Schneller gegen Krebs: Bayerisches Bündnis will Impulse für die „Nationale Dekade“ geben

Gesundheitspolitik Autor: Michael Reischmann

In Arbeitsgruppen mit weiteren an der Versorgung beteiligten Interessenvertretern wird darüber geredet, wie Innovationen schneller flächendeckend zugänglich gemacht werden können. © Fotolia/Gorodenkoff

Bayern will „Impulsgeber“ in der „Nationalen Dekade gegen Krebs“ sein. Dafür hat Gesundheitsministerin Melanie Huml die Schirmherrschaft beim „Bayerischen Innovationsbündnis gegen Krebs“ übernommen.

Die Initiative wurde gegründet von Medical Valley EMN e.V. (einem Netzwerk aus Wirtschaft, Forschung und Gesundheitsversorgung in der Region Nürnberg), der Siemens Healthineers AG und dem Pharma-Unternehmen Novartis GmbH. In Arbeitsgruppen mit weiteren an der Versorgung beteiligten Interessenvertretern wird darüber geredet, wie Innovationen schneller flächendeckend zugänglich gemacht werden können. „Dialog und die Vernetzung von Wissenschaft und Industrie sind von großer Bedeutung für die Entwicklung neuer Therapieoptionen und deren verbreiteten Einsatz“, betont Dr. Ulrike Haus, Medical Director Oncology bei Novartis.

Die Mühle des Gemeinsamen Bundesausschusses mahlt ...

Dr. Gertrud Demmler von der Siemens BKK moniert, dass beim Zugang neuer Methoden in die Regelversorgung zu viel Zeit vergeht. Die Krankenkassen behelfen sich hier mit Verträgen zur besonderen Versorgung, z.B. mit dem Lungennetzwerk Nowel für die molekulare Tumordiagnostik an Blut („Liquid Biopsy“) zur gezielten Medikation.

Dass der Gemeinsame Bundesausschuss mit der Beurteilung biomarkerbasierter Tests bei primärem Brustkrebs Jahre hinter den USA hinterherhinke, kritisiert Professor Dr. Matthias Beckmann vom Comprehensive Cancer Center Erlangen. Die Idee, dass in solchen Fällen künftig das Bundesgesundheitsministerium anstelle des G-BA entscheidet, unterstützt Huml allerdings nicht. Solche Beschlüsse bedürften einer wissenschaftlichen Basis und das dauere nun mal. Einigkeit besteht über die rasche Einführung elektronischer Patientenakten. „Wir brauchen longitudinale Realweltdaten“, so Prof. Beckmann.