Stuhlunregelmäßigkeiten – Ab wann wird es pathologisch?

Für Betroffene oft unangenehm, für Sie aber unabdinglich zur Diagnose eines Reizdarmsyndroms (RDS): Veränderungen des Stuhlgangs (Konsistenz und Frequenz), die eine Abklärung erfordern. Wie die Bristol-Stuhl-Form-Skala das Gespräch und die Diagnosestellung erleichtern kann. Finden Sie hier ein Symptomtagebuch für Ihre Patient*innen zum Herunterladen.

Rom-IV-Kriterien zur RDS-Diagnose

Für die Diagnose des RDS müssen gemäß der Rom-IV-Kriterien auch Veränderungen des Stuhlgangs vorliegen:1

  • wiederholte Bauchschmerzen, die mit mindestens 2 der folgenden Kriterien assoziiert sind:
    • Zusammenhang mit der Stuhlentleerung
    • Änderung der Stuhlfrequenz
    • Änderung der Stuhlkonsistenz
  • Beschwerden an mind. 1 Tag/Woche in den letzten 3 Monaten
  • Beginn der Beschwerden vor > 6 Monaten

Bristol-Stuhl-Form-Skala zur weiteren Klassifizierung

Zur weiteren Klassifizierung in die RDS-Subtypen, die auch für die Behandlung richtungsweisend sein kann, hat sich in der Praxis die pragmatische Zuordnung anhand der Bristol-Stuhl-Form (BSF)-Skala bewährt.2,3 Entscheidend dafür sind gemäß der S3-Leitlinie zum Reizdarmsyndrom die Tage während eines 2-wöchigen Stuhltagebuchs mit mindestens einer abnormen Stuhlentleerung (BSF I–II oder VI–VII). Die Tage mit normaler Stuhlkonsistenz (BSF III–V) werden nicht gewertet.3

Die Cut-off-Werte für die RDS-Subtypen sind:3

  • Obstipations-prädominant: > 25 % harte Stühle (BSF I-II) und < 25 % dünnflüssige Stühle (BSF VI-VII)
  • Diarrhoe-prädominant: > 25 % dünnflüssige Stühle (BSF VI-VII) und < 25 % harte Stühle (BSF I-II)
  • gemischtes Stuhlverhalten: > 25 % dünnflüssige Stühle (BSF VI-VII) und > 25 % harte Stühle (BSF I-II)
  • unklassifiziert: < 25 % dünnflüssige Stühle (BSF VI-VII) und < 25 % harte Stühle (BSF I-II)

Bei der Behandlung von Reizdarmsyndrom empfiehlt sich ein multimodales Therapiekonzept. Phytopharmaka mit Multi-Target-Wirkung wie Iberogast® Classic (STW 5) und Iberogast® Advance (STW 5-II) bieten hier eine wirksame medikamentöse Therapieoption zur Symptomlinderung.

Immer griffbereit: Bristol-Stuhl-Form-Skala für die Praxis

Um ein genaueres Bild über die Stuhlunregelmäßigkeiten Ihrer Patient*innen zu bekommen, bietet es sich an, die Bristol-Stuhl-Form-Skala immer griffbereit zu haben.2 Hier finden Sie eine Übersicht sowie ein Symptomtagebuch zum Herunterladen.

Literatur:
1.    Rom-IV-Kriterien.Pschyrembel Online.Unter:https://www.pschyrembel.de/Rom-IV-Kriterien/A0VTG (abgerufen a, 28.12.2022).
2.    Leiss O.Ernährungstherapie beim Reizdarmsyndrom – bei wem FODAMP-arm, bei wem glutenfrei undbei wem was anderes? Verdauungskrankheiten 2020;38:97-113.
3.    Layer P et al.Update S3-Leitlinie Reizdarmsyndrom.Z Gastroenterol 2021;59:1323–1415.