S3-Leitlinie gegen Überversorgung und Unterversorgung

Praxismanagement , Praxisführung Autor: Antje Thiel

Unterversorgung kann vor allem Kinder treffen. Kritiker fordern eine beitragsfreie Grundversicherung. Unterversorgung kann vor allem Kinder treffen. Kritiker fordern eine beitragsfreie Grundversicherung. © antic – stock.adobe.com
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Beinahe fünf Jahre sind seit der Anmeldung des Leitlinien-Vorhabens im Juli 2014 vergangen. Doch nun soll die S3-Leitlinie zum Schutz vor Über- und Unterversorgung der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin (DEGAM) Mitte Mai 2019 endlich veröffentlicht werden.

Bei der MEZIS-Tagung berichtete Professor Dr. Michael Scherer vom Institut für Allgemeinmedizin am Hamburger Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) über die Motivation für die Leitlinie – und den schwierigen Weg dorthin.

Ursachen für Über-, Unter- und Fehlversorgung seien häufig falsche Anreize, die auf Anbieterseite eine „Flucht in die Menge“ provozieren, Fehlverteilung bei den Anbieterstrukturen und eine mangelhafte Koordination zwischen den Sektoren: „Patienten werden dann oft herumgereicht“, sagte Prof. Scherer.

Empfehlungen, was Ärzte tun oder lassen sollten

Ziel der neuen DEGAM-Leitlinie sei es, die an der evidenzbasierten Medizin orientierte Grundhaltung der DEGAM zu bündeln und in praxisnahe Empfehlungen umzusetzen. „Die Leitlinie gibt Positivempfehlungen, um Unterversorgung zu vermeiden, und Negativempfehlungen, um Überversorgung zu verhindern“, erklärte Prof. Scherer, „im Prinzip so wie die amerikanische Initiative ‚Choosing wisely’ – nur besser!“

Quelle: Fachtagung MEZIS e.V.

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