Beiträge zum Thema Allgemeinmedizin – Alle Beiträge

Zulassung zu Recht erweigert?
Ich bin praktischer Arzt. Die Urkunde darüber ist im Jahr 1998 ausgestellt worden. Die Ärztekammer bescheinigte, dass die Voraussetzungen zur Anerkennung als praktischer Arzt zum 31. 12. 1995 erfüllt waren. Dennoch ist die KV nicht bereit, mich ins Arztregister einzutragen. Dafür müsse die Urkunde auf spätestens 31. 12. 1995 datiert sein. Ich meine, wer bis Dezember 1995 noch arbeitete, konnte nicht rechtzeitig einen Antrag stellen.

Welche therapeutischen Möglichkeiten gibt es?
Bei der jetzt 31-jährigen III-Gravida und I-Para war anlässlich der Mutterschafts-Erstuntersuchung zwar auch ein KV-Abstrich samt Mammapalpation erfolgt, trotz palpabel unklarer, multipel grobzystischer Brust beiderseits, jedoch wegen der Frühschwangerschaft keine weitere radiologische oder sonographische Diagnostik gemacht worden. Die Patientin kommt nun in der 26. SSW außerterminlich in die Sprechstunde, weil sie seit zwei Tagen eine beträchtliche Volumenzunahme eines Knotens im äußeren oberen Quadranten der rechten Brust tastet; außerdem schmerze die Anschwellung.

Muss ich für dieses Datenchaos blechen?
Internist, Arzt für Allgemeinmedizin,
Waldmohr:
Auf Grund eines Wechsels bei meinem EDV-System habe ich für 499xa0DM eine Diskette für den BDT-Transfer beim „alten“ EDV-Anbieter gekauft. Der Datentransfer schlug fehl, fortan fehlten alle in der Praxis eingegebenen Befunde, wie BSG, Sonographie-Berichte, Briefe und Medikamenten-Pläne. Auf mein Drängen hin führte der Anbieter zunächst probeweise, dann endgültig einen weiteren BDT-Transfer durch. Resultat: Diagnosen, Leistungsziffern, Medikamente und Fremdlaborwerte wurden korrekt transferiert, weitere Befunde und Werte erschienen jedoch nur als Kopfzeile, als Erinnerung daran, was uns seitdem fehlt. Kostenpunkt: Noch einmal 1300xa0DM. Muss ich denn für den gelieferten Schrott tatsächlich auch noch blechen?

Was stoppt den Durchfall?
Arzt für Allgemeinmedizin,
Bramsche:
Meine 71-jährige Patientin hat ein inoperables Pankreaskarzinom mit Lymphangiosis carcinomatosa. Unter der Hochdosis-Chemotherapie mit 5-Fluorouracil (4000xa0mg in 24xa0Stunden in wöchentlichem Abstand über sechs Wochen) bildete sich erfreulicherweise die Tumormasse zurück. Auch das Körpergewicht stieg wieder an. Nur die wässrigen Durchfälle sind bis heute bestehen geblieben. Unter Pangrol® 25xa0000, Lopedium® Kapseln, Tinctura opii Tropfen und Mucofalk® schwankt die Stuhlfrequenz zwischen drei bis 30 am Tag. Wie kann ich der Patientin helfen? Die Durchfälle sind am ehesten durch die Chemotherapie bedingt. Ich empfehle einen Therapieversuch mit Sandostatin® 50 bis 100µg subkutan alle acht Stunden. Sollte die Patientin auf diese Therapie ansprechen, kann Octreotid auch in Depotform (Sandostatin® LAR®-Monatsdepot 20xa0mg i.m.) verabreicht werden.

Können Richter sich alles erlauben?
Arzt für Allgemeinmedizin,
München:
Wegen einer Honorarkürzung führte ich einen Prozess vor dem Sozialgericht. Der Richter verhielt sich aus meiner Sicht nicht angemessen: Er schien sich mit der Materie wenig auszukennen, hatte z.B. Probleme mit dem Verständnis von Budgets und Praxisbesonderheiten. Drei Listen meiner Praxisbesonderheiten hatte er nicht zur Kenntnis genommen (waren erst verschwunden und fanden sich dann ungenutzt in den Akten). Der Richter legte mir in ziemlich schnippischem Ton nahe, meine Klage zurückzuziehen, da ich sowieso „null Chancen“ hätte, auch nicht in der nächsten Instanz. Außerdem könne ich dann Kosten sparen und er müsse kein Urteil schreiben. Kann man den Richter belangen, z.B. wegen Fahrlässigkeit?

