

Knallhart aufklären!
Frauenärztin,
Hannover:
Die deutsche Rechtsprechung verlangt, dass zur Hausgeburt entschlossene Schwangere rechtzeitig und unmissverständlich vor der Geburt vom betreuenden Arzt auf die Risiken hinzuweisen sind. Da ich in meiner Praxis häufig damit konfrontiert bin, möchte ich die Risikohinweise schriftlich darlegen und nach ausführlichem Gespräch zu meiner juristischen Absicherung von den Patientinnen unterschreiben lassen. Reicht eine kurze allgemeine Formulierung dabei aus?

Wiegeln Hochdruckmittel das Glied auf?
Ärztin für Allgemeinmedizin,
Chemnitz:
Während der Hochdrucktherapie mit einem Betablocker entwickelte ein 46-jähriger Patient wiederholt einen Priapismus. Der Blocker wurde abgesetzt, und der Mann erhielt stattdessen einen ACE-Hemmer. Es kam jedoch wieder zum Priapismus. Außerdem ist die Blutdruckeinstellung vor allem in Stresssituationen unbefriedigend, und der Patient klagt über einen morgendlichen Flush. Steht der Priapismus in Zusammenhang mit der Verabreichung von Antihypertensiva? Wie kann die Blutdruckeinstellung optimiert werden?

Was nützt eine vierfache Natriumexkretion?
Internist,
Frankenberg:
Unlängst ist in der Fachzeitschrift „Klinikarzt“ eine Originalarbeit von Prof. Kult mit Freisetzungskurven unterschiedlicher Diuretika erschienen. Daraus geht hervor, dass bei dem Diuretikum Xipamid die Natriumexkretion um das Vierfache gesteigert wird. Wo liegt der praktische Nutzen für meine Patienten?

Übernahme noch erlaubt?
Facharzt für Innere Medizin,
Düsseldorf:
Ich bin seit Ende letzten Jahres Facharzt für Innere Medizin und an einer Niederlassung im hausärztlichen Bereich interessiert. Nach meinem Kenntnisstand kann ich ab dem 1.1.2001 die Kassenarztpraxis eines Allgemeinarztes übernehmen. Inzwischen habe ich auch einen hausärztlichen Praktiker gefunden, der seine Praxis an mich zum 1.4.2001 übergeben will. Zu meinem Erstaunen teilte mir die Justitiarin der hiesigen KV nun aber mit, dass diese Regelung zwar theoretisch umsetzbar sein wird. Ob überhaupt, wie und wann könne aber nicht mitgeteilt werden. Meinem Wunsch nach verlässlicher Auskunft könne nicht entsprochen werden.

Unbedingt senken?
Fachärztin für Allgemeinmedizin,
Aue:
Mein 63-jähriger Patient nimmt seit einer Mitralklappenoperation Falithrom®, das lebenslang gegeben werden soll. Trotz Diät und Behandlung mit 40xa0mg Pravasin® täglich sind die Blutfettwerte nicht befriedigend: Cholesterin 248xa0mg/dl, Triglyzeride 210xa0mg/dl, LDL 199xa0mg/dl, HDL 38xa0mg/dl. Welche Therapie ist bei Gabe von Falithrom® noch möglich?

KV streicht meine Leistung!
Frauenarzt, Psychotherapeut,
Moers:
Von meiner KV wurde mir die EBM-Ziffer 101 (Zusatz-Sono im Rahmen der Mutterschaftsvorsorge) mit der Begründung gestrichen, bei einer Vertretung sei diese nicht ansetzbar. Bei beiden Fällen handelte es sich um einen drohenden Abort mit länger anhaltender Blutung. Wie ist die Rechtslage?

Nur mit handfestem Grund
Facharzt für Allgemeinmedizin,
Treis-Karden:
Einer meiner Patienten möchte vom Tragen des Motorradhelms befreit werden. Als Begründung gibt er an, dass ihm der Helm unerträgliche Kopfschmerzen bereite, was ich ihm bescheinigen soll. Seine Beschwerden halte ich für eine Schutzbehauptung, um einfach bei schönem Wetter ohne Kopfschutz herumzufahren. Eine Anfrage bei der Führerschein- und Verkehrsbehörde meines Kreises ergab, dass hin und wieder solche Atteste ausgestellt, jedoch niemals weiter überprüft werden und in der Regel auf Dauer gelten. Wie ist hier die rechtliche Situation?

Zulassung zu Recht erweigert?
Ich bin praktischer Arzt. Die Urkunde darüber ist im Jahr 1998 ausgestellt worden. Die Ärztekammer bescheinigte, dass die Voraussetzungen zur Anerkennung als praktischer Arzt zum 31. 12. 1995 erfüllt waren. Dennoch ist die KV nicht bereit, mich ins Arztregister einzutragen. Dafür müsse die Urkunde auf spätestens 31. 12. 1995 datiert sein. Ich meine, wer bis Dezember 1995 noch arbeitete, konnte nicht rechtzeitig einen Antrag stellen.

Welche therapeutischen Möglichkeiten gibt es?
Bei der jetzt 31-jährigen III-Gravida und I-Para war anlässlich der Mutterschafts-Erstuntersuchung zwar auch ein KV-Abstrich samt Mammapalpation erfolgt, trotz palpabel unklarer, multipel grobzystischer Brust beiderseits, jedoch wegen der Frühschwangerschaft keine weitere radiologische oder sonographische Diagnostik gemacht worden. Die Patientin kommt nun in der 26. SSW außerterminlich in die Sprechstunde, weil sie seit zwei Tagen eine beträchtliche Volumenzunahme eines Knotens im äußeren oberen Quadranten der rechten Brust tastet; außerdem schmerze die Anschwellung.

Muss ich für dieses Datenchaos blechen?
Internist, Arzt für Allgemeinmedizin,
Waldmohr:
Auf Grund eines Wechsels bei meinem EDV-System habe ich für 499xa0DM eine Diskette für den BDT-Transfer beim „alten“ EDV-Anbieter gekauft. Der Datentransfer schlug fehl, fortan fehlten alle in der Praxis eingegebenen Befunde, wie BSG, Sonographie-Berichte, Briefe und Medikamenten-Pläne. Auf mein Drängen hin führte der Anbieter zunächst probeweise, dann endgültig einen weiteren BDT-Transfer durch. Resultat: Diagnosen, Leistungsziffern, Medikamente und Fremdlaborwerte wurden korrekt transferiert, weitere Befunde und Werte erschienen jedoch nur als Kopfzeile, als Erinnerung daran, was uns seitdem fehlt. Kostenpunkt: Noch einmal 1300xa0DM. Muss ich denn für den gelieferten Schrott tatsächlich auch noch blechen?