Beiträge zum Thema Allgemeinmedizin – Alle Beiträge

Gut dokumentieren schützt vor Ärger
Eine Arzthelferin will sich nicht im Rahmen der Vorschriften für den Arbeitsschutz und der entsprechenden Unfallverhütungsvorschriften der BG untersuchen zu lassen. Entsteht mir dadurch ein Haftungsrisiko, muss ich arbeitsrechtlich gegen die Helferin vorgehen? Wie sieht es aus, wenn sich eine noch minderjährige Auszubildende weigert, die Jugendarbeitsschutzuntersuchung durchführen zu lassen?

Drückt Liquor aufs Pankreas?
Arzt für Allgemeinmedizin,
Weingarten:
Bei einem meiner Patient wurde vor einem Jahr ein insulinpflichtiger Diabetes mellitus diagnostiziert. Zudem wurde ein Tumor im Bereich des Dritten Ventrikels festgestellt, der das Foramen Monroi blockierte und so zum Hydrocephalus internus führte. Nach Entfernung stellte sich der Tumor histologisch als Kolloidzyste heraus. Aber nicht nur die neurologischen Störungen bildeten sich nach der Operation vollständig zurück, auch die Diabetes-Therapie konnte von Insulin zunächst auf Glibenclamid umgestellt werden. Zwischenzeitlich benötigt der Patient keinerlei blutzuckersenkende Medikation mehr. Gibt es einen Zusammenhang zwischen einem Hydrocephalus internus und dem Auftreten eines insulinpflichtigen Diabetes mellitus? Wie ist zu erklären, dass sich ein insulinpflichtiger Diabetes mellitus zurückbildet?

Rechnung um 1000 DM gekürzt
Facharzt für Lungen- und Bronchialheilkunde,
Allergologie,
Offenburg:
Die Universa Krankenversicherung hat meine GOÄ-Rechnung bei einem Allergie-Patienten um insgesamt 1057,81 DM gekürzt. Als Begründung werden einerseits angebliche GOÄ-Regelungen angeführt, nach denen bestimmte Leistungspositionen nebeneinander ausgeschlossen sind. Andererseits begründet die Versicherung die Kürzungen auch medizinisch-klinisch unter Hinweis auf die Beurteilung eines Beratungsarztes! Sind die angeführten Kürzungen berechtigt?

Ist das Freiheitsberaubung?
Allgemeinarzt,
Weiden-Neunkirche:
Einem Alzheimer-Patienten mit Unruhezuständen und Tendenz zum Verlassen des Heimes habe ich einmalig 1,5xa0mg Fluspirilen verabreicht und gleichzeitig eine orale Behandlung mit Melperon begonnen. Die Pflegedienstleitung sah in dieser Therapie eine „Freiheitsberaubung“ und hat den Vorfall dem Vormundschaftsgericht gemeldet. Hat sie damit Recht, oder verstößt das Vorgehen der Pflegedienstleitung gegen meine Therapiefreiheit?

Freie Mitarbeit in Arztpraxis möglich?
Ich versuche seit einiger Zeit, einem deutsch-russischen Physiotherapeuten zu helfen, in Deutschland eine Zulassung wenigstens als Masseur zu erreichen. Dabei stoße ich auf eine Mauer von Borniertheit. Nun erfuhr ich, dass ein Therapeut unter ärztlicher Aufsicht auch ohne Zulassung arbeiten könne. Welche juristischen Fallstricke erwarten mich, wenn ich ihn in meiner Praxis als freien Mitarbeiter therapieren lasse?

Beteiligt sich der Fiskus?
Facharzt f. Allgemeinmedizin,
Bad Honnef:
Wir besitzen - rein zur privaten Nutzung - ein Wohnmobil. Kann ich z.B. bei Fortbildungsveranstaltungen an Wochenenden, zu denen ich mit dem Wohnmobil fahre und auch darin übernachte, pauschale Kosten für das Finanzamt geltend machen (z.B. Kilometer-, Verpflegungs-, Übernachtungspauschalen)? Welche Nachweise muss ich erbringen (z.B. Fahrtenbuch)?

