Non-Hodgkin-Lymphom

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Das diffus-großzellige B-Zell-Lymphom (DLBCL; gezeigt) ist das häufigste Non-Hodgkin-Lymphom. Es geht aus reifen B-Zellen hervor.

Non-Hodgkin-Lymphome (NHL) umfassen eine heterogene Gruppe maligner Erkrankungen des lymphatischen Systems, die nicht die Eigenschaften eines Hodgkin-Lymphoms tragen. Knapp 30 verschiedene Tumoren zählen zu den NHL, darunter die chronisch-lymphatische Leukämie (CLL) und das diffus-großzellige B-Zell-Lymphom (DLBCL). Sie unterscheiden sich teils erheblich hinsichtlich Biologie, klinischem Verlauf, Prognose und Therapie.

Wie häufig ist das Non-Hodgkin-Lymphom?

Laut Onkopedia-Leitlinie ist das DLBCL die häufigste Neoplasie des lymphatischen Systems. Die Inzidenz wird mit sieben Fällen pro 100.000 Einwohner:innen pro Jahr beziffert. Das follikuläre Lymphom ist wiederum das häufigste indolente NHL in Westeuropa und den USA. 20–35 % aller neu diagnostizierten NHL entfallen nach Aussage der Onkopedia-Leitlinie auf das follikuläre Lymphom. In Deutschland erkrankten im Jahr 2014 insgesamt rund 7.900 Frauen und 9.200 Männer neu an NHL.

Auslöser und Ursachen von NHL

Generelle Risikofaktoren für Lymphome können sein:

  • Strahlen- und Chemotherapie

  • ein stark oder dauerhaft geschwächtes Immunsystem

  • Infektionen (Epstein-Barr-Virus beim Burkitt-Lymphom und Helicobacter pylori beim MALT-Lymphom)

  • Autoimmunerkrankungen

Beim DLBCL sind prädisponierende Erkrankungen oder Risikofaktoren bei den meisten Betroffenen nicht bekannt, so die entsprechende S3-Leitlinie. Beim follikulären Lymphom werden andererseits eine Belastung mit Benzol, die berufliche Exposition gegenüber Pestiziden und Rauchen (inkl. Passivrauchen) als Risikofaktoren diskutiert.

Auch bei der CLL gelten Benzol bzw. organische Lösungsmittel als mögliche Risikofaktoren. Hinzu kommt eine genetische Komponente: So haben Verwandte ersten Grades von CLL-Patient:innen ein 8,5-fach erhöhtes Risiko für die Entstehung einer CLL und ein 1,9–2,6-fach erhöhtes Risiko für die Entstehung eines anderen indolenten Lymphoms.

Welche Symptome können bei Lymphomen auftreten?

Ein Lymphom kann unter anderem B-Symptome verursachen, wie Fieber über 38 °C, Nachtschweiß und ungewollten Gewichtsverlust. Auch kann es zu vergrößerten Lymphknoten kommen. Je nachdem, an welchem Ort das Lymphom auftritt, kommen spezifischere Symptome hinzu, die von Bauchschmerzen über Husten und Atembeschwerden bis hin zu Knochen- und Gelenkschmerzen reichen.

Diagnose des Non-Hodgkin-Lymphoms

Welche Formen von Non-Hodgkin-Lymphomen werden unterschieden?

Lymphome lassen sich je nach Abstammung der malignen Zellen in B- und T-Zell-Lymphome einteilen, wobei die häufigsten Subtypen der B-Zell-Lymphome circa 70 % aller NHL ausmachen. Klinisch bedeutsam ist auch die Unterscheidung in indolente Lymphome, beispielsweise die CLL, und aggressive Lymphome, zum Beispiel das DLBCL.

Untersuchungen und Bildgebung in der NHL-Diagnostik

Neben einer ausführlichen Anamnese, Blutbild und Biopsie setzen Ärzt:innen bildgebende Verfahren ein, um die Ausbreitung des Lymphoms festzustellen. Je nach NHL-Subtyp kommen weitere Untersuchungen hinzu, zum Beispiel Tests auf genetische Alterationen.

Wie wird ein Non-Hodgkin-Lymphom behandelt?

Strategie bei indolenten und aggressiven Lymphomen

Die Therapie richtet sich nach dem NHL-Subtyp. Patient:innen mit einem aggressiven Lymphom müssen in der Regel sofort behandelt werden. Im Falle eines indolenten Lymphoms kommt teilweise auch eine abwartende Strategie infrage. Erst, wenn bestimmte Kriterien erfüllt sind, ist dann eine Behandlung angezeigt.

Therapie des DLBCL

Die Erstlinientherapie bei DLBCL-Erkrankten besteht aus einer Immunchemotherapie, die je nach Fitness der Patient:innen intensiver oder weniger intensiv ausfallen kann. Die zusätzliche Gabe von Tafasitamab und Lenalidomid konnte in der frontMIND-Studie das Progressionsrisiko gegenüber alleinigem R-CHOP weiter verringern. Die Kombination wird daher als neuer Standard diskutiert. Geprüft wird auch der HDAC-Inhibitor Tucidinostat bei Patient:innen, deren DLBCL sowohl MYC als auch BCL2 überexprimiert.

Kommt es zu einem Krankheitsprogress, können bei entsprechender Eignung CAR-T-Zellen zum Einsatz kommen, alternativ bispezifische Antikörper. Für Erkrankte mit spätem Rezidiv ist die autologe Stammzelltransplantation eine Option.

Behandlung des follikulären Lymphoms

Das follikuläre Lymphom wird in der Erstlinie, je nach Stadium, unter anderem mit einer Strahlentherapie +/- Rituximab, Watch & Wait oder einer Kombination aus Antikörper und Chemotherapie behandelt. In der rezidivierten Situation sind Kombinationstherapien mit monoklonalen Antikörpern möglich. Aktuell untersuchen Forschende zum Beispiel, ob die Kombination aus Epcoritamab, Lenalidomid und Rituximab als zeitlich begrenzte Therapie die Ergebnisse der Patient:innen bereits ab dem ersten Rezidiv verbessern kann.

Therapie der CLL

Für die CLL-Therapie stehen – wenn die Indikation zur Behandlung besteht – unter anderem BCL2- und BTK-Inhibitoren sowie monoklonale Antikörper zur Verfügung. Mit einer neuen Kombination, bestehend aus Sonrotoclax und Zanubrutinib, werden MRD-Negativitätsraten von mehr als 90 % erzielt. In der BRUIN-CLL-322-Studie wiederum verlängerte ein zeitlich begrenztes Schema aus Pirtobrutinib zusätzlich zu Venetoclax/Rituximab das progressionsfreie Überleben von Erkrankten mit rezidivierter/refraktärer CLL gegenüber alleinigem Venetoclax/Rituximab.

Wie steht es um Prognose und Heilungschancen beim Non-Hodgkin-Lymphom?

Die Prognose hängt vom NHL-Subtyp ab. Zum Beispiel können 60–70 % der DLBCL-Patient:innen geheilt werden. Beim follikulären Lymphom entscheiden die Anzahl der befallenen Lymphknoten, die LDH, das Alter, das Stadium und der Hämoglobinwert über das Rezidivrisiko. Für Personen mit CLL spielen unter anderem genetische Faktoren eine Rolle für die Prognose.

Quellen und Leitlinien

Onkopedia-Leitlinie „Diffuses großzelliges B-Zell-Lymphom

S3-Leitlinie „Diagnostik, Therapie und Nachsorge für erwachsene Patient*innen mit einem diffusen großzelligen B-Zell-Lymphom und verwandten Entitäten“

Onkopedia-Leitlinie „Follikuläres Lymphom“

S3-Leitlinie „Diagnostik, Therapie und Nachsorge für Patienten mit einem follikulären Lymphom“

Onkopedia-Leitlinie „Chronische Lymphatische Leukämie (CLL)“

Krebsinformationsdienst „Lymphome: Symptome, Einteilung, Behandlung“

Non-Hodgkin-Lymphom: Was für Patient:innen wichtig ist

Was ist ein Non-Hodgkin-Lymphom?

Lymphome sind Tumoren des lymphatischen Systems. Dieses besteht aus Lymphbahnen und lymphatischen Organen wie Thymus und Knochenmark, die die sogenannten Lymphozyten produzieren, eine Untergruppe der weißen Blutzellen. Bei einem Lymphom entarten diese Lymphozyten, sie wachsen und vermehren sich.

Ärzt:innen unterscheiden die Hodgkin-Lymphome von den Non-Hodgkin-Lymphomen (NHL). Während Hodgkin-Lymphome eine eigenständige Lymphomart darstellen, gehören fast 30 verschiedene Lymphomarten zu den NHL.

Wichtig ist aber auch, ob ein Lymphom aggressiv verläuft, zum Beispiel das diffus-großzellige B-Zell-Lymphom (DLBCL), oder ob es sich langsam und über Jahrzehnte entwickelt – zum Beispiel die chronisch-lymphatische Leukämie (CLL).

Wie macht sich ein Non-Hodgkin-Lymphom bemerkbar?

Ein Lymphom kann unter anderem Fieber über 38 °C und Nachtschweiß auslösen, außerdem verlieren die Patient:innen teilweise ungewollt an Gewicht. Auch kann es zu vergrößerten Lymphknoten kommen. Je nachdem, an welchem Ort das Lymphom auftritt, kommen spezifischere Symptome hinzu, die von Bauchschmerzen über Husten und Atembeschwerden bis hin zu Knochen- und Gelenkschmerzen reichen.

Was sind die Auslöser eines Non-Hodgkin-Lymphoms?

Bestimmte Faktoren erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Lymphom entwickelt. Fachleuten zufolge müssen aber mehrere Faktoren zusammenkommen. Zu den Risikofaktoren gehören Strahlen- und Chemotherapie, ein stark geschwächtes Immunsystem, Infektionen und Autoimmunerkrankungen. Für verschiedene NHL-Subgruppen werden weitere Risikofaktoren diskutiert.

Wie diagnostizieren Ärzt:innen ein Non-Hodgkin-Lymphom?

Bei einem Verdacht auf ein Lymphom werden die Patient:innen ausführlich untersucht. Außerdem wird ihr Blut analysiert und eine Gewebeprobe genommen. Daneben setzen Ärzt:innen bildgebende Verfahren ein, um die Ausbreitung des Lymphoms festzustellen. Je nach NHL-Subtyp kommen weitere Untersuchungen hinzu, zum Beispiel Tests auf genetische Alterationen.

Wann und wie wird ein Non-Hodgkin-Lymphom therapiert?

Die Therapie richtet sich unter anderem danach, wie aggressiv ein Lymphom ist. Aggressive Lymphome müssen in der Regel sofort behandelt werden, während bei den sogenannten indolenten Lymphomen teilweise die Option besteht, abzuwarten.

Die Behandlung richtet sich nach dem jeweiligen Subtyp und umfasst unter anderem Chemotherapie, Immuntherapie, zielgerichtete Therapien, Bestrahlung und neuere Ansätze wie CAR-T-Zellen.

Wie ist die Prognose?

Auch die Prognose hängt vom Subtyp ab. Zum Beispiel können 60–70 % der Patient:innen mit DLBCL geheilt werden. Es kommt aber auch immer auf die jeweilige Konstellation beziehungsweise das Stadium der Erkrankung an. Beim follikulären Lymphom etwa sind unter anderem die Anzahl der befallenen Lymphknoten, bestimmte Blutwerte, das Alter und das Stadium entscheidend für das Risiko eines Krankheitsrückfalls. Bei der CLL spielen unter anderem genetische Faktoren eine Rolle für die Prognose.

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