Beiträge zum Thema Allgemeinmedizin – Alle Beiträge

Lassen Sie Ihn abblitzen!
Ärztin für Allgemeinmedizin,
Bad Kreuznach:
Ich habe neue Praxisräume angemietet, stecke mitten im Umzug und habe nun von meinem Vermieter erfahren, dass ich für den Notfall einen Schlüssel für die Praxisräume hinterlegen muss. Den Schlüssel nimmt aber nicht der Vermieter an sich, sondern er soll in einem Restaurant im gleichen Gebäude deponiert werden. Ich sehe zwar ein, dass es sinnvoll ist, einen Schlüssel zu hinterlegen, falls ein Schaden auftritt und Handwerker in die Praxis müssen, aber ist es rechtens, dass der Schlüssel in einem Restaurant hinterlegt wird? Oder sollte nicht doch eine Person meines Vertrauens den Schlüssel an sich nehmen?

Gelenkersatz mit Säure verhindern?
Facharzt für Allgemeinmedizin,
Goslar:
Können die intraartikuläre Injektion von Hyaluronsäure (Synvisc®) oder die Abrasionsarthroplastik die Schmerzen einer 60-jährigen Patientin mit Gonarthrose lindern bzw. beseitigen? Kann so eine spätere Gelenkersatzoperation vermieden werden?

Auf Teilzeit stellen?
Fachärzte für Allgemeinmedizin:
Wir sorgen uns um eine Arzthelferin, die durch eine Krebserkrankung zu 70 %25 als Schwerbehinderte anerkannt werden wird. Die bisher als Vollkraft eingesetzte Kraft ist zur Zeit arbeitsfähig und auch arbeitswillig. Wir machen uns jedoch Sorgen um die Zukunft. Ehrlich gesagt befürchten wir auch Nachteile für die Praxis, insbesondere durch vermutlich höhere Fehlzeiten der Arzthelferin und die Wahrscheinlichkeit, dass die Arzthelferin leistungsmäßig überfordert sein dürfte und ihr wohl nur noch 50 %25 des bisherigen Arbeitsanfalls zugemutet werden kann. Können wir den Arbeitsvertrag ändern oder öffentliche Mittel erhalten?
In einer weiteren Frage möchten wir wissen, ob wir das 13. Gehalt durch ein Bonussystem ersetzen können.

Freie Fahrt fürs Sperma?
Facharzt für Frauenheilkunde,
Eilenburg:
In letzter Zeit häuften sich in meiner Praxis die Fragen zur Rekonstruktion der Samenleiter nach Vasektomie. Wie hoch sind die Erfolgschancen einer Refertilisierungsmaßnahme? Und mit welchen Kosten muss ein Ehepaar rechnen? Des Weiteren suche ich Adressen von Kliniken, die auf diesem Gebiet über ausreichend Erfahrung bzw. nachweisliche Erfolge verfügen.

Wer trägt meine Mahn- und Anwaltskosten?
Arzt für Dermatologie, Allergie,
Bocholt:
Eine Privatpatientin zahlte trotz zweimaliger Mahnung nicht. Ich veranlasste ein anwaltliches Mahnverfahren. Erst jetzt meldete sich der Ehemann und gab bei dem Anwalt an, die Zahlung bereits geleistet zu haben. Bei der Kontrolle meines Kontos musste ich feststellen, dass an dem angegebenen Tag wirklich eine Zahlung in entsprechender Höhe erfolgt war. Als Überweiser fungierte die private Zusatzversicherung, als Buchungslegende war „Hans-Wilhelm S.“ angegeben. Schuldner und Buchungslegende hatte ich damals nicht zusammenführen können. Wer hat in diesem Fall meine Anwaltskosten zu tragen?

Liegt´s am gelähmten Magen?
Ärztin für Innere Medizin,
Berlin:
Mein 70-jähriger Patient klagt über ausgeprägte dyspeptische Beschwerden bei Phrenikusparese links, Verdacht auf Gastroparese und histologisch gesicherter H.p.-negativer chronischer Gastritis. Unter Metoclopramid und/oder Ranitidin trat eine Gynäkomastie auf, die zum Absetzen der Therapie zwang. Derzeit wird der Mann mit Iberogast&Reg; und Propranolol behandelt. Übelkeit, Brechreiz, Blähungen, Druck im Epigastrium, Schwindel, Herzangst und zeitweise Hustenreiz bestehen jedoch weiter. Welche diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen empfehlen Sie?

Was heilt den Mund?
Arzt für Allgemeinmedizin,
Werther:
Bei einem 36-jährigen, ansonsten gesunden Patienten besteht seit Monaten ein chronisch rezidivierender, großflächiger Herpes im inneren Mundbereich. Laboruntersuchungen, insbesondere BSG, Elektrophorese, CRP und Blutbild, zeigten keine Auffälligkeiten. Therapieversuche mit Inosin, Aciclovir und Echinacea blieben ohne anhaltenden Effekt. Frage: Therapieidee?

Wie sicher ist der Krebs?
Internist,
Kaufbeuren:
Meine 44-jährige, klinisch völlig unauffällige Patientin unterzog sich extern einem Labor-Check-up. Dabei fand sich der Tumormarker CA 72-4 erhöht. Es folgte eine umfangreiche Tumorsuche (gastrointestinal, Schilddrüse, gynäkologisch) unter Einbeziehung der üblichen Tumormarker wie CA 125, CA 19-9, CEA, hTg. Die gesamte Diagnostik ergab keinen pathologischen Befund. Der Tumormarker wurde mehrfach kontrolliert und ist bis jetzt im gleichen Level erhöht. Handelt es sich hierbei um eine unselige (unsinnige?) Labordiagnostik, oder steckt doch ein pathologischer Prozess dahinter?

Borrelien nochmal jagen?
Arzt für Allgemeinmedizin,
Haste:
Im Juli 2000 erhielt mein Patient wegen eines Erythema migrans nach Zeckenbissen drei Wochen lang 200 mg/d Doxycyclin. Initial waren die IgG- und IgM-Antikörper negativ, seit Ende September dann aber positiv. Es erfolgte sicherheitshalber eine zweite Doxycyclintherapie. Der Mann ist beschwerdefrei. Ist eine weitere Diagnostik oder Therapie indiziert?

Flotter Dreier im Sperrgebiet
Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe:
Kann ich mit einer im Jobsharing angestellten Frauenärztin in eine Jobsharing-Gemeinschaftspraxis wechseln? Kann diese Partnerin dann für Qualifikationen, für die ich nicht zugelassen bin, die Zulassung beantragen und die entsprechenden Leistungen abrechnen? Außerdem möchte eine junge niedergelassene Kollegin ihre Praxis mit der meinen zu einer Gemeinschaftspraxis zusammenlegen. Mit welchen Konsequenzen ist das möglich?

Was rettet die Frau vor ihrem Darm?
Praktischer Arzt,
Essen:
Meine 66-jährige Patientin hatte 1993 eine Sigmaresektion wegen Divertikulitis. 1995 folgte eine Nachresektion der Anastomose wegen Stuhlentleerungsstörungen, 1997 die erneute Nachresektion der Anastomose wegen der unverändert fortbestehenden Beschwerden: Sie habe immer breiigen Stuhl, der sich nicht spontan, sondern nur mit Hilfe von Einläufen teilweise entleere. Den ganzen Tag habe sie quälenden Stuhldrang. Nach Meinung der Patientin resultieren die Beschwerden nur aus bestimmten Bereichen der Anastomose. Sie verspricht sich Hilfe von einer Sklerosierung der entsprechenden Nerven. Kommt evtl. auch eine Behandlung mit Botulinustoxin in Frage? Eine strukturelle Stenose im Bereich der Ana-stomose besteht nicht.

Zählen alle beim Kündigungsschutz?
Wir betreiben eine Praxisgemeinschaft - nicht Gemeinschaftspraxis - Pädiatrie und Allgemeinmedizin. Jede Praxis hat eigenes Stammpersonal (Päd. zwei und Allg. drei Helferinnen) und rechnet mit eigener KV-Nummer ab. Ich möchte einer Helferin aus der Allgemeinpraxis kündigen. Muss ich davon ausgehen, dass die Helferin einer Praxis mit fünf Mitarbeitern angehört (erhöhter Kündigungsschutz?) oder einer Praxis mit drei Mitarbeitern? Werden also die beiden Praxen einer Praxisgemeinschaft diesbezüglich als eine Einheit betrachtet?

Krampft das Hirn mit?
Arzt für Orthopädie,
Warendorf:
Bei einem Patienten mit Urticaria pigmentosa ist jetzt erstmals mit einer Prodromalphase von zirka drei Minuten eine Bewusstlosigkeit ohne Zungenbiss, aber mit Einnässen aufgetreten. Ist der plötzliche Bewusstseinsverlust auch ein Symptom der Urticaria pigmentosa?

Wie sicher sind KV-Bescheide?
Fachärztin für psychotherapeutische Medizin,
Ruppertsberg:
Seit über zwölf Jahren praktiziere ich nur psychotherapeutisch. Ich wurde vom ärztlichen Notfalldienst ohne zeitliche Befristung befreit. Dieser Beschluss wurde jetzt aufgehoben. Kann ich gegen die Entscheidung der KV vorgehen?

Ordnungshüter drücken sich ums Zahlen
Facharzt für Allgemeinmedizin,
Bad Tölz:
Die Polizeiinspektion bittet mich am 20.10.2000 um Durchführung einer Untersuchung (keine Angabe, ob Haft oder Verwahrung), die Leistung rechne ich wie gehabt als Privatrechnung ab. Bei der Polizei ist man der Meinung, dass diese Leistung zu Lasten der Versicherung (AOK) abgerechnet werden soll. Ich wurde nicht auf diese Abrechnungsform hingewiesen. Ist Ihrer Meinung nach die Abrechnung über die GKV rechtens (es lag kein Behandlungswille seitens des Versicherten vor, sondern ein Auftrag zur Begutachtung seitens der Polizei)? Auch die AOK ist für EBM und Chipkarte.

Wie werde ich Azubi los?
Facharzt für Innere Medizin:
Schon während der dreimonatigen Probezeit meiner Azubi ergaben sich Unregelmäßigkeiten wie wiederholte kurzfristige telefonische Krankmeldungen und Wahrnehmung von regulären, planbaren Arztterminen während der Sprechstundenzeiten am Vormittag. Wie kann ich die Azubi kurzfristig entlassen, zumal ich vor Ablauf der ersten Probezeit mit ihr einvernehmlich eine zweite Probezeit für drei Monate vereinbart hatte?

Für Sorgfalt bestraft?
Zwei im ärztlichen Notdienst behandelte Privatpatienten haben meine Honorarnote eigenmächtig gekürzt: Nach einer bestellten Behandlung wurde ein telefonisches Nachfragen am Folgetag gestrichen. Es geht hier nicht um das Geld schlechthin, sondern um die Unverschämtheit, über die Leistung eines Arztes zu urteilen. Einer der beiden Patienten bedrohte mich mit Schritten bei Ärztekammer und KV.