Viszerale Hypersensitivität und Blähungen – eine unterschätzte Belastung
Blähungen sind mehr als ein vorübergehendes Alltagsproblem: Für viele Betroffene bedeuten sie Scham, Einschränkung sozialer Aktivitäten, reduzierte Leistungsfähigkeit und eine erhebliche Beeinträchtigung der Lebensqualität. Besonders häufig treten Blähungen im Zusammenhang mit funktionellen gastrointestinalen Erkrankungen (FGID) auf. Je nach Studie berichten 70 bis 96 % der Betroffenen, dass sie unter Blähungen leiden.1-4 Auffällig ist dabei, dass Patientinnen und Patienten mit FGID trotz ähnlicher objektiver abdomineller Ausdehnung deutlich stärkere Symptome wahrnehmen als Personen ohne FGID. Ein möglicher Grund dafür ist die viszerale Hypersensitivität.5,6
Niedrigere Schwellenwerte für Schmerzen
Studien mit Magen-Dehnungstests zeigen, dass Patientinnen und Patienten mit FGID – beispielsweise funktionelle Dyspepsie (FD) – Reize anders wahrnehmen als gesunde Personen: Sie verfügen über niedrigere Schwellenwerte für Schmerzen, wodurch Dehnungsreize früher sowie intensiver als unangenehm oder schmerzhaft empfunden werden. Das zeigt, dass weniger die Menge an Gas oder die tatsächliche abdominelle Ausdehnung für die Schwere der Symptomatik ausschlaggeben ist, sondern vielmehr die neuronale Verarbeitung viszeraler Signale. Gleiche physiologische Reize können somit zu einer stärkeren subjektiven Symptomwahrnehmung führen.5,6
Blähungen oft belastender als Bauchschmerzen
Vor diesem Hintergrund überrascht es nicht, dass Patientinnen und Patienten in Studien Blähungen zu den belastendsten Symptomen bei FGID zählen. In vielen Fällen werden sie sogar als belastender empfunden als Bauchschmerzen.1,2 Im klinischen Alltag hingegen werden Blähungen oft eher als weniger relevantes Zusatzsymptom eingeordnet. Diese Diskrepanz zwischen der hohen subjektiven Belastung der Patientinnen und Patienten und der vergleichsweise geringen ärztlichen Gewichtung kann zu Unterdiagnostik, unzureichender Therapie und Frustration führen.1
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Literatur:
1. Ryu MS et al. J Neurogastroenterol Motil. 2016;22(3):509-516.
2. Gardiner CP et al. Neurogastroenterol Motil. 2022;34(3):e14229.
3. Houghton LA et al. Neurogastroenterol Motil. 2005;17(4):500-511.
4. Madisch A et al. Dtsch Arztebl Int. 2018;115(13):222-232.
5. Aguilar A et al. Neurogastroenterol Motil. 2025;37(11):e70123.
6. Tack J et al. Gastroenterology. 2001;121(3):526-535.
7. Aguilar A et al. Neurogastroenterol Motil. 2024;36(10):e14765.
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