Beiträge zum Thema Allgemeinmedizin – Alle Beiträge

Regress-Schutz vom Apotheker?
Bad Berleburg:
Wir sind eine Gruppe von rund 20 Allgemein- und Fachärzten. Wir haben die Idee, dass die örtlichen Apotheker für die Ärzte eine Regressschutzversicherung abschließen sollten. Das Gleiche sollte für die Physiotherapeuten gelten. Im Falle einer Überschreitung und Kürzung (Richtgröße) verzeichnet der Apotheker oder Physiotherapeut einen erheblichen wirtschaftlichen Nutzen, während der Arzt, der sich neuen Innovationen etc. öffnet, einen erheblichen wirtschaftlichen Schaden zu verkraften hat. Durch den Abschluss einer Regressschutzversicherung würde das ein wenig gerechter. Ist dies zulässig? Was genau deckt die Regressschutzversicherung ab?

Dem Fiskus mit GmbH ein Schnippchen schlagen?
Meine Arztpraxis befindet sich in meinem eigenen Haus. Wie kann ich es wirtschaftlich und steuerlich so gestalten, dass diese nicht in das Betriebsvermögen wechselt und ich nach einer Praxisaufgabe die Räumlichkeiten nicht als „Privatentnahme“ zu versteuern habe? Da ich geschieden bin, gibt es keinen Ehepartner, von dem ich die Praxis mieten könnte. Sollte ich eine GmbH gründen? Oder gibt es andere Gestaltungsmöglichkeiten? Muss man in dem beschriebenen Fall das von versteuertem Geld erworbene Grundstück und Haus noch einmal komplett versteuern, oder muss nur ein Wertsteigerungsgewinn versteuert werden?

Ich klage auf Gleichbehandlung!
FÄ für Allgemeinmedizin, Psychotherapie,
Bad Schwalbach:
Das BSG-Urteil zur Psychotherapie-Vergütung betrifft nur die ausschließlich psychotherapeutisch tätigen Psychologen und Ärzte. 90xa0%25 des angeforderten Punkt-Honorarvolumens muss dafür aus den Ziffern 871 bis 884 (genehmigte Therapien) bestehen. Als Allgemeinärztin mit Schwerpunkt Psychotherapie verbringe ich zwar ebenfalls über 90xa0%25 meiner Arbeitszeit mit Psychotherapie, die aber nicht zu mehr als 90xa0%25 nach den oben genannten Ziffern abgerechnet wird, z.B. müssen ja auch Anträge bearbeitet und Anamnesen durchgeführt werden. Im Jahr 2000 werde ich nur 25 bis 50xa0%25 des Honorars für die gleiche Arbeit bekommen wie ein Therapeut, der genehmigte Sitzungen durchführt. Erste Frage: Hat eine Klage auf Gleichbehandlung Sinn? Zweitens: Wenn ich in meiner 60-Scheine-Praxis für 15 Patienten Untersuchungen im Zusammenhang mit dem Erstantrag für eine Psychotherapie nach EBM-Nr. 60 durchführe, liege ich mit Sicherheit über dem Durchschnitt der Fachgruppe. Was kann mich vor einem Regress schützen?

Kann Vitaminsaft schaden?
Arzt für Allgemeinmedizin,
Iserlohn:
Meine 14-jährige Tochter trinkt seit frühester Kindheit täglich xbd bis xbe Liter ungesüßten Multivitaminsaft und hat daher immer eine „gesunde“ Gesichtsfarbe und gelbliche Handinnenflächen. Kann diese Überdosierung von Vitaminen schaden?

Ist mein Honorar verloren?
Arzt für Allgemeinmedizin,
Berlin:
Einem Patienten ist 1 xbd Jahre nach Vertragsabschluss nach schwerer Erkrankung gekündigt worden. Seine Arztrechnungen blieben zum großen Teil unerstattet, und seine Versicherungsbeiträge wurden sogar einbehalten. Der sehr adipöse Patient war dem Außendienst-Mitarbeiter bei Vertragsabschluss von Angesicht bekannt. Bei Vertragsabschluss wurde kein ärztlicher Befundbericht angefordert. Der geistig eingeschränkte Patient ist leider nicht ausreichend in der Lage, seine Interessen selbst zu vertreten. Dadurch komme auch ich nicht zu meinen Ansprüchen der Liquidation.

Wie entkomme ich dem Regress?
praktische Ärztin,
Münster:
Von unserer KV bekamen wir eine Regressforderung mit der Angabe, Zeel- und Traumeel-Ampullen (homöopathische Arzneimittel zur Behandlung von Erkrankungen des Bewegungsapparates wie Entzündungen, Arthrosen etc.) seien nicht als Sprechstundenbedarf abzurechnen. Es handelt sich aber hier um Akutmedikamente. Sollen wir den bewegungseingeschränkten Patienten jedes Mal mit einer erheblich teureren Einzelverordnung zur Apotheke schicken? Müssen wir nun die Medikamente, obwohl kassenüblich, im Regress bezahlen?

Was beruhigt Finger?
praktischer Arzt,
Bremen:
Meine 70-jährige Patientin leidet unter einem essentiellen Tremor der Hände. Sämtliche Therapieversuche brachten bisher keinen Erfolg. Auch Neurologen konnten der Patientin nicht helfen. Lediglich die Einnahme von Oxazepam und Diazepam bringt für kurze Zeit einen positiven Effekt.

Wegen 67 DM vor den Kadi ziehen?
Bocholt:
Vor einigen Monaten besuchte mich ein Privatpatient mit einer Otitis media während des Wochenenddienstes in meiner Praxis. Ich verordnete ihm Orelox® 200 und Nasentropfen. Nach einigen Tagen erhielt ich einen Brief, in dem er - ein Rechtsanwalt - mir einen Behandlungsfehler vorwarf, und er würde die Rechnung über 67xa0DM nicht bezahlen. Ich könne ja gegen ihn klagen, wenn ich wolle. Lohnt es, wegen des geringen Betrages zu klagen? Darf ich diesen Patienten als säumigen Zahler der Schufa nennen?

Klinik drückt sich vorm Bezahlen!
Fachärztin f. HNO-Heilkunde,
Grevesmühlen:
Eine Patientin wurde wegen eines internistischen Problems in das Krankenhaus eingeliefert, Schwindel bestand ebenfalls. Weil die Patientin sagte, dass sie bei mir einen Termin in der zweiten Woche ihres Krankenhausaufenthaltes hätte, sagte ihr der im Krankenhaus tätige Arzt, ich könnte dann gleich abklären, ob das Ohr ursächlich auch für den Schwindel in Frage kommt. Ich liquidierte daraufhin die Untersuchung der Patientin während ihres stationären Aufenthaltes nach GOÄ und reichte sie dem Krankenhaus zur Begleichung ein. Daraufhin rief der dortige Arzt an und teilte mir mit, dass sie ja sowieso einen Termin bei mir gehabt hätte. Ich hätte normal nach dem EBM über die KV liquidieren müssen. Wer hat nun Recht?

Wie komme ich da wieder raus?
Facharzt f. Allgemeinmedizin:
Zum 1.1.1999 habe ich meinen Einzelarztsitz aufgegeben und mich mit zwei Kollegen zu einer Gemeinschaftspraxis zusammengeschlossen. Mein Mietvertrag für die Einzelpraxis ist aber noch bis zum 31.12.2000 gültig. Einer vorzeitigen Entlassung aus dem Vertrag mag mein Vermieter nicht zustimmen. Die Besonderheit meiner Situation: Ich musste seinerzeit im Rahmen einer vertraglichen Neuregelung einen überhöhten Mietzins akzeptieren, da mir sonst gekündigt worden wäre. Die ortsübliche Miete für Praxisräume liegt zwischen 15 und 17xa0 DM pro Quadratmeter. Mein Mietzins liegt dagegen bei 23xa0DM pro Quadratmeter. Der Immobilienmakler hat keine Chance, bei dem derart überhöhten Mietzins einen Nachmieter für mich zu finden. Wir wären sogar bereit, anteilig die Miete bis zum 31.12.2000 mitzutragen, aber weil der Vermieter sich weigert, danach die Miete zu reduzieren, werden die Räumlichkeiten unvermietbar. Sehen Sie eine Möglichkeit für mich, eine Schadensbegrenzung zu erreichen?

Für Ärzte verboten?
Florstadt:
In der Anlage ein Schreiben der Ärztekammer Hessen. Sehen Sie das auch so, dass meine E-Mail-Anschrift Rvm@safariteam.de gegen die Berufsordnung verstößt? Die Anschrift, die ich auch für meine Praxis verwende, ist die meines Buchverlages, dessen einziger Mitarbeiter ich selbst bin. Es kann also nicht gegen die Schweigepflicht verstoßen werden. Die Kammer schreibt außerdem, ich verstoße gegen das Werbeverbot.

Darf ich meinen Patienten befreien?
Facharzt f. Allgemeinmedizin,
Barbing:
Ich betreue einen 55-jährigen Patienten mit einem Sigma-Anus praeter, der wegen mehrfacher Nachoperationen eine erhebliche Instabilität der Bauchwand aufweist und eine Leibbinde tragen muss. Nach seinen Angaben kann er einen Sicherheitsgurt nicht tolerieren. Kann man diesen Patienten von der Anlegepflicht des Sicherheitsgurtes befreien? Und wie schütze ich mich vor Haftungsansprüchen? Soll ich den Patienten auf mögliche Folgen ohne Gurt schriftlich hinweisen und dieses Schriftstück von ihm unterschreiben lassen?

Wie lange nach dem Tod?
Allgemeinärztin,
Röthenbach:
Sie berichteten verschiedentlich über Aufbewahrungsfristen von Patientenakten. Bitte teilen Sie mir mit, inwieweit Akten von verstorbenen Patienten aufbewahrt werden müssen. Gibt es einen Unterschied zwischen Berufstätigen und als Rentner verstorbenen Patienten sowie zwischen Privat- und Kassenpatienten?

Wie klappt´s neben der Praxis?
Berlin:
Ich bin niedergelassener Arzt, habe aber auch die Qualifikation zur betriebsärztlichen Tätigkeit. Ich möchte in einem Betrieb, den ich betreue, ein Zimmer mieten, um dort die betriebsärztlichen Untersuchungen durchzuführen. Kassenärztliche Leistungen werden dort nicht erbracht. Ist das genehmigungspflichtig? Durch wen?