apoBank-Analyse zur Niederlassung Einzelpraxis bleibt Favorit bei Hausärzt:innen
Für die Niederlassung wählen Hausärztinnen und -ärzte nach wie vor gerne die Übernahme einer Einzelpraxis
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Für die Niederlassung wählen Hausärztinnen und -ärzte nach wie vor gerne die Übernahme einer Einzelpraxis: 46 % der Gründerinnen und Gründer entscheiden sich für diesen Weg. Sie investieren dafür im Schnitt rund 190.000 Euro. Dies zeigt eine Analyse der apoBank und des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung. Der Kaufpreis macht den größten Kostenblock aus, die Ausgaben für Modernisierung und Ausstattung haben aber aufgeholt. Im Schnitt fließen 78.000 Euro in Geräte, Einrichtung, IT und Umbauten – doppelt so viel wie vor zehn Jahren.
Über ein Drittel zieht es in die Großstadt
Die Übernahmepreise für hausärztliche Einzelpraxen gehen allerdings weit auseinander. Noch immer zahlt die Mehrheit der Gründerinnen und Gründer (61 %) maximal 100.000 Euro für eine Praxis. Etwa ein Drittel (31 %) investiert zwischen 100.000 und 200.000 Euro. 8 % geben sogar mehr als 200.000 Euro aus.
Deutlich ist auch der Stadt-Land-Unterschied: In ländlichen Regionen liegen die Gesamtinvestitionen für eine Einzelpraxisübernahme im Schnitt bei 151.700 Euro, in Großstädten dagegen bei 205.000 Euro. Dennoch werden Metropolen bevorzugt: 37 % der hausärztlichen Niederlassungen entfallen auf Großstädte, 28 % auf Mittelstädte, 25 % auf Kleinstädte. Nur jede zehnte Gründung erfolgt auf dem Land.
Ein wichtiger Trend sind Teilzulassungen, vor allem in Berufsausübungsgemeinschaften (BAG). Jede fünfte Überführung einer Einzelpraxis in eine BAG erfolgt mit halben Zulassungen. In diesen Konstellationen zahlen Hausärztinnen und -ärzte im Schnitt weniger als die Hälfte des vollen Übernahmepreises. Der direkte Eintritt in eine bestehende BAG kostet dagegen etwa drei Viertel des Kaufpreises einer vollen Niederlassung.
Landarztpraxis hat wirtschaftliche Vorteile
Aus Sicht der apoBank bieten Teilzulassungen beiden Seiten einen „sanften Übergang“: Abgebende können ihre Arbeitszeit reduzieren und trotzdem weiter eigenverantwortlich tätig sein, Übernehmende müssen nicht sofort die volle wirtschaftliche und organisatorische Verantwortung tragen. Die Bank verweist darauf, dass ländliche Regionen für Ärztinnen und Ärzte, die von Anfang an voll einsteigen wollen, wirtschaftlich attraktiv sein können – mit geringerer Konkurrenz, niedrigeren Investitionen und laufenden Kosten sowie zusätzlichen Förderangeboten.
Quelle: Pressemitteilung – apoBank