Sozial benachteiligte Menschen sollen von Arzneimittelzuzahlungen befreit werden

Gesundheitspolitik Autor: Maya Hüss

Zu wenig Geld für Medikamente? Gefordert wird eine Entlastung sozial Benachteiligter durch die Kassen. © Fotolia/zinkevych

Sowohl die Kosten für Mittel zur Selbstmedikation, als auch Zuzahlungen zu verschreibungspflichtigen Arzneimitteln sollen in Zukunft für sozial benachteiligte Menschen teilweise von den Kostenträgern übernommen werden. So die Forderung der Nationalen Armutskonferenz in ihrem jüngst veröffentlichten Positionspapier.

Der Verein demokratischer Pharmazeutinnen und Pharmazeuten (VdPP) schließt sich dieser Meinung an und hält fest: „Sozial benachteiligte Menschen sind gesundheitlich besonders belastet und haben eine deutlich niedrigere Lebenserwartung als der Durchschnitt der Bevölkerung. Sie brauchen häufig verschreibungspflichtige, aber auch verschreibungsfreie Arzneimittel", sagt Ingeborg Simon, Mitglied des VdPP.

Laut VdPP sollten Menschen die wenig Geld haben, nicht auf dringend benötigte Arzneimittel verzichten müssen.„Apothekerinnen und Apotheker müssen sich einbringen, wenn nach Lösungen für die Betroffenen gesucht wird, insbesondere bei der Selbstmedikation. Denn nur ein Teil des Angebots im Selbstmedikationsmarkt ist wirklich sinnvoll“, erläutert Simon.

Sollten Krankenkassen sich bereit erklären, die Kosten für die Selbstmedikation zu übernehmen, müsste nach SGB V gewährleistet werden, dass diese Arzneimittel ausreichend, wirtschaftlich und zweckmäßig sind. 

Quelle: Pressemitteilung des Vereins demokratischer Pharmazeutinnen und Pharmazeuten (VdPP),
Nationale Armutskonferenz (NAK).