DocStop: Hilfe für akut erkrankte Lkw-Fahrer

Gesundheitspolitik Autor: Petra Spielberg

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Über 300 Arztpraxen und Kliniken im Bundesgebiet haben sich der schnellen medizinischen Hilfe für Lkw-Fahrer verschrieben.

Rückenschmerzen, Infekte, Bluthochdruck, Sehstörungen oder Herzprobleme sind Leiden, mit denen sich auch Lkw-Fahrer herumplagen. Zeitdruck und die Angst vor möglichen Repressalien halten jedoch viele Brummifahrer davon ab, während der Arbeit einen Arzt aufzusuchen.

„Das ändert sich allmählich“, berichtet Rainer Bernickel, Begründer von DocStop, einer Initiative, die Lkw-Fahrern eine schnelle Versorgung bei akuten Krankheiten garantieren soll. Als Polizeihauptkommissar in Rente kennt Bernickel die Gefahren, die von ermüdeten bzw. kranken LKW-Fahrern ausgehen, und gründete deshalb 2007 den Verein DocStop für Europäer e.V.

Monatlich nutzen mittlerweile rund 250 Brummifahrer den bundesweiten Service docstop, über den sie sich an Tankstellen, Autohöfen oder das Internet informieren können.

Zu den Ärzten, die sich bereit erklärt haben, kranke Fernfahrer bevorzugt zu behandeln, gehören in erster Linie Allgemeinärzte, Internisten, Sportmediziner und Orthopäden, aber auch Krankenhäuser wie die Oberlausitz-Kliniken gGmbH in Bautzen, das Evangelische Jung-Stilling-Krankenhaus in Siegen oder das Herzzentrum Leipzig. „Pro Jahr suchen uns etwa 25 Lkw-Fahrer auf“, erklärt Dr. Stephan Schubert, Unfallchirurg bei der Oberlausitz-Kliniken gGmbH.

Ehrgeiziges Ziel: DocStop europaweit

Ziel von DocStop ist, dass die nächste Arztpraxis bzw. das Krankenhaus nicht mehr als vier Kilometer vom aktuellen Standort eines Lkw-Fahrers entfernt sein soll. Deshalb werden noch weitere Ärzte gesucht, deren Praxis nahe an einer Raststätte liegt, die sich sozial engagieren und bei DocStop mitmachen wollen.

Von dem ehrgeizigen Ziel, DocStop europaweit zu etablieren, ist der Verein noch weit entfernt. Als weiteres EU-Land hat bislang nur Polen die Idee übernommen. Auch nutzen nach Auskunft von Bernickel derzeit fast ausschließlich Fahrer aus Deutschland den Service. „Neben sprachlichen Hürden spielen dabei auch die unterschiedlichen Kostenerstattungsregelungen der Staaten eine Rolle“, so Bernickel. Denn deutsche Fahrer können ihre Krankenversichertenkarte vorlegen. Ausländische Kollegen müssen für die Behandlung in der Regel in Vorleistung treten.