Beiträge zum Thema Medizin – Alle Beiträge

Kann sie meine Partnerin werden?
Eine meiner Helferinnen hat Kenntnisse in speziellen Massage- und Atmungstechniken, Ernährungsthemen und Methoden der Konzentrationsverbesserung erworben, die durch eine psychologische Zusatzausbildung vertieft wurden. Nun möchte ich in den IGEL-Zeiten außerhalb der offiziellen Sprechzeiten ein 2. Standbein für das Überleben meiner Praxis schaffen und dabei mit meiner Helferin als Partnerin (nicht als Angestellte) kooperieren. Meine Kammer sagt, dies sei verboten. Stimmt das?

Welche sind die richtigen?
Arzt für Allgemeinmedizin
Rastatt:
Meine 14jährige Tochter hat eine mit 5,0 dpt korrigierte Myopie ohne andere Fehlsichtigkeiten. Aus funktionellen (Sport) und ästhetischen Gründen wünscht sie sich Kontaktlinsen, die sie auch gut toleriert. Ihr Augenarzt verordnete sogenannte „weiche“ Linsen, der Optiker schlug dagegen die Verwendung von „Wegwerflinsen“ vor, da bei diesen das Risiko einer Augeninfektion geringer sei. Der Augenarzt lehnt die Wegwerflinsen als ungünstig für ein jugendliches Auge ab. Stellt sich hier ein medizinisches oder ein wirtschaftliches Problem (Konkurrenz Augenarzt/ Optiker)? Welche Versorgung ist für Jugendliche optimal?

Werbeverbot austricksen?
Ein Kollege (plast. Chirurg) und ich (Dermatologin) wollen für ein „Institut für Ästhetik und Gesundheit“ beratend tätig werden. Das Institut wirbt unter anderem für Dermatokosmetik und Schönheitskorrekturen in ausgewählten Zeitschriften. Bei Bedarf sollen wir die Klientel über mögliche Maßnahmen beraten. Wir bekommen dafür ein Beraterhonorar. Die eigentliche Maßnahme soll bei uns in den Praxen erfolgen. Die Bezahlung erfolgt analog GOÄ mit Vertrag. Gibt es Einwände gegen diese Tätigkeit, z.B. standesrechtliche oder fiskalische?

Gegen Abrechnung klagen?
In meiner Klientel finden sich viele mit Status 1 versicherte Mitglieder, die jedoch schon lange faktisch Rentner sind. Als freiwillig Versicherte haben sie jahrzehntelang ihrer Kasse die Treue gehalten und Höchstbeiträge gezahlt. Nun erhalte ich für sie ein kleineres Praxis- und Laborbudget, bei den Medikamenten 73,24 DM anstatt 230 DM pro Fall und Quartal als Richtgröße. Alleine die Minderbewertung der Ordinationsgebühr macht in meiner Praxis pro Quartal eine Differenz von 3000 DM aus. Hat es Sinn, vor das Sozialgericht zu gehen? Wie ist der dafür notwendige Ablauf? Was passiert mit früheren Quartalen?

Strafanzeige vergammelt
Ich habe einen Patienten angezeigt, weil er nach meinen Informationen bei Behandlungsbeginn wußte, daß er später nicht würde zahlen können (Offenbarungseid). Die Justizorgane sehen aber keinen Handlungsbedarf.

Bei Zusatzbudgets benachteiligt?
Ich betreibe eine allgemeinmedizinische Praxis mit Schwerpunkt Chirotherapie, ambulantes Operieren und Unfallbehandlung. Dabei erbringe ich auch Röntgenleistungen. Mein Praxispartner darf jedoch nicht röntgen, weshalb wir nur das halbe Zusatzbudget bekommen, statt 88 Punkte/Fall nur 44 Punkte/Fall. Ich stehe mit unserer modernen 2 Platz Röntgenanlage vor einem wirtschaftlichen Fiasko. Kann dies so Rechtens sein?

Müssen Spezialisten Hausärzte vertreten?
Derzeit nehmen bei uns am Ort alle Ärzte - Hausärzte wie Spezialisten - am Notdienst am Samstag, Sonntag, Feiertag und am Mittwochsdienst teil. An den Wochentagen Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag wird der Dienst an den sprechstundenfreien Zeiten von den hausärztlich tätigen Kollegen alleine in kollegialer Vertretung geregelt. Die nicht hausärztlich tätigen Gebietsärzte nehmen an diesem Dienst nicht teil. Sind nicht hausärztlich tätige Gebietsärzte rechtlich dazu verpflichtet, die hausärztlich tätigen Kollegen am Mittwochsdienst und wochentags zu vertreten und die hausärztliche Tätigkeit an den sprechstundenfreien Zeiten zu übernehmen? Muß ein Hintergrunddienst eingeteilt werden?

Hohes Haftungsrisiko beim Griff zur Spritze
Arzt für Allgemeinmedizin
Herford:
Immer wieder kommt es im Notdienst am Wochenende vor, daß PatientInnen mit irgendwelchen Medikamenten-Ampullen erscheinen, die sie sich auf Anordnung ihrer behandelnden Ärzte vom Notdienstarzt spritzen lassen sollen. Nicht selten handelt es sich um Hormonpräparate, die im Rahmen von Fertilitäts-Therapien eingesetzt werden. Oft fehlt eine schriftliche Anweisung (Patienten-Aussage: zwei von denen und eine von denen), die Präparate einschließlich Nebenwirkungen und Risiken sind dem Notdienstarzt in der Regel nicht bekannt. Es bleibt im Notdienst auch keine Zeit, sich mit der Behandlung und den Medikamenten vertraut zu machen. Wie ist in solchen Fällen das Haftungsrisiko einzuschätzen?

So wird er wasserdicht
Allgemeinarzt
Meschede:
Im Rahmen der Rückkehr von Arzthelferinnen aus dem Erziehungsurlaub wurde schon häufig an dieser Stelle eine Beendigung des Arbeitsverhältnisses durch Aufhebungsvertrag angesprochen. Was muß ein solcher Aufhebungsvertrag beinhalten? Worauf muß ich achten?

Wo muß ich nach Tumoren suchen?
Allgemeinarzt
Bad Neustadt:
Meinem 69jährigen Patienten wurden 1994 Polypen aus dem Colon ascendens sowie transversum entfernt. Dabei handelte es sich um tubulovillöse Dickdarmschleimhautadenome mit höchstens mittelgradigen drüsigen Dysplasien. Damals fiel erstmals ein CEA von 261 ng/ml auf. Bei den seither regelmäßig durchgeführten sowohl ambulanten als auch stationären Nachsorgen fand sich immer die exzessive CEA-Erhöhung, ohne daß eine Ursache ausgemacht werden konnte. Die letzte teilstationäre Untersuchung erfolgte 1/98, eine erneute Untersuchung durch mich im Dezember 1998, nachdem ich den Patienten längere Zeit nicht gesehen hatte. Diesmal ergab sich ein (kontrollierter) CEA-Wert von 4810 ng/ml. Der Patient ist subjektiv beschwerdefrei. Klinisch und sonographisch kein Tumoranhalt, kein Anhalt für Metastasen. Was kann dahinterstecken? Was ist zu tun?

Kann das Babys Hirn schaden?
Facharzt für Allgemeinmedizin
Wuppertal:
Meine Patientin wurde, während sie mit ihrem zweiten Kind schwanger war, mit Folsäure behandelt. Dieses Kind leidet heute unter Autismus. Kann Folsäure in der Schwangerschaft zentralnervöse Störungen beim Feten hervorrufen?

Greifen Chlamydien die Koronarien an?
Arzt für Allgemeinmedizin
Nieder-Olm:
Bei meinem 62jährigen Patienten besteht eine schwere koronare Dreigefäßkrankheit. Neben einer positiven Familienanamnese und einer Hyperlipoproteinämie wurden Antikörper gegen Chlamydia pneumoniae gefunden. Welche Bedeutung kommt diesem Befund zu? Sollte eine antibiotische Behandlung durchgeführt werden?

Haushaltshilfe verordnen?
Facharzt für Allgemeinmedizin
Hamburg:
Eine meiner berufstätigen Patientinnen, Mutter eines 14 Monate sowie 8 Jahre alten Kindes, wird von mir wegen eines grippalen Infektes für eine Woche krank geschrieben. Für diesen Zeitraum beansprucht nun die Patientin die Verordnung von Haushaltshilfe, da, wie sie sagt, ihr Ehemann zu Hause geblieben sei. In meiner Naivität verordnete ich zwei Stunden Haushaltshilfe, womit der Ehemann in keiner Weise einverstanden ist, da er immerhin 24 Stunden seiner Frau zur Verfügung gestanden habe. Wieviel Stunden Haushaltshilfe sind bei einem normalen grippalen Infekt lege artis zu verordnen?

Er will mir die Risiko-Aufklärung aufbrummen
aus D.:
Ein Subspezialist für Gastroenterologie am Krankenhaus führt ambulante Gastroskopien durch und verlangt als Vorbereitung neben dem Überweisungsschein auch, daß der überweisende Arzt die Einverständniserklärung samt Belehrung über mögliche Komplikationen (auf einem mit Krankenhauskopf versehenen Formular) im Vorfeld der Untersuchung erstellt. Mein Standpunkt: Zur Gesamtheit der Leistungserbringung gehören Belehrung durch den durchführenden Arzt und Einverständniserklärung der Patienten, Durchführung der Gastroskopie und Befundübermittlung.

Mein Honorar wird gedrückt
Allgemeinarzt
Bad Aibling:
Ich betreue seit langem eine multi-morbide Privatpatientin, die ich im Altenheim besuche. Vor ca. sechs Monaten mußte die Patientin auf die Pflegestation verlegt werden, wo sie nach wie vor anhand medizinischer Notwendigkeit, derzeit aber mit einer gewissen Regelmäßigkeit besucht wird. Da ich nicht regelmäßig und zu vorher vereinbarten Zeiten auf der Pflegestation bei meiner Patientin tätig bin, berechne ich für den Besuch die GOÄ-Ziffer 50. Nun wird diese Leistung von der Krankenkasse der Patientin gestrichen und nur die geringer bewertete Ziffer 48 GOÄ erstattet. Wer hat recht?

Insulinom im Pankreas?
Arzt für Allgemeinmedizin
Recke:
Ein 40jähriger Patient klagt über Schwächeanfälle und Schweißausbrüche, die sich nach Kohlenhydratzufuhr bessern. Nach Fasten sinkt der Blutzucker unter 10 mg/dl. Bei Belastung nach Hungerversuch, oralem Glukosetoleranztest über 5 Stunden und Glukagontest zeigten sich nie pathologisch hohe Insulinspiegel. Das C-Peptid ist immer adäquat, der insulinomtypische Quotient (Insulin/Glukose) dagegen häufig pathologisch. Im Sonogramm besteht der vage Verdacht auf einen Rundherd im Pankreaskopfbereich, CT und Somatostatin-Szintigraphie waren unauffällig. Gibt es Alternativen zur operativen Pankreasexploration wie z.B. die Behandlung mit monoklonalen Inselzellantikörpern?

Läßt sie die Stoppeln schwinden?
Jerusalem´s Apotheke
Lahnstein:
Eine Kundin brachte einen Zeitungsausschnitt mit und bat um die Rezeptur der dort angegebenen Salbe gegen Damenbart. Ich konnte mich über die Rezeptur (Mischung aus 200 mg Kaliumcanrenoat, Acidi lactici 1,0 und Salbengrundlage ad 100) nur wundern und bitte um Aufklärung.

Die muß er bezahlen
Arzt für Allgemeinmedizin
Leck:
Unsere Gemeinde hat den Mitarbeitern eine Bescheinigung über die Zeitangabe beim Arztbesuch abverlangt, mit folgendem Satz, den wir unterschreiben müssen: „Diese Behandlung war zwingend während der Arbeitszeit geboten.“ Aus Protest, um weitere Bescheinigungen solcher Art vermeiden zu helfen, habe ich eine Gebühr von 15 DM erhoben. Meiner Meinung nach ist der obige Satz mit einem kleinen Gutachten gleichzusetzen. Die Gemeinde hat jedoch in einer Sitzung beschlossen, keine Zahlung zu leisten. Wie soll ich mich in dieser Angelegenheit verhalten?

Schriftlich dingfest machen
Wir haben folgendes Problem: Heute suchte uns eine Patientin auf, deren Antrag auf ambulante Badekur von der Krankenkasse abgelehnt worden war. Die Sachbearbeiterin der Kasse teilte der Patientin mit, der Hausarzt solle ihr doch die entsprechenden Verordnungen ausstellen (10 x Moorbäder, Fango, Massagen etc.). Da das Budget auch für uns Grenzen hat, lehnen wir eine solche Vorgehensweise ab. Wie sollen wir uns der Kasse bzw. Patientin gegenüber korrekt verhalten?