Viele Schulkinder von Depression und Angst betroffen

Gesundheitspolitik Autor: Cornelia Kolbeck

Jeweils 2 % der 10- bis 17-Jährigen haben Depressionen oder Angststörungen. © Victority – stock.adobe.com

Jedes vierte Schulkind zeigt psychische Auffälligkeiten. Das führt nicht selten und oft lange in die Klinik. Und manchmal auch mehrfach. Das belegt eine Analyse der DAK.

Für den kürzlich veröffentlichten Kinder- und Jugendreport 2019 wurden die Daten von rund 800 000 DAK-versicherten Kindern und Jugendlichen ausgewertet. Dabei zeigte sich für 2017, dass von den 10- bis 17-Jährigen 1,9 % eine Depression entwickelt hatten und 2,2 % Angststörungen.

Wie Studienleiter Professor Dr. Wolfgang Greiner, Universität Bielefeld, erläuterte, entspricht das hochgerechnet auf Deutschland ca. 131 000 Schulkindern (10-17 Jahre) mit Depressionen und 136 000 mit Angststörungen bzw. 238 000 Schulkindern mit Depressionen und Angststörungen.

Antidepressiva gibt es auch vom Hausarzt

Depressionen führten unter allen psychischen und Verhaltensstörungen am häufigsten in die Klinik. Fast 8 % aller depressiven Schulkinder wurden innerhalb eines Jahres stationär behandelt, durchschnittlich für 39 Tage. Zudem war das Risiko der Wiedereinweisung hoch, wenn es sich um Kinder seelisch oder suchtkranker Eltern handelte. Fast jedes vierte Kind, welches 2016 oder 2017 wegen einer Depression im Krankenhaus war, wurde mehrmals eingewiesen.

Die Verordnung von Antidepressiva wird in 60 % der Fälle durch Fachärzte vorgenommen, vor allem durch Psychologen und Psychiater. Der Verschreibungsanteil der Haus­ärzte steigt jedoch mit dem Alter der Patienten. 19 % sind es bei 5- bis 9-Jährigen, 29 % bei 15- bis 17-Jährigen.

Quelle: DAK-Pressekonferenz