Statistiken falsch

Krebs noch häufiger als vermutet

HAMBURG – Viele Patienten mit bösartigen Tumoren tauchen in den Krebsstatistiken nicht auf. Denn oft bleiben die Geschwülste unerkannt und werden erst durch eine Obduktion entdeckt, wie deutsche Gerichtsmediziner nun feststellten.

Krebs ist nach den Erkrankungen von Herz und Kreislauf die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. Mit besserer Technik lassen sich die Tumore inzwischen deutlich besser aufspüren als früher – und die Wahrscheinlichkeit, an Krebs zu sterben, sinkt. Samir M. Said und Kollegen vom Carl-von-Basedow-Klinikum in Merseburg weisen jedoch in der Deutschen Medizinischen Wochenschrift (2007, 132: 2067-2070) darauf hin, dass immer noch viele Tumore übersehen werden.

Die Gerichtsmediziner nahmen die zwischen 1994 und 2002 im Hamburger Institut für Rechtsmedizin durchgeführten Leichenschauen in Sachen Krebs genauer unter die Lupe. Knapp 9000 Autopsien gingen in die Auswertung ein. Bei über 500 Toten fand sich ein bösartiger Tumor, doch nur jeder Zehnte dieser Fälle waren dem Krebsregister gemeldet worden. Zwei Drittel der Tumoren waren zu Lebzeiten bekannt, die übrigen entdeckte erst die Obduktion.

Damit scheinen die Krebsstatistiken, die auf zu Lebzeiten bekannten Tumorerkrankungen basieren, ganz und gar nicht exakt zu sein, schreiben Said und seine Kollegen. Krebs käme vermutlich deutlich häufiger vor als gedacht.

MTD, Ausgabe 50 / 2007 S.0, Stefanie Kronenberger, Foto: irisblende.de

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Kommentare zum Artikel

#1Krebs noch häufiger als vermutet

Medical Tribune / 16.12.07 00:03
Viele Patienten mit bösartigen Tumoren tauchen in den Krebsstatistiken nicht auf. Denn oft bleiben die Geschwülste unerkannt und werden erst durch eine Obduktion entdeckt, wie deutsche Gerichtsmediziner nun feststellten.