Grippeimpfung in Apotheken Bayerns Hausärzte verärgert

Niederlassung und Kooperation Autor: Michael Reischmann

Die AOK düpiert Hausärzte. (Agenturfoto) Die AOK düpiert Hausärzte. (Agenturfoto) © contrastwerkstatt – stock.adobe.com
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Die AOK Bayern wollte den niedrigen Impfquoten durch eine Kooperation mit Apotheken entgegenwirken. Ärztevertreter fühlen sich übergangen und hinterfragen den „Erfolg“.

In der Oberpfalz wurden in 70 Apotheken über 400 Influenzaimpfungen durchgeführt! Aufgrund dieser „positiven Bilanz“ ist die Freude beim Bayerischen Apothekerverband groß, dass das dreijährige Modellprojekt „Grippeschutzimpfung in Apotheken“ der AOK nun auf ganz Bayern ausgeweitet wird.

Spaltpilz zwischen Hausärzte und Apotheker

„Der Pilotversuch ist kläglich gescheitert“, findet dagegen Dr. Markus Beier, Vorsitzender des Bayerischen Hausärzteverbandes.Über 400 Impfungen seit Herbst 2020 – das seien weniger als sechs pro Apotheke in rund 18 Monaten. Dabei sei unklar, ob wirklich Patienten erreicht wurden, die zuvor keine Grippeschutz-Impfung in Anspruch genommen haben. Empört kommentiert der Verbandschef, dass die AOK an „einer wirren Idee festhält“ und das Projekt sogar noch ausdehnt. Dr. Beier: „Mit ihrem Vorstoß treibt die AOK Bayern ohne Not einen Spaltpilz zwischen Hausärzte und Apotheker. Gewinner werden am Ende die kapitalgesteuerten Online-Apotheken sein.“

Den Arzt wurmt auch, dass die Hausärzte von der Entscheidung zuerst aus den Medien erfahren haben. Nach dem großen Erfolg mit der Hausarztzentrierten Versorgung habe man erwartet, dass die Kasse „vorab mit dem Bayerischen Hausärzteverband das Gespräch sucht, um gemeinsam an Lösungen zu arbeiten, wie man den regional niedrigen Impfquoten von AOK-Bayern-Versicherten entgegenwirken kann.“

Medical-Tribune-Bericht

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