Markt der Biopharmazeutika wächst weiter

Gesundheitspolitik Autor: Isabel Aulehla

Immunologische und onkologische Präparate sind am umsatzstärksten. © iStock/Design Cells

Biopharmazeutika werden von Ärzten immer öfter eingesetzt. Die Therapie von Autoimmun-, Krebs- und Stoffwechselerkrankungen nimmt dabei Spitzenplätze ein.

Der deutsche Markt der Biopharmazeutika ist weiterhin in Bewegung. Im vergangenen Jahr erreichte laut Branchenreport „Medizinische Biotechnologie in Deutschland 2019“ die Zahl der Neuzulassungen ein Rekordhoch. Insgesamt waren 38 Biopharmazeutika zugelassen worden (58 % aller Neuzulassungen), 24 davon beruhten auf einem neuen Wirkstoff; die übrigen waren Biosimilars.

Allein im Jahr 2018 erzielten die Hersteller durch Biopharmaka einen Umsatz von 11,4 Mrd. Euro, was 27 % des Netto-Gesamtumsatzes aller Medikamente entspricht. Das ist verglichen mit 2017 ein Anstieg um 12 %, während der Gesamtmarkt der Medikamente nur um 6 % wuchs. Der Grund des rasanten Wachstums liegt laut Verband forschender Arzneimittelhersteller (vfa) in einem erhöhten Behandlungsbedarf.

Das umsatzstärkste Anwendungsgebiet von Biopharmazeutika ist die Therapie von Autoimmunkrankheiten wie rheumatoide Arthritis, Multiple Sklerose oder Schuppenflechte (32 % des Nettoumsatzes mit Biopharmazeutika in Deutschland 2018). Rund 30 Biopharmazeutika sind laut Report zur Behandlung solcher Krankheiten zugelassen, darunter auch einige seltene wie etwa die thrombotisch-thrombozytopenische Purpura (Gefahr von Blutgerinnseln