Neue Arzt-Assistenzberufe aus der KV-Schmiede?

Gesundheitspolitik Autor: Klaus Schmidt

Einige Hochschulen bieten Studiengänge zum Physician Assistant an. © Thinkstock

Der Bachelor-Studiengang "Physician Assistance", den einige private Hochschulen anbieten, dürfte kaum aufzuhalten sein. Bayerns KV-Vorsitzender Dr. Wolfgang Krombholz meint: Was die Fresenius-Hochschule kann, könne die KV auch!

Kaum hatte der 117. Deutsche Ärztetag Ende Mai in Düsseldorf seine Kritik am Studiengang für den Medizinischen Assistenten geäußert, da reagierte die Fresenius-Hochschule als Anbieter bereits: Die Studienbroschüre wurde geändert, das Tätigkeitsfeld ärztekammerfreundlicher beschrieben.

Statt "Erst-Anamnese mit körperlicher Untersuchung" heißt es nun "Vorbereitung der Erst-Anamnese mit körperlicher Untersuchung", statt "Behandlungspläne aufstellen – die Durchführung organisieren" nun "Mithilfe bei der Aufstellung von Behandlungsplänen und Organisation der Durchführung".

"Wann wird aus Delegation Substitution?"

Das beruhigte die Vertreterversammlung der KV Bayerns Anfang Juni keineswegs. "Wohin geht das?", wurde gefragt. Und: "Wann wird aus Delegation Substitution?"

KV-Vorsitzender Dr. Krombholz blieb gelassen: Der Bologna-Prozess sei nicht aufzuhalten. "Wir sollten die Sache selbst in die Hand nehmen und mit unseren Zielen definieren."

Dabei ist die Fresenius-Hochschule nicht allein mit dem umstrittenen Studiengang. In Deutschland wird an fünf Fachhochschulen ein Studiengang Physician Assistant angeboten, so auch an der Steinbeis-Hochschule in Berlin, die vor Kurzem erst Pläne für einen Studiengang zum Homöopathie-Bachelor zurückgezogen hat (MT berichte), der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Karlsruhe, der Mathias Hochschule in Rheine sowie der Flied­ner Fachhochschule in Düsseldorf.

Das acht Semester lange Studium kostet bei der Fresenius-Hochschule 575 Euro im Monat plus 200 Euro Anmeldegebühr und 390 Euro Prüfgebühr.

Kooperation mit Orthopäden und Unfallchirurgen

Wie so vieles stammt auch das neue Berufsbild aus den USA, wo der/die Physician Assistant vor allem an Kliniken arbeitet.

In Deutschland ist der neue Assistent durchaus nicht bei allen ärztlichen Organisationen unerwünscht: Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie bietet z.B. in Kooperation mit der Steinbeis-Hochschule sowie mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg den Studiengang zum "Bachelor of Science Physician Assis­tance" mit Schwerpunkt Orthopädie und Unfallchirurgie an.

Pflegefachkräfte werden nach einer dreijährigen Ausbildungszeit für Arzt-Assistenztätigkeiten in Operationssälen, auf den Stationen und den Ambulanzen an orthopädisch-unfallchirurgischen Kliniken und Niederlassungen qualifiziert.