Grippesaison 2026 Regressangst sorgt für Impfstoffmangel

Gesundheitspolitik Autor: Michael Reischmann

Bestellregeln verschärfen Engpässe bei Grippeimpfstoffen in der aktuellen Saison. Bestellregeln verschärfen Engpässe bei Grippeimpfstoffen in der aktuellen Saison. © StockMediaSeller – stock.adobe.com

Der Hausärzteverband schlägt Alarm: Wegen rigider Bestellregeln und drohender Regresse konnten viele Praxen nicht genug Grippeimpfstoff ordern. Die Folge: regionale Engpässe mitten in der Grippesaison.

Regionale Engpässe bei Grippeimpfstoffen in diesem Winter hängen auch mit dem Regressrisiko zusammen, erklärt der Hausärztinnen- und Hausärzteverband (HÄV). Aufgrund der langen Produktionsdauer müssen Praxen ihren Impfstoffbedarf ein Dreivierteljahr vor der Grippesaison festlegen. Bestellen sie zu viele Dosen, die bei geringer Nachfrage nicht verimpft werden können, laufen sie Gefahr, von den Krankenkassen in Regress genommen zu werden. Also orientieren sie sich am Vorjahr.

Dieses Mal stieg aber die Patientennachfrage nach Impfungen aufgrund der frühen Grippewelle sowie der Medienberichte über den neuen Virenstamm „Subklade K“ in vielen Praxen vergleichsweise früher und stärker an. Bereits Mitte Dezember fehlten in einigen Regionen Grippeimpfstoffe. Über Netzwerke konnten sich Praxen zum Teil Restbestände sichern. „Unsere Praxen haben aber aktuell keinerlei Möglichkeit, auf eine stärkere Nachfrage angemessen zu reagieren. Grund ist die extrem rigide Bestellregelung“, klagt die Verbandsführung. Um die Impfquote zu steigern, müssten die Regresse abgeschafft werden.

Dr. Wolfgang Ritter, Chef des Bayerischen HÄV, moniert, dass das 2017 verhängte Verbot von Impfstoff-Rabattverträgen der Krankenkassen nicht dazu geführt habe, „dass die Industrie wesentlich mehr Impfstoff zur Verfügung stellt“. Für Praxen und Versicherte habe „sich dadurch rein gar nichts verbessert – in diesem Jahr war die Situation vielerorts sogar schlimmer denn je“.

Quelle: Pressemitteilung – HÄV