Abrechnung: Klinik-MVZ muss 593 000 Euro zurückzahlen

Gesundheitspolitik Autor: Cornelia Kolbeck

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Die Ersatzkassen für Berlin und Brandenburg holten sich 2013 eine Dreiviertelmillion Euro von Leistungserbringern zurück, deren Abrechnungen nicht den erbrachten Leistungen entsprachen.

Die "Arbeitsgruppe zur Bekämpfung von Fehlverhalten im Gesundheitswesen der Ersatzkassen in Berlin und Brandenburg" deckt Abrechnungsmanipulationen und Fehlverhalten zulasten der Versichertengemeinschaft auf. Bei ihren regelmäßigen Treffen führen die Ermittler der Kassen auffällige Fälle zusammen.

Die Palette der Auffälligkeiten bei Ärzten, Kliniken, Apotheken, Pflegediensten, Reha-Einrichtungen etc. reicht vom versehentlich nicht eingereichten Zertifikat, was eine Leistung als ungerechtfertigt erbracht erscheinen lässt, bis zum vorsätzlichen Betrug.

Bestätigt sich ein Verdacht, wird die finanzielle Wiedergutmachung eingefordert. Wird eine strafbare Handlung vermutet, wird zudem die Staatsanwaltschaft informiert.

204 Verdachtsfälle in Berlin und Brandenburg

Nach Angaben von Dorothee Binder-Pinkepank, Pressesprecherin der vdek-Landesvertretung Berlin/Brandenburg, gingen die Kassen­ermittler im vergangenen Jahr 135 Verdachtsfällen in Berlin und 69 in Brandenburg nach.

Von den Berliner Fällen bestätigten sich 94. 35 Fälle konnten als unbestätigt erledigt werden, sechs sind noch in der Prüfung. In Brandenburg bestätigten sich 53 Verdachtsfälle, in elf Fällen zeigte sich der Verdacht als unbegründet, in fünf Fällen wird noch ermittelt.

Der größte Teil der insgesamt zurückgeforderten 765 000 Euro wurde in Zusammenarbeit mit der KV Berlin von einem großen Berliner Klinik-MVZ zurückgeholt (593 000 Euro).

Unter anderem war von diesem die Arbeit von Assistenzärzten als Facharztleistung abgerechnet worden. Ein weiterer großer Posten (30 000 Euro) war die Rückzahlung einer Brandenburger Zahnarztpraxis.

Ratenrückzahlungen auch 
in kleinen Beträgen

Laut Binder-Pinkepank gestaltet sich die Durchsetzung von Schadensersatzforderungen oft schwierig, z.B. weil Leistungserbringer in Insolvenz gehen oder langjährige Verfahren die Rückzahlungen verzögern. Ratenrückzahlungen, auch in kleineren Beträgen, sind nicht selten.

"Die meisten Leistungserbringer rechnen korrekt ab", betont die vdek-Sprecherin. Darum sei es wichtig, gegen diejenigen vorzugehen, die sich auf Kosten der Beitragszahler unkorrekt verhalten. Sie verweist auf die zentrale E-Mail-Adresse 
manipulationsabwehr@vdek.com, die die Ersatzkassen für Hinweise eingerichtet haben. Alle Meldungen würden vertraulich behandelt.