„Mein Hauptakteur kann kein Superheld im körperlichen Sinne sein“

Rezensionen Autor: Dr. Anja Braunwarth

Warum Krimiautor Michael Robotham seinen Ermittler chronisch krank machte. © Goldmann Verlag/Tony Mott

Seit mehr als zehn Jahren erobert der Australier Michael Robotham mit seinem parkinsonkranken Psychologen Joe O‘Loughlin die Bestsellerlisten. Hätte der Autor den Erfolg geahnt, wäre sein Protagonist wohl nicht mit einem chronisch-progressiven Leiden gestraft worden.

Wie kamen Sie auf die Idee, einen Psychologen als Hauptermittler zu erfinden?

Michael Robotham: Für polizeiliche Ermittler gelten sehr strenge Regeln, z.B. was Verhöre angeht. Ich wollte, dass mein Protagonist freier agieren kann, so kam ich auf die Idee mit dem Psychologen. Aber ein bisschen fachliche Unterstützung erhält er ja regelmäßig durch den ehemaligen Detective Vincent Ruiz.

Warum haben Sie Joe O‘Loughlin an Parkinson erkranken lassen?

Robotham: Als ich ihn im ersten Buch ins Leben rief, war kein weiteres mit ihm geplant, ich wollte keine Reihe schreiben. Mir gefiel die Vorstellung, dass mein Hauptakteur kein Superheld im körperlichen Sinne sein kann, im geistigen aber sehr wohl. Diese Tragik des brillanten Kopfes im gehandicapten Körper fasziniert mich z.B. auch an Stephen Hawking. Ich muss aber sagen, wenn ich gewusst hätte, wie viele weitere Bücher ich noch mit Joe verfasse, hätte ich ihm keine unheilbare und progressive Krankheit angedichtet.

Wieso haben Sie ihn denn überhaupt weiter ermitteln lassen?

Robotham: Ich denke mir immer erst eine Geschichte aus und überlege dann, wer sie am besten ausfüllen könnte, und so kehrte ich irgendwann zu Joe zurück, der mir einfach ans Herz gewachsen ist.

Holen Sie sich fachlichen Rat für Joes Ermittlungen ein?

Robotham: Ich stehe in Kontakt mit Paul Britton, der zu den bedeutendsten Kriminalpsychologen Großbritanniens gehört. Er hat mir schon viele hilfreiche Tipps gegeben.

Zum Buch „Der Schlafmacher“

In einem einsamen Bauernhaus werden eine Mutter und ihre Tochter brutal ermordet. Die Zahl der Verdächtigen ist nicht gerade klein, doch die Polizei tritt bei den Ermittlungen auf der Stelle. Schließlich schaltet sie den Psychologen Joe O’Loughlin ein. Als ein weiterer Mord geschieht, kristallisiert sich heraus, dass es sich wohl um den Rachefeldzug eines schwer gestörten Menschen handelt.

Wie immer gelingt es Michael Robotham, die Spannung konstant hochzuhalten und den Leser bei der Suche nach dem Täter mitfiebern zu lassen. Gekrönt wird das Ganze von einem spektakulären Showdown, der erfüllt, was die Geschichte verspricht – und noch ein wenig darüber hinaus geht.

Bevor Sie Krimiautor wurden, haben Sie viele Jahre als Journalist und dann als Ghostwriter gearbeitet. Wie kam es zum Wechsel der Karriere?

Robotham: Es war schon immer mein Traum, eigene Bücher zu schreiben. 2002 habe ich dann gerade mal 117 Seiten eines unfertigen Buches an verschiedene Verleger geschickt und der Traum wurde praktisch über Nacht wahr: Die Verleger starteten ein regelrechtes Wettbieten um mich, es war unfassbar.

Die Reihe um Joe O‘Loughlin und Vincent Ruiz wurde in Deutschland sehr erfolgreich verfilmt, Ulrich Noethen spielt den Psychologen, Jürgen Maurer den Detective. Wie gefällt Ihnen die Umsetzung?

Robotham: Die gefällt mir sehr, sehr gut und die Deutschen sind damit echte Vorreiter. Weder in Großbritannien – wo die Bücher spielen – noch in meiner Heimat Australien gibt es bisher Verfilmungen. Es wundert allerdings nicht, denn Deutschland stellt meinen größten internationalen Lesermarkt dar.

Sie schreiben vorwiegend aus der Ich-Perspektive, was eher ungewöhnlich für Kriminalschriftsteller ist. Warum?

Robotham: In den 15 Autobiografien, die ich als Ghostwriter verfasst habe, musste ich die jeweilige Stimme so gut wie möglich wiedergeben. Nun empfinde ich teilweise etwas Ähnliches. Meine Charaktere werden in meinem Kopf lebendig und haben eine Stimme, deshalb erzähle ich gerne aus dieser Perspektive.

Zwischen den Joe O‘Loughlin-Romanen schreiben Sie immer wieder einzelne Geschichten, auch Ihr nächstes Buch steht außerhalb der Reihe. Werden Sie das beibehalten?

Robotham: Auf jeden Fall! Immer wenn ich ein Jahr in der gedanklichen Männer-WG mit Joe O‘Loughlin verbracht habe, brauche ich mal eine Pause von ihm – so gerne ich ihn mag!

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Einsendeschluss ist der 4.9.2017*

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