Wie der Schulstart auf den Kindermagen und -darm schlagen kann: Interview mit Pädiater Dr. Slim Saadi
Magen-Darm-Beschwerden wie funktionelle Dyspepsie (FD) und Reizdarmsyndrom (RDS) treten im Kindes- und Jugendalter häufig auf 1 und sind oft ein typisches Stresssignal.
Im Interview spricht der Kinderarzt Dr. Slim Saadi über die Zusammenhänge zwischen Magen-Darm-Beschwerden und Stress insbesondere im Kontext der Schule. Dabei bezieht er sich auch auf die aktuellen Rome V-Kriterien und ihre Rolle für die pädiatrische Praxis.2,3
Körperliche Folgen von Stress bei Kindern
Neue Klasse, neue Lehrkräfte, Leistungsdruck und womöglich sogar Mobbing: Der Schulstart oder ein Schulwechsel können bei Kindern belastende Symptome wie Bauchschmerzen und Übelkeit auslösen. „Häufig treten die Beschwerden morgens und an Schultagen auf und bessern sich am Wochenende und in den Ferien“, erläutert Dr. Saadi. Der Grund dafür liege in der Darm-Hirn-Achse: „Darm und Gehirn sind über Nervenfasern eng miteinander verbunden. Bei manchen Kindern ist diese Verbindung besonders empfindlich, was dann zu echten Beschwerden führen kann.“
Die Rolle von Rome V in der pädiatrischen Praxis
Die aktuellen Rome V-Kriterien können die Diagnose von Störungen der Darm-Hirn-Achse (DGBI = Disorders of Gut-Brain Interaction) erleichtern: „Die frühere Nomenklatur ‚funktionelle Magen-Darm-Beschwerden‘ wurde bewusst geändert, um diese Störungen zu entstigmatisieren.“ Durch klare Diagnosekriterien werde eine ausschweifende Labor- oder Apparatediagnostik verhindert, wenn eindeutige Alarmzeichen fehlen.
Dr. Saadi fasst seine Einschätzung zu Rome V zusammen: „Die neuen Kriterien nehmen die Beschwerden der Patientinnen und Patienten ernst, ersparen unnötige Untersuchungen und verbinden mehrere Behandlungswege miteinander.“
Handlungsempfehlungen für Kinder und Eltern
Mit einer Erklärung der medizinischen Zusammenhänge sowie klaren Handlungsempfehlungen können Ärztinnen und Ärzte die Eltern betroffener Kinder entlasten. Konkret bedeute dies unter anderem, feste Routinen zu etablieren und auf regelmäßige Mahlzeiten mit ausreichend Flüssigkeitszufuhr und Ballaststoffen zu achten. Spezielle Diäten seien in der Regel nicht erforderlich.
„Es ist wichtig, für eine gewisse Normalität zu sorgen und den Alltag möglichst unverändert weiterlaufen zu lassen“, so Dr. Saadi. Nicht in die Schule zu gehen, verschaffe zwar kurzfristig Linderung, verstärke aber langfristig die Symptomatik.
Zusätzlich können Maßnahmen wie Entspannungsverfahren oder Hypnose sowie eine medikamentöse Therapie mit Phytotherapeutika die Behandlung unterstützen.
Evidenzbasierte Behandlung mit STW 5
Das Phytotherapeutikum STW 5 setzt an verschiedenen Zielstrukturen des Gastrointestinaltrakts an und ist für Kinder ab drei Jahren zugelassen. In verschiedenen Studien konnte eine Besserung typischer funktioneller gastrointestinaler Beschwerden bei Kindern gezeigt werden.4-7
Referenzen
1. Layer P et al., Gastroenterol 2021, 59:1323–1415
2. Rosen R et al., Gastroenterology 2026, 170:1347–1366
3. Di Lorenzo C et al., Gastroenterology 2026, 170:1367–1387
4. Abdel-Aziz H et al., Planta Med 2017, 83:1130–1140
5. Fachinformation Iberogast® Classic, Stand: September 2023
6. Nieber K et al., Planta Med 2012, 78:1086
7. Radke M et al., Complement Ther Med 2022, 71:102873
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