Beiträge zum Thema Allgemeinmedizin – Alle Beiträge

Wirkt das, und warum?
Arzt für Allgemeinmedizin in G.:
Wenn bei der Dilatation einer Femoralarterie ein Stent eingesetzt wird, führt ein Krankenhaus meiner Nachbarschaft eine Röntgen-Nachbestrahlung durch. Sie soll Wucherungstendenzen des Endothels unterdrücken und so die Zahl erneuter Stenosen bzw. Verschlüsse reduzieren. Was ist davon zu halten?

Darf sie konkrete Fragen geheim halten?
Arzt für Orthopädie und Chirotherapie,
Konstanz:
Die DKV verlangt von mir bei jedem Privatpatienten einen „ausführlichen Behandlungs- und Befundbericht, da die vorgelegten Rechnungen sowohl gebührenrechtliche als auch medizinische Fragen aufwerfen“. Trotz meiner Bitte, mir diese Fragen zur Kenntnis zu bringen, damit ich darauf konkret antworten kann, verweigert mir die DKV dies. Sie beharrt auf einem ausführlichen Behandlungs- und Befundbericht. Darf die DKV diese Fragen geheim halten und von mir global einen Bericht verlangen, ohne dass ich weiß, worum es geht?

Für den Operateur verboten?
Arzt für Orthopädie,
Bad Dürrheim:
Die KV streicht mir die EBM-Nr. 90 (Zuschlag ambulante Anästhesie/Narkose). Sie könne nur vom Arzt für Anästhesie abgerechnet werden. Mir scheint dies insofern sehr widersprüchlich, da die Plexusanästhesie nach den Nrn. 462 und 463 durchaus von Operateuren abgerechnet werden kann. Warum also nicht auch der Zuschlag?

Im Notdienst für Gotteslohn?
praktische Ärztin,
Regensburg:
In meiner Praxis ist ein Abrechnungsproblem aufgetreten, von dem ich glaube, dass es von allgemeinem Interesse ist. Als KV-Dienstärztin wurde ich von der Leitstelle um 1.30 Uhr nachts informiert, dass eine Patientin im Seniorenheim verstorben sei. Entsprechend den neuen Vorschriften fuhr ich ins Seniorenheim, untersuchte die Verstorbene, die nicht meine Patientin war, und stellte die so genannte „vorläufige Todesbescheinigung“ aus. Die endgültige Todesbescheinigung wurde am nächsten Tag vom Hausarzt der Verstorbenen ausgestellt. Die Bezahlung der von mir gestellten Rechnung lehnte das Bestattungsinstitut ab mit der Begründung, es könne nur eine Rechnung bezahlt werden, und das sei die desjenigen Arztes, der die endgültige Todesbescheinigung ausgestellt habe.

Wer trägt die Kosten bei Komplikationen?
Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe,
Stralsund:
Nicht selten werden Ersuchen von Patientinnen um Kostenübernahme (z.B. Brustvergrößerung/-verkleinerung) von den Kassen abgelehnt. Dabei muss die Patientin nach meiner Auffassung auch die präoperativen Leistungen (z.B. Mammographie/Sonographie, Labor) sowie auch die Folgeuntersuchungen (Wundpflege) privat übernehmen. Trifft das auch für Komplikationen zu? Wie erfolgt in diesem Fall die Krankschreibung? Hat die Patientin Anspruch auf Krankengeld?

Neue GOÄ in Sicht?
Internistin, Lugau:
Neben der normalen Ultraschalldiagnostik führe ich auch die Doppleruntersuchung mit einem direktionalen Ultraschalldoppler einschließlich Frequenzspektrumanalyse durch. Kurioserweise ist auch bei der Neuauflage der GOÄ die Nr. 404 nicht neben der Nr. 644 abrechenbar. Dieser seit Jahren in der GOÄ bestehende Widersinn ist für mich unerklärlich, da vor allem in den Kommentaren zur GOÄ alle möglichen Varianten der Umschreibung genannt sind. Könnten die Autoren der GOÄ nicht einen Zusatz bringen, um endlich den seit Jahren bestehenden Fehler zu beheben?

Dürfen Internisten privat abrechnen?
Internist, Otzberg:
Als hausärztlicher Internist darf ich ab 2002 K.o.-Leistungen wie zum Beispiel Echokardiographie bei Kassenpatienten nicht mehr abrechnen. Ist es rechtlich zulässig, wenn ich Kassenpatienten eine Privatrechnung nach GOÄ über die Leistung stelle, wenn ich sie vorher darauf aufmerksam gemacht habe, dass sie a) diese Leistungen bei einem Facharzt, wie z.B. einem Kardiologen, weiterhin ohne Zahlung bekommen können, b) sie diese Rechnung nicht von ihrer Krankenkasse erstattet bekommen können?

AOK verlangt Arznei-Verordnung
Ärztin für Allgemeinmedizin,
Horb:
Muss ich während des stationären Aufenthalts für meinen Patienten Medikamente verordnen? Die örtliche AOK behauptet das für den Fall, dass die betreffende Verordnung nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit der stationär behandelten Erkrankung steht. Nur bei direktem Zusammenhang müsse die Klinik die Medikamente stellen, sonst liege die Verantwortung für die Medikation beim Vertragsarzt.

Braucht die Patientin wirklich Kortison?
Arzt für Allgemeinmedizin,
Mörfelden-Walldorf:
Meine 33-jährige Patientin leidet seit etwa zehn Jahren unter Haarausfall. Im Trichogramm wurden mehrfach Haarwurzelschäden festgestellt, eine androgenetische Ursache konnte ausgeschlossen werden. Vor vier Jahren wurde eine Thyreoiditis Hashimoto diagnostiziert, der Antikörpertiter ist inzwischen auf sehr niedrige Werte abgefallen. Die Patientin gibt an, dass von allen z. Zt. bekannten Therapieversuchen lediglich die Anwendung von Dexa Loscon® mono (0,025%25ig) einen spürbaren Effekt zeigt. Wie hoch ist das Risiko einer Atrophie der Kopfhaut einzuschätzen?

Rettungsdienst wird ausgedünnt
Wir leben in einer ländlichen Gemeinde. Weil sie nicht in der vorgeschriebenen Zeit von 15 Minuten vom Rettungswagen erreicht werden kann, hat der Rettungsdienst einen Vertrag mit mir abgeschlossen. Je Einsatz fließt eine Einsatzpauschale, ein Rettungswagen (RTW) ist in meiner Nachbarschaft stationiert. Mir wurde nun mitgeteilt, dass ich nicht mehr alarmiert werde, es sei denn, der Notarzt der nächsten Stadt sei nicht verfügbar. Der Rettungsdienst möchte damit Kosten sparen. Praktisch bedeutet das, dass ein RTW meistens innerhalb von 15 Minuten, der Notarzt aber erst 15 bis 30 Minuten nach Alarmierung am Einsatzort ist. Liegt da nicht ein sog. Organisationsverschulden des Dienstes vor, wenn jemand geschädigt wird?

Zinsen verlangen?
Arzt für Allgemeinmedizin,
Töging:
Kann man gegen eine um drei Monate später als üblich zugestellte KV-Abrechnung Widerspruch erheben und Zinsen einfordern? Die KV begründet mit Schreiben vom 18.4.2001 ihr Verhalten damit, dass die "Umsetzung der bundesweiten Vorgaben sowie der gesamtvertraglichen Änderungen die Bearbeitung verzögert habe. Ich sehe dies als hausgemachtes Problem der KV, das nicht dazu berechtigt, etwa 20 %25 des Honoraranteils für drei Monate zurückzuhalten.

Was hilft außer D-Ribose?
Arzt für Neurologie und Psychiatrie,
Viersen:
Bei meiner 45-jährigen Patientin wurde 1999 eine MADA-Mangel-Myopathie diagnostiziert, aber keine Therapieempfehlung gegeben. Auf Grund ihrer eigenen Internetrecherche hat sie eine Behandlung mit D-Ribose durchgeführt - mit relativ gutem Erfolg. D-Ribose muss eine bestimmte Qualität haben und ist sehr teuer. Gibt es Erfahrungen über andere Therapiekonzepte oder besteht doch die Chance einer Kostenerstattung von D-Ribose durch die Krankenkassen?

In Sohnemanns Praxis weiter arbeiten?
Arzt für Allgemeinmedizin,
Leiferde:
Mein Vater und ich betreiben eine allgemeinmedizinische Gemeinschaftspraxis. Ende dieses Jahres endet nun auf Grund des Alters (68 J.) die Kassenzulassung meines Vaters. Er ist nach wie vor „fit“ und würde gerne noch ein oder zwei Jahre weiterarbeiten. Der Bezirk ist bzgl. Kassensitzen nicht gesperrt und Ende des Jahres hört ein weiterer Kollege unseres Dienstringes auf, ohne dass ein Nachfolger in Sicht wäre. Welche Möglichkeit gibt es, meinen Vater doch noch „mitmachen“ zu lassen? Kann er bei mir Assistent sein? Hat die KV eventuell doch Spielraum in Hinblick auf eine zu dünne Arztdichte, doch noch eine Ermächtigung für ihn auszusprechen? Kann er mich vertreten?

Warum bluten diese Unterschenkel?
Gefäßklinik,
Ulm-Blaustein:
Unsere Patientin klagt über regelmäßig wiederkehrende Veränderungen am Unterschenkel, die ganz kurzfristig innerhalb von zwei bis drei Tagen entstehen und nur in der warmen Jahreszeit, aber nicht bei Licht- oder Sonnenexposition auftreten. Das Blut laufe ihr dann die Beine herunter, es bestehen jedoch kein Juckreiz oder Schmerzen. Innerhalb von einigen Tagen klingen die Veränderungen wieder von alleine ab. Im Bereich des oberflächlichen und tiefen Venensystems fanden wir keinen pathologischen Befund. Was ist es?

Triggern Infekte das Rezidiv?
Internist, Bremen:
Mein 34-jähriger Patient hat nach antibiotisch behandelter Toxoplasmose chorioretinale Narben in beiden Augen zurückbehalten. Ansonsten ist der klinische Status unauffällig. Der serologische Befund spricht für eine zurückliegende Infektion. Kann es im Rahmen banaler und/oder stärkerer fieberhafter Infekte zu einem erneuten Ausbruch der Toxoplasmose kommen und muss ich deshalb eventuell prophylaktisch antibiotisch behandeln?

Direkt nach EBM abrechnen?
Wie kann ich die Versendung eines Erstrezeptes berechnen, wenn nach mehrwöchiger Stuhlbebrütung auf Grund des Ergebnisses eine Therapie notwendig wird und der Patient nicht wieder einbestellt wird. Kann ich den Versand von Allergiepässen und schriftlichen Hinweisen zur Erkrankung abrechnen? Was tun, wenn die Quartalsgrenze überschritten wurde und keine Chipkarte vorliegt - Ersatzverfahren? Hintergrund meiner Fragen ist, dass die Patienten sehr lange Anfahrtswege haben.

Arznei privat verordnen?
Ist ein Arzt berechtigt, ein Arzneimittel auf Privatrezept zu verordnen, wenn seine Richtgrößen überschritten sind oder Budgetüberschreitung droht? Es handelt sich um ein Privatrezept über ein Makrolid (ca. 50 DM) und ein Rezept über ein Cephalosporin (ca. 100 DM) wegen weiterhin therapieresistenter Sinusitis.