Braucht sie auf Dauer Steroide?
Facharzt
für Allgemeinmedizin,
Rheinstetten:
Bei meiner 37-jährigen Patientin wurde 1999 eine Kimura-Lymphadenopathie diagnostiziert. Seither wird die Patientin mit Kortison behandelt. Die Kortisondosis konnte bisher jedoch nicht unter 20xa0mg reduziert werden, ohne dass die Lymphknoten sofort wieder anschwollen. Inzwischen sind auch die axillären Lymphknoten deutlich tastbar. Zudem bestehen multiple Allergien. Eine Tochter der Patientin ist im Alter von drei Jahren an einem Kawasaki-Syndrom erkrankt.
In den Lymphknoten meiner Patientin wurde eine Überexpression des EBV-AG gefunden. Spielt EBV hier eine pathogenetische Rolle? Gibt es therapeutische Alternativen zu Kortison? Eine Steroid-Dauertherapie erscheint mir für die junge Frau nicht praktikabel?
Anmerkung der Redaktion: Unserem Konsiliarius lagen Befunde der Patientin zur Einsicht vor.

Den Fiskus beteiligen?
Im Dezember 1998 habe ich meine Praxis an einen Kollegen abgegeben. Ich erhielt dafür den ideellen Wert von 40xa0000 DM. Meine Praxisräume und das Inventar wurden nicht übernommen. Der Kollege hat größere Räume angemietet. Damals hieß es, dass diese 40xa0000 DM nicht als Praxisgewinn behandelt würden. Nun fordert das Finanzamt 8000 DM, da der Betrag als steuerpflichtige Einnahme gebucht würde. Daher bitte ich Sie um Ihre Stellungnahme.

Schon Betriebe betreuen?
aus L:
In Zeiten finanzieller Engpässe habe ich mich für eine Zusatzqualifikation „Betriebsmedizin-Arbeitsmedizin“ entschieden. In unserer Region werden dringend Arbeitsmediziner benötigt. Ich habe einen Teil der Kurse bereits geleistet und könnte mit er „vorläufigen Fachkunde“ in einem Betrieb arbeiten, der aber laut Ärztekammer nicht die vorgeschriebene Mindesteinsatzzeit ermöglicht. Was kann ich unternehmen?

Wird sie dafür krank geschrieben?
„Eine meiner Arzthelferin hat Kinderwunsch. Wie sich herausgestellt hat, kommt wegen einer Erkrankung des Ehemannes nur ein “Retortenbaby„ in Frage. Ab Implantationsdatum - zwei Versuche waren bisher fehlgeschlagen - war die Helferin jeweils für etwa drei Wochen krank geschrieben. Nach dem dritten, nun offenbar erfolgreichen Versuch, ist die Helferin erneut krank geschrieben worden und wird, so vermute ich, sehr wahrscheinlich für einen längeren Zeitpunkt krank geschrieben bleiben. Hat die Helferin Anspruch auf Entgeltfortzahlung? Sollte ich zur Entgeltfortzahlung verpflichtet sein, kann ich dann diesen Betrag von der Krankenkasse auf Antrag zurückerstattet bekommen?“

Welcher Marker zeigt die Sucht?
Facharzt f. Allgemeinmedizin
Giengen-Burgberg:
Einer 40-jährigen Patientin wurde bei einer betriebsärztlichen Eingangsuntersuchung als Screening das Carbohydrate-Deficient Transferrin (CDT) bestimmt, welches mit 9,4xa0%25 erhöht war. Wegen das Verdachts auf Alkoholabusus erhielt die Patientin deshalb nur einen befristeten Arbeitsvertrag und musste sich weiteren CDT-Kontrollen unterziehen, obwohl alle sonstigen Laboruntersuchungen unauffällig waren. Die Patientin verneint mir gegenüber einen Alkoholmissbrauch und ich kann auch keine Hinweise auf eine Suchtkrankheit finden. Das CDT bleibt jedoch erhöht, zuletzt bei 14xa0%25.
Welche anderen Ursachen außer chronischem Alkoholismus können erhöhte CDT-Werte hervorrufen? Ist ein CDT-Sreening ohne individuelle Hinweise auf einen Alkoholabusus rechtlich haltbar?

Genauso gut wie Einzelimpfung?
Arzt für Allgemeinmedizin,
Bornheim:
Wann wird bei der kombinierten Hepatitis A- und B-Impfung die 100%25ige Serokonversion erreicht? Wann sollten die Titer kontrolliert werden? Wie lange hält der Schutz an? Ist bei der Kombinationsimpfung die sog. Schnellimmunisierung zu empfehlen?

Darf er ihn ausweiten?
Arzt für Allgemeinmedizin
Lehrte:
Bei einem Privatpatienten mit Diagnose Otosklerose sollte eine Mittelohr-Szintigraphie durchgeführt werden. Unter anderem rechnete der beauftragte Privatarzt aber eine Gehirnszintigraphie (GOÄ-Nr. 5410) ab, für die überhaupt kein Auftrag erteilt wurde. Die Krankenkasse lehnte die Zahlung dieser Ziffer ab.

Schmerzen wegtrainieren?
Bad Sachsa:
Einer 26-jährigen schlanken Patientin, die über Fußschmerzen klagte, wurden Einlagen verschrieben. Diagnose: Spreiz-Senkfuß. Ist in diesem Alter die Besserung des Fußgewölbes durch spezielle Gymnastik möglich? Wenn ja, durch welche Übungen?

Dem Patienten auf die Rechnung setzen?
Arzt für Chirurgie
Voherstrauß:
Bei ambulanten Operationen von privat versicherten Patienten berechnen wir die Gestehungskosten für Mundschutz und Haube sowie sterile Handschuhe. Bisher haben die Privatversicherungen diese Kosten auch getragen; jetzt teilte die Axa Colonia einem unserer Patienten mit, dass die liquidierten Sachkosten „Mundschutz/Haube/sterile Handschuhe“ in keinem Fall erstattungsfähig sind. Wir bitten um Mitteilung, ob die Liquidation dieser Sachkosten berechtigt ist oder nicht.

Patientendaten offenlegen?
Facharzt für Innere Medizin
Fürstenwalde:
Gestützt auf die Richtlinien zur Qualitätssicherung hatte ich das Untersuchungsprotokoll des Schlafapnoe-Screenings einzureichen. Außerdem verlangt der Sachverständigenausschuss Angaben zur Anamnese, Befundung und therapeutischen Konsequenzen. Eine wirksame Kontrolle verlangt die Preisgabe der Patientenidentität. Ich halte dies für einen Verstoß gegen die Schweigepflicht.

Muss ich solche Abzocker noch unterstützen?
Arzt für innere Medizin
Bad Hersfeld:
Die Urlaubszeit beginnt und nicht selten bitten krankgeschriebene Patienten um eine Bescheinigung für die Krankenkasse, dass einer Urlaubsreise aus medizinischer Sicht nichts im Wege stehe. Dabei wurde die Arbeitsunfähigkeit durchweg von anderen Ärzten bescheinigt und nicht von mir. Es verstößt gegen mein Rechtsempfinden, wenn unter Bezug der Sozialleistung „Krankengeld“ Urlaub nicht nur im Inland, sondern gar in Ägypten oder Thailand gemacht werden soll. Muss der Patient nicht alles für seine Genesung tun bzw. sich arbeitsfähig melden und Urlaub nehmen? Kann ich solche Bescheinigungen verweigern?

Was vertreibt die Bitterkeit?
Facharzt für Allgemeinmedizin
Sonthofen:
Meine 58-jährige Patientin leidet seit zwei Jahren unter einem bitteren Mundgeschmack von schwankender Intensität. Untersuchungen des Speichels und der Mundhöhle waren unauffällig und auch eine Mitverursachung durch Zähne oder Kiefer wurden ausgeschlossen. Die bisherigen Behandlungen mit Ludiomilxae 50 und Zinktabletten, Letztere wegen zu hohem Kupfergehalt im Blut, waren ohne Erfolg. Ansonsten nimmt die Patientin auf Grund einer Mastopathie eine halbe Tablette Liviellaxae täglich. Welche Therapie könnte zum Erfolg führen?

Kann er später meine Praxis kaufen?
Wir führen eine Gemeinschaftspraxis (Allgemeinarzt und praktische Ärztin). Wir haben zwei Kinder und denken an die Aufnahme eines neuen Partners in unsere Praxis, da unsere Freizeit zur Zeit sehr spärlich ist und wir etwas mehr Zeit für unsere Familie haben wollen. Nachdem in unserem Gebiet Zulassungssperre herrscht, wollen wir den neuen Partner im Rahmen des Jobsharings in unsere Praxis integrieren. Ist es möglich, dass ein hausärztlich tätiger Internist unsere Praxis nach zehn Jahren Mitarbeit in der Praxis übernimmt oder kann dies nur ein Allgemeinarzt?

Was bändigt den Kopfschweiß?
Arzt für Allgemeinmedizin,
Ingolstadt:
Mein 54-jähriger Patient ist gesund und voll leistungsfähig. Er leidet seit sechs Jahren an anfallsweise auftretenden Schweißausbrüchen im Kopfbereich. Er muss dann zum Beispiel Besprechungen unterbrechen, um sich zu trocknen. Ein Zusammenhang mit körperlicher Anstrengung besteht nicht. Es wurde die Diagnose einer idiopathischen Hyperhidrosis gestellt. Wie könnte ihm geholfen werden?