Was verschleimt die Kollegin?
Allgemeinärztin aus B.:
Seit mehr als zwei Jahren leide ich an einer hyperfunktionellen Dysphonie. Die Hauptsymptomatik - und für mich überaus lästig - ist die ununterbrochene Sekretion von Schleim unterschiedlicher Viskosität. Ständig muss ich mich räuspern, selten habe ich das Gefühl, als sei die Stimmritze schleimfrei. Häufig ist der gesamte Larynx gereizt, rau und fast schmerzhaft. Beim Räuspern transportiere ich immer zähen Schleim nach oben. Auch im hinteren Nasenraum ist die Schleimproduktion vermehrt gegenüber früher, trotzdem habe ich einen trockenen Rachen. Eine logopädische Behandlung blieb ohne Erfolg. Gibt es eine effektive Therapie?

Mit Panthenol billiger?
Facharzt für Innere Medizin,
Neunkirchen:
Im Kontext zu Ihrem Beitrag „Hautkrebs-Screening - Creme gibt Alarm“, MT 6/00, S. 15, möchte ich eine eigene Beobachtung nicht unerwähnt lassen: Wurde ein histologisch gesichertes superfizielles Basaliom mit einer Panthenolsalbe behandelt, so zeigte sich statt des erwarteten „Heileffektes“ eine akut-subakute Entzündungsreaktion. Wurden ähnliche Beobachtungen vielleicht auch bei anderen Hauttumoren gemacht, und könnte man Panthenolzubereitungen vielleicht als (preiswerte) Diagnostika einsetzen?

Schadensersatz für Unkollegialität?
Clauspeter Pfundmair und Andreas Ullmann,
praktische Ärzte,
Aichach:
Wir waren auf der Suche nach einem Weiterbildungsassistenten. Eine Ärztin zeigte großes Interesse. Es folgten etliche Telefonate zum „Aushandeln“ spezieller Details, da die Ärztin individuelle Wünsche hatte (Gehalt, Vergünstigungen, Versicherungen, Fahrgeld etc.). Sie drängte intensiv auf einen sofortigen schriftlichen Vertrag. Dieser wurde beiderseits unterschrieben.
Der Antrag bei der KV wurde von uns gestellt, die Gebühr von 150,00 DM von uns bezahlt. Drei Wochen vor Arbeitsbeginn kam ein Schreiben, dass sie eine besser dotierte Stelle gefunden hätte . Da wir mit bisher keinem Assistenten derart intensive Vertragsverhandlungen hatten, waren wir verärgert und stellten ihr unseren Schaden von 150,00 DM Gebühr und eine Unkostenpauschale von 50,00 DM (Steuerberatungs- und Telefonkosten) in Rechnung. Sie will nicht zahlen. Haben wir einen Anspruch?

Wie Fälle für HVM teilen?
Unsere Gemeinschaftspraxis wurde in eine Praxisgemeinschaft umgewandelt. Der HVM unserer KV sieht Fallzahlbegrenzungen vor, was die Steigerung betrifft. M.E. müssten dabei für die Einstufung der nun bestehenden Einzelpraxen die tatsächlich geleisteten Fallzahlen des jeweiligen einzelnen früheren Partners herangezogen werden. Eine Teilung durch die Anzahl der Praxispartner, wie es die KV macht, ist doch ungerecht, wenn z.B. ein Partner 65 %25 der Patienten behandelte und der andere entsprechend 35 %25.

Hilfe, Mietwucher!
Facharzt f. Allgemeinmedizin,
Kitzscher:
Anbei sende ich Ihnen unseren Praxismietvertrag. Die Mietkosten in Höhe von 3538 DM liegen über der ortsüblichen Gewerberaummiete von 11 bis 12 DM pro qm; wir zahlen 18 DM pro qm. Welche Möglichkeiten habe ich als Mieter, den Mietszins an ortsübliche Werte anzupassen? Ist meine Haftung für Mietzinsausfall rechtens?

Für immer Allergie gefischt?
Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe,
Kempten:
Meine Erfahrung ist, dass bereits nach einer einmaligen Lebensmittelvergiftung durch verdorbene Miesmuscheln eine dauerhafte Unverträglichkeit entsteht, auch wenn die folgenden Miesmuscheln einwandfrei sind. Im Kollegenkreis haben wir darüber kontrovers diskutiert. Sollte meine Erfahrung zutreffen, so interessiert mich, welche pathophysiologischen Vorgänge dem zu Grunde liegen.

Eine heillose Quälerei?
In unserer Kleinstadt werden seit kurzem durch einen privatärztlich niedergelassenen Kollegen sogenannte Mayr-Kuren/Mayr-Diäten angeboten. Was ist ernährungsphysiologisch von diesen Diäten zu halten? Gibt es Gefahren, Risiken? Ich möchte meinen Patienten gerne kompetent auf entsprechende Fragen Auskunft geben.

Extra-Sprechstunde für Private erlaubt?
Augenarzt
aus T.:
Viele Patienten sind bereit, guten Service zu honorieren. Viele Arztpraxen wären bereit, guten Service anzubieten, wenn dieser angemessen honoriert würde. Eine angemessene Honorierung existiert jedoch bekanntermaßen im System der GKV nicht (mehr) ... Verstößt es gegen Gesetze oder Vorschriften, wenn man als Kassenarzt von 17.00 bis 19.00 Uhr eine Abendsprechstunde für Selbstzahler und Privatpatienten (sog. „Business-Sprechstunde“) einrichtet und diese auch so veröffentlicht? Notfall-Kassenpatienten würden in dieser Zeit selbstverständlich über Chipkarte abgerechnet versorgt.

Müssen wir sie übernehmen?
W. Link und H. Raith,
Fachärzte f. Kinderheilkunde,
Hildesheim:
Unsere Auszubildende wird im Sommer des Jahres ihre Abschlussprüfung ablegen. Wir haben ihr mündlich mitgeteilt, dass eine Weiterbeschäftigung danach nicht möglich ist. Einige Wochen später teilte sie uns mit, dass sie jetzt schwanger ist. Wie ist die Rechtslage? Sind wir nun doch verpflichtet, sie nach dem Ausbildungsende zu übernehmen?

Trotzdem Zuzahlung abführen?
Arzt für Orthopädie und Chirurgie,
Köln:
Die Zuzahlungsbeträge für in der Arztpraxis erbrachte physikalisch-medizinische Leistungen sind zum Teil so gering und der Verwaltungsaufwand bei der Eintreibung ist so hoch, dass eben auf eine Einbehaltung vom Patienten verzichtet wird. Bei Überschreitung des Praxisbudgets werden die Leistungen nicht vergütet, gleichwohl aber die Zuzahlung automatisch von der KV abgezogen. Das bedeutet, dass auf eine erbrachte Leistung auch noch draufgezahlt wird. Sind die KVen tatsächlich gesetzlich verpflichtet, Zuzahlungsbeträge an die Kassen abzuführen? Ist es unter Budgetbedingungen rechtens, Zuzahlungen von Leistungen einzubehalten, die de facto gar nicht vergütet werden?

Darf die Helferin fremdgehen?
Facharzt für Urologie,
Hamburg:
Meine urologische Praxis befindet sich in einem Ärztehaus, in dem auch ein Pulmonologe mit Röntgen-Einrichtung niedergelassen ist. Zur Kosteneinsparung möchten wir die Thoraxaufnahmen in meiner Praxis anfertigen. Die technischen Voraussetzungen sind dafür gegeben. Lässt sich dieses Vorhaben problemlos umsetzen, wenn die Röntgen-Helferinnen des Internisten in meiner Praxis die Thoraxaufnahmen anfertigen? Muss zu diesem Zwecke eine Apparategemeinschaft gegründet werden, oder kann ich dem Kollegen meine Unkosten pro Aufnahme in Rechnung stellen? Gibt es für eine derartige Zusammenarbeit Musterverträge?

Wo wütet der Sjögren noch?
Arzt für Allgemeinmedizin,
Herborn-Schönbach:
Meine 60-jährige Patientin leidet unter einem Sjögren-Syndrom mit extremer Trockenheit der Mund- und Augenschleimhäute und Pankreatitisschüben. Bei einer Durchuntersuchung fand sich kein Hinweis auf ein Malignom. Die Anti-SS-A-Antikörper sind positiv. Was weiß man heute über die Erkrankung?