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Kardiovaskuläre Todesfälle: Ernährung als zentraler Risikofaktor

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Eine aktualisierte systematische Analyse der Studie zur Globalen Krankheitslast von 1990 bis 2019 zeigt: Etwa jeder sechste Todesfall insgesamt sowie jeder dritte kardiovaskuläre Todesfall war in der WHO-Region Europa auf eine unausgewogene Ernährung zurückzuführen. Insgesamt wurden 1,55 Millionen kardiovaskuläre Todesfälle mit Fehlernährung in Verbindung gebracht. In rund 80 % dieser Fälle waren koronare Herzkrankheiten (KHK) die zugrunde liegende Ursache.1

Welche Rolle spielen länderspezifische Ernährungsgewohnheiten?

In die Studie flossen Daten aus 54 Ländern ein, die den Regionen West-, Ost- und Zentraleuropa sowie Zentralasien zugeordnet wurden. Besonders hoch war der Anteil ernährungsbedingter kardiovaskulärer Todesfälle in der Slowakei (48 %) und in Belarus (47 %). Insgesamt zeigen die Ergebnisse, dass osteuropäische Länder im Vergleich zu Zentral- und Westeuropa die höchsten ernährungsassoziierten Sterberaten aufweisen. Deutlich niedriger ist der Anteil dagegen in Spanien (24 %). In Deutschland sind 31 % aller kardiovaskulären Todesfälle auf eine unausgewogene Ernährung zurückzuführen – das entspricht im untersuchten Zeitraum rund 112.000 Menschen.1

Mehr Ballaststoffe, weniger Risiko

Ballaststoffe scheinen eine zentrale Rolle bei ernährungsbedingten Todesfällen zu spielen. Besonders eine geringe Aufnahme von Vollkornprodukten erwies sich in West- und Osteuropa sowie in Zentralasien als bedeutendster Risikofaktor. Eine Ausnahme stellt Zentraleuropa dar: Dort rangierte dieser Faktor an zweiter Stelle. Ebenfalls stark ins Gewicht fiel ein niedriger Verzehr von Hülsenfrüchten, der in den meisten Regionen den zweitwichtigsten Risikofaktor darstellte – mit Zentraleuropa wiederum als Ausnahme.1

Der hohe Konsum von rotem Fleisch belegte im Durchschnitt Platz drei der Risikofaktoren, variierte jedoch je nach Land erheblich und rangierte zwischen Platz eins und neun. Eine natriumreiche Ernährung nahm im Mittel nur den vierten Rang ein. Dennoch bestätigt sich der kritische Blick auf Salz: In allen zentral­europäischen Ländern stand ein hoher Salzkonsum an erster Stelle der Risikofaktoren. Den geringsten Einfluss zeigte eine Ernährung mit hohem Anteil zuckerhaltiger Getränke.1

Ernährung ist einer der wichtigsten Präventionsfaktoren

Wichtige Einflussgrößen wie Alkoholkonsum oder eine übermäßige Energiezufuhr – mit möglichen Folgen wie Adipositas und Typ-2-Diabetes – wurden in der Studie nicht berücksichtigt. Auch Bewegungsmangel und chronischer Stress zählen zu etablierten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Es ist daher davon auszugehen, dass die tatsächliche Zahl lebensstilbedingter kardiovaskulärer Todesfälle noch höher liegt.

Die Analyse unterstreicht die zentrale Bedeutung der Ernährung für die Gesundheit und die Prävention vorzeitiger kardiovaskulärer Todesfälle.1
Orientierung für eine ausgewogene Ernährung bieten die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), die evidenzbasierte Leitlinien für eine gesundheitsfördernde Ernährung bereitstellt. Ergänzend kann im Bedarfsfall eine qualifizierte Ernährungsberatung sinnvoll sein, um individuelle Risikoprofile gezielt zu adressieren.

Literatur:

1. Pörschmann et al. Cardiovascular mortality attributable to dietary risk factors in 54 countries in the WHO European Region from 1990 to 2019: an updated systematic analysis of the Global Burden of Disease Study. European Journal of Preventive Cardiology 2024;00:1-11.


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