Wer übernimmt die Kosten für das Medikationsplan-Update?

Praxismanagement , Praxis-IT Autor: Andreas Weise

Die Softwareanbieter gehen mit den Kosten für die Funktionsergänzung der Praxissoftwarepakete unterschiedlich um. © fotolia/ktm_2016

Seit 1. April müssen Praxissoftwarepakete den bundeseinheitlichen Medikationsplan unterstützen. Das können die relevanten Programme/Software-Pakete auch –Unterschiede gibt es allerdings, was die Kosten für diese gesetzlich vorgeschriebene Funktion betrifft.

Patienten, die mindestens drei zulasten der gesetzlichen Krankenkassen verordnete Medikamente gleichzeitig und über einen Zeitraum von mindestens 28 Tagen einnehmen, haben einen gesetzlichen Anspruch auf die Aushändigung eines Medikationsplans nach bundeseinheitlichem Zuschnitt. Der Plan soll sämtliche verschreibungspflichtigen Arzneimittel enthalten, die der Patient einnimmt, sowie Selbstmedikation. Dazu werden unter anderem der Wirkstoff, die Dosierung, der Einnahmegrund sowie sonstige Hinweise zur Einnahme aufgeführt. Wird der BMP in Papierform ausgehändigt, was die derzeit übliche Form ist, ist darauf zusätzlich ein Barcode aufgebracht.

Die gesetzlichen Vorgaben gelten bereits seit Oktober 2016, den Anbietern von Praxissoftware hatte der Gesetzgeber eine Übergangsfrist bis 1. April eingeräumt. Für praktisch alle relevanten Softwarepakete sind die erforderlichen Medikationsplan-Module also zwischenzeitlich verfügbar.

Kostenpflicht beim Marktführer, Gratis-Update bei vielen anderen

Sehr unterschiedlich gehen die Softwareanbieter jedoch mit den Kosten für diese Funktionsergänzung der Praxissoftwarepakete um. Vor allem die mit ihren Paketen "Turbomed" und "Medistar" markführende CompuGroup Medical hat sich entschieden, den bundeseinheitlichen Medikationsplan als kostenpflichtiges Update anzubieten. Dies gilt auch für die ebenfalls stark im Markt verbreiteten Pakete "Albis" und "Compumed M1" desselben Anbieters. Die Updatekosten stoßen bei vielen Ärzten auf Kritik, zumal das Vertriebsmodell des Anbieters vorsieht, dass der lokale Vertriebspartner die genauen Kosten eigenständig festlegt. Dem Vernehmen nach bewegen sie sich typischerweise in der Größenordnung von 300 bis 450 Euro. Nur gegen Zahlung gibt es den nötigen Freischaltcode, der diese gesetzlich vorgeschriebene Funktion in der Software verfügbar macht.

Anders handhabt dies der Anbieter medatixx, der mit seinen Produkten in der Liste der von Allgemeinmedizinern genutzten Programme gleich hinter den marktführenen Titeln von CompuGroup Medical folgt. medatixx hat die Unterstützung des BMP im Rahmen seiner regelmäßigen Softwarepflege zur Verfügung gestellt. Auch die Software "Quincy Win" der Frey ADV GmbH wurde kostenlos aktualisiert.

Diesem kundenfreundlichen Trend schließt sich auch die für Mac-Rechner entwickelte Praxissoftware tomedo von zollsoft an, die in Ihrer jungen Geschichte rasantes Wachstum verzeichnen konnte. Der BMP wurde auch hier im Rahmen der regelmäßigen Updates ohne Zusatzkosten zur Verfügung gestellt, so wie dort generell alle Updates in der monatlichen Miete inkludiert sind.

tomedo und viele andere Pakete bieten den BMP in der Benutzeroberfläche der Software zudem parallel zum bisherigen Medikationsplan an. Diese Option schätzen vor allem Privatärzte, die für ihre Patienten lieber den bisherigen bewährten Plan nutzen wollen. Noch keines der Programme unterstützt übrigens die geplante Speicherung des BMP auf der elektronischen Gesundheitskarte. Da diese Funktion erst ab dem 1. Januar 2019 verpflichtend ist, berichten die Softwareanbieter übereinstimmend, dass sie zu dieser Funktion erst die weitere politisch/gesetzliche und technische Entwicklung beziehungsweise Spezifikation abwarten wollen.