Beiträge zum Thema Allgemeinmedizin – Alle Beiträge

Arzt muss MdK unterstützen
Facharzt für Kinderheilkunde,
Weyhe-Leeste:
Die DAK fordert mich auf, Unterlagen einer 18-jährigen behinderten Patientin für den medizinischen Dienst zur Verfügung zu stellen, um zu prüfen, ob bei der Geburt ein Behandlungsfehler vorgelegen hat. Bin ich verpflichtet, der Forderung nachzukommen? Eine Entbindungserklärung der Patientin liegt allerdings vor. Kann ich - falls eine Verpflichtung besteht - für den Arbeitsaufwand ein angemessenes Honorar in Rechnung stellen, ähnlich wie bei Anfragen der Privatkassen? Ist der medizinische Dienst überhaupt der richtige Ansprechpartner in Sachen Behandlungsfehler? Wenn ich mich recht erinnere, sind dies Ärztekammer oder die Gerichte.

Was bremst die Flecken?
Facharzt für Allgemeinmedizin,
Oberndorf:
Eine 59-jährige Patientin von mir leidet an Parapsoriasis en plaques. Die Therapie mit Triamcinolon lokal sowie 311-nm-Ganzkörperbestrahlungen konnten die Beschwerden nicht wesentlich lindern. Gibt es neuere Therapieansätze?

Darf das Heim mich festnageln?
Facharzt für Allgemeinmedizin,
Stuttgart-Vaihingen:
In einem Pflegeheim wurde mir gedroht, dass eine meiner Patientinnen nicht mehr mit Insulin versorgt werden würde, wenn ich nicht eine Liste mit Namen von Mitarbeitern unterzeichne, die diesen die s.c.-Injektion erlaubt. Die Mitarbeiter kannte ich jedoch nicht einmal. Ich halte den Tatbestand der Nötigung bei Androhung der Unterlassung einer lebensnotwendigen Maßnahme für erfüllt. Was sagen Ihre Experten?

Kündigen nicht nötig
Friedenfels:
In meiner Praxis ist eine Helferin mit befristetem Arbeitsvertrag bis zum 31.12.2000 beschäftigt. Zwischenzeitlich ist sie schwanger geworden. Im Januar 2001 beginnt der Mutterschutz. Wie sieht die rechtliche Situation aus? Hat die Helferin, die mit befristetem Arbeitsvertrag eingestellt wurde, die gleichen Rechte wie eine schwangere Arzthelferin mit unbefristetem Arbeitsvertrag?

Warum rast morgens der Blutdruck hoch?
Arzt für Innere Medizin,
Villingen-Schwenningen:
Was ist zu tun, wenn bei einem Hypertoniker trotz dreimal täglicher Medikamentengabe der Blutdruck physiologischerweise nachts deutlich abfällt und in den frühen Morgenstunden wieder ansteigt? Welchen Sinn hat überhaupt die abendliche Dosis?

Muss ich die Helferin weiter beschäftigen?
Meine Arzthelferin befand sich bis 31.12.2000 in Erziehungsurlaub. Am 01.10.2000 teilte sie mir eine erneute Schwangerschaft mit. Zu Jahresbeginn nahm sie ihre Tätigkeit wieder auf, um am 20.03. den Mutterschutz anzutreten. Welche Möglichkeiten habe ich, mich von ihr zu trennen, bzw. zu welchen Konditionen muss sie nach vier Jahren Pause beschäftigt werden?

Niemand will meinen Einsatz bezahlen
Arzt für Allgemeinmedizin,
Gotha:Ein Patient musste im Rettungswagen von Klinik A nach Klinik B verlegt werden. Als ambulant Dienst habender Arzt habe ich ihn begleitet. Die Klinik will mich nicht dafür bezahlen, die KV aber auch keine Abrechnung zulassen, wobei die Rechtsposition der KV (stationäre Verlegungsfahrten sind keine ambulanten Leistungen und somit nicht nach EBM abrechnungsfähig) mir logisch erscheint. Wer hat Recht?

KV wirft mir Knüppel zwischen die Beine
Ich möchte meine Praxis in einem gesperrten Gebiet aus privaten Gründen vor Erreichen der Altersgrenze verkaufen. In einer Zeitschrift las ich kürzlich, dass es den Passus „vorbehaltlich der rechtskräftigen Zulassung des Praxisnachfolgers“ bei Abgabe der Zulassungs-Verzichtserklärung gibt, um zu verhindern, dass ein vom Zulassungsausschuss gewählter, mir aber nicht genehmer Kollege die Praxis übernimmt. Der Praxisveräußerer nimmt dann seine Verzichtserklärung zurück und arbeitet in eigener Praxis weiter. Ich kann damit zwar nicht meinen Wunschnachfolger durchsetzen, zumindest aber verhindern, dass ein mir nicht genehmer Kandidat meine Praxis bekommt. Nun sagte mir meine KV, dass eine Verzichtserklärung, verknüpft mit einer Bedingung, von ihr zurückgewiesen werde, und legte mir das beigefügte Gerichtsurteil vor. Ich bitte nun um eine juristische Klärung der Sachlage.

ACE-Hemmer mit Sartan kombinieren?
Arzt für Innere Medizin,
Hamburg:
Ich betreue eine Hypertonikerin mit Asthma bronchiale, die von einem mitbehandelnden Kollegen zu ihrer bestehenden Therapie mit 12,5xa0mg Hydrochlorothiazid und 75xa0mg Captopril zusätzlich 16xa0mg Candesartan verordnet bekam. Ist die kombinierte Therapie mit Captopril und Candesartan sinnvoll?

Was stoppt die Uveitis?
Seit dem 20. Lebensjahr leide ich an M. Bechterew, der an den Gelenke kaum Beschwerden macht. Doch immer wieder treten Iridozyklitiden auf, die in ihrer Schwere zunehmen. In den letzten Jahren nehme ich täglich prophylaktisch ASS, Lisinopril, Vitamin C, Vitamin E, Selen und Magnesium ein. Der Augenarzt sprach schon von alternativen Methoden wie Eigenblutspende u.ä. Gibt es eine Methode, die Schübe zu verhindern?

Fiskus grabscht nach Verkaufserlös
Facharzt für Orthopädie,
Düsseldorf:
Ich habe im April ´98 meine orthopädische Praxis an einen Kollegen verkauft. Ich arbeite noch ein wenig als Privatarzt und weit überwiegend als Gutachter im eigenen Haus und in einem Radiologischen Institut, 3 bzw. 6 km von meiner ehemaligen Praxis entfernt. Ich habe nur ganz wenige Privatpatienten „mitgenommen“. Mein Nachfolger und ich verstehen uns gut und sind keine Konkurrenten, da sich mein Arbeitsprofil komplett verändert hat. Das Finanzamt will den ganzen Steuersatz vom Praxiserlös haben. Wie sind die Konditionen?

Mehr Östrogen geben?
Facharzt für Allgemeinmedizin,
Hagen:
Bei einer 56-jährigen Patientin erfolgte vor vier Jahren eine Hysterektomie mit Adnexektomie. Wegen klimakterischer Beschwerden wurde sie zunächst mit Estradiol transdermal substituiert, seit drei Monaten nimmt sie Tibolon. Trotz Hormonersatztherapie leidet die Patientin weiterhin unter Hitzewallungen. Welche Substitutionstherapie sollte man wählen?

Was rettet mich vor den Klebsiellen?
Arzt für Allgemeinmedizin,
aus B.:
Trotz Therapie nach Antibiogramm konnte ich dreimal in der Stuhlkultur Klebsiellen nachweisen. Die Endoskopie von Magen bis Rektum ergab außer einem gastroösophagealen Reflux keine Besonderheiten. 1991 wurde ich wegen eines Onkozytoms nephrektomiert, 1992 bestanden unklare Fieberschübe, die unter Antibiotika rasch abklangen. Heute geht es mir gut, der Stuhlgang ist normal, und sämtliche Laborparameter sind o.B. Frage: Was sollte ich gegen die Klebsiellen im Darm noch tun?

Wie werde ich den Quälgeist los?
Hausärztlicher Internist,
Neustadt:
Ein 58-jähriger Patient beansprucht mich mehrfach im Quartal jeweils über eine halbe Stunde bis 45 Minuten, wobei es eher marginal um seine Erkrankung geht. Er möchte einen Bescheid über den Grad seiner Erwerbsunfähigkeit nicht akzeptieren und erwartet meine Hilfe. Ich halte die Einstufung jedoch für nachvollziehbar und kann medizinisch nichts Neues hinzufügen. Sozialrechtlich beraten kann ich ihn nicht und darf ich wohl auch gar nicht. Inwieweit darf ich derartige Fragen von mir weisen?

Wie stoppen Sie die Fluten?
Klinik und Tagesklinik für Psychiatrie und Psychotherapie,
Kliniken Merzig:
Wie kann ich einem Patienten helfen, der seit einem Jahr unter dem Antidepressivum Sertralin extrem schwitzt? Bornaprin-HCl brachte nur wenig Erfolg. Eine Reduktion der sehr wirksamen Antidepressiva (neben Sertralin noch Clobazam zur Sedierung und Zopiclon zum Schlafen) kommt nicht in Frage.

Ausnahme vom Budget?
Situation : 1. Zur Verordnung logopädischer Behandlungen ist seit neuem vor Erstellung des speziellen Rezepts eine Diagnostik erforderlich. Neben der audiometrischen Untersuchung ist dabei auch eine Tympanometrie zwingend vorgeschrieben. Die Anschaffung des dafür erforderlichen Geräts kostet ca. 8000xa0DM. Viele vorher verordnenden Praxen investieren diese Summe nicht. Die Verordnung bleibt dann häufig an z.B. uns hängen. Die Leistungen 1591, 1593 und 1597 sind noch dazu im grünen Budget, welches bekanntermaßen ohnehin „überlastet“ ist . Hat ein Antrag auf „Ausbudgetierung“ dieser Leistungen, zu denen man gezwungen wird, Aussicht auf Erfolg?