App-Test: Notfallmedizin pocket

e-Health , Apps und Internet Autor: Konstantin Meyer

thinkstock

Von Atemnot bis zum Wirbelsäulen-Trauma - Notfälle in der Medizin sind keine Seltenheit. Gut, wenn man weiß, was zu tun ist.

Als Mediziner wird man immer wieder mit kleineren und größeren medizinischen Notfällen konfrontiert. Meist bleibt keine Zeit in dicken Bücher nachzuschlagen. Hier kommen Apps ins Spiel, welche kompakt die wichtigsten Informationen bereitstellen. Die App „Notfallmedizin pocket“ verspricht genau dieses. Sie steht für iOS, Android und Windows Phone zur Verfügung und kostet einmalig 10,99€ bzw. 11,99€.

App: Notfallmedizin für die Hosentasche

Der beim Start der App angezeigte Hauptbildschirm, biete die Möglichkeit, die gewünschte Information gezielt auszuwählen. So gelangt man über den Button „Notfälle“ in ein Menü, welches häufige akutmedizinische Beschwerdebilder auflistet. Nach Auswahl des Symptomenkomplexes, werden dessen Differenzialdiagnosen sowie entsprechenden Therapien kurz und knapp angezeigt.


Ebenso über das Startmenü gelangt man zum Menüpunkt „Arzneimittel“. Hier finden sich die gängigsten Notfallmedikamente wieder. Neben der jeweiligen Indikation und Dosierung werden auch die wichtigsten Kontraindikationen und Nebenwirkungen mit aufgelistet. Erwähnenswert ist der direkt zum jeweiligen Medikament mit eingebettete Rechner, welcher die Kalkulation von gewichtsadaptieren Dosierungen erlaubt.


Ein weiteres Feature der Notfall-App sind die integrierten „Interaktiven Tools“. Dahinter verbergen sich verschiedene und umfangreiche Informationen zu Algorithmen, Rechner und Normwerttabellen. So kann man sich z.B. Schritt für Schritt durch Beantwortung von entsprechenden Fragen gezielt durch einen Algorithmus führen lassen. Ebenso mit dabei ist ein Kapitel zu Gefahrengut sowie verschiedene notfallmedizinische Scores, wie z.B. die "Glasgow Coma Scale".

Notfall-App: Algorithmen, Scores und Normwerte immer griffbereit

Praktisch ist die über den Hauptbildschirm zu erreichende Taschenlampenfunktion, welche das Blitzlicht des Smartphones als Lampe verwendet läßt. Zudem sind noch wichtige Telefonnummern wie z.B. der Giftnotruf hinterlegt. Die Bedienleiste am unteren Bildschrimrand soll bei der Navigation durch das Programm behilflich sein.


Fazit: Nicht nur im Notfall, auch zum Nachschlagen und Auffrischen von Wissen ist die App gut geeignet. Durch das klare Menüsystem gelangt man schnell und ohne Umwege an die gewünschte Information. Im Detail könnte man noch an der Bedienung feilen, was allerdings nicht wirklich schwer ins Gewicht fällt.


iOS - Apple App Store

 

 

Android - Google Play Store

Windows Phone Store

 

Startbildschirm: Vielfältiger Zugang zu den Informationen der App

 

Ausgewählte Beschwerdekomplex zum Direkteinstieg

 

Differenzialdiagnose und wegweisende Befunde

 

Interaktive Tools wie Algorithmen, Scores, Normwerte etc.

 

Integrierter Dosisrechner und Verlinkungen zu weiteren Indikationen



Getestet wurde die Version Notfallmedizin Pocket 3.1 unter iOS 7.12 auf dem iPhone 4S. Impressum vorhanden.