Phytopharmaka auch im Urlaub: Reisende greifen auf natürliche Präparate zurück, erklärt Experte

 

Eine aktuelle Umfrage des Statistischen Bundesamtes zeigt: 57% der Deutschen wollen in diesem Jahr wieder verreisen. Dieses Bild bestätigt sich auch in der Praxis von Dr. Markus Frühwein. Der Allgemein-, Tropen- und Reisemediziner aus München sieht einen deutlichen Anstieg der Reisetätigkeit und spricht gegenüber seinen Patienten, die vor einem Urlaub stehen, proaktiv das Thema Reiseapotheke für Magen und Darm an.

Dr. Frühwein: „Magen-Darm-Beschwerden, insbesondere Durchfallerkrankungen spielen auf Reisen eine besondere Rolle. Zum einen sind sie aufgrund des ungewohnten Erregerspektrums und der häufig schlechteren Hygieneverhältnisse häufiger. Zum anderen können sie für den Reisenden eine starke Einschränkung im Rahmen der Reisetätigkeit darstellen. Mal abgesehen von den gesundheitlichen Risiken durch Dehydratation oder gefährlichere tropische Erreger bzw. Parasiten.“

Welche Beschwerden im Gastrointestinaltrakt nennen Ihre Patienten im Zusammenhang mit einer Reise am häufigsten?

Dr. Frühwein: „Neben Diarrhoen sind funktionelle Beschwerden wie unspezifische Schmerzen, Bauchkrämpfe, Übelkeit oder Blähungsgefühl häufig. Auch Sodbrennen ist ein häufiges Symptom. Stress und ungewohnte Nahrung spielen hier sicher eine wichtige Rolle. In den meisten Fällen sind die Beschwerden unangenehm, aber nicht bedrohlich. Viele Reisende wollen, gerade wenn es nicht um gesundheitsgefährdende Beschwerden geht, gerne auf natürliche Präparate zurückgreifen.“

Welchen Stellenwert nehmen Phytotherapeutika in Ihrer Empfehlung oder Verordnung ein?

Dr. Frühwein: „Gerade bei funktionellen Magen-Darm-Beschwerden haben Phytotherapeutika ihren festen Stellenwert. Wichtig ist es auch über die Grenzen der Medikation aufzuklären. Gerade bei Auftreten von Durchfallerkrankungen mit Fieber sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.“

Mit Iberogast® Classic und Iberogast® Advance stehen zwei wirksame Präparate gegen funktionelle Magen-Darm-Beschwerden zur Verfügung. Mit welchem fahren Patienten besser?

Dr. Frühwein: „In der Reisemedizin spielt Iberogast® Classic sicherlich die entscheidendere Rolle, weil der Schwerpunkt auf der Motilitätsregulierung und damit eher auf den akuten Symptomen liegt, wie sie bei sonst Gesunden auf Reisen auftreten können. Also einfach als Bestandteil der Reiseapotheke, wenn mal Beschwerden auftreten. Iberogast® Advance ist eher für Reisende mit schon vorher bestehenden Beschwerden z. B. bedingt durch Reizmagen oder Reizdarm geeignet, da hier der Fokus auf chronischen bzw. häufig wiederkehrenden Beschwerden liegt. Hier stehen desensibilisierende und antientzündliche Effekte sowie eine Verbesserung der mukosalen Barriere im Vordergrund.“

Was können Sie über den Aspekt der Schmerzlinderung durch Phytopharmaka sagen?

Dr. Frühwein: „Phytotherapeutika können Schmerzen und andere gastrointestinale Symptome lindern und sind dabei gut verträglich. Ein Grund für die breite Wirksamkeit ist hier sicher die Zusammensetzung aus unterschiedlichen pflanzlichen Wirkstoffen, die an verschiedenen Pathomechanismen ansetzen. Mit einem Monopräparat wäre das wahrscheinlich nicht möglich. Diese gezielte symptomorientierte Therapie hat sich bei funktionellen Beschwerden bewährt und ihren Weg in die S-3 Leitlinie Reizdarm gefunden2.“

Quellen:

  1. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/77455/umfrage/reiseplaene-der-deutschen-in-2010/
  2. Update S3-Leitlinie Reizdarmsyndrom, AWMF Registernummer 021/016, Stand Juni 2021.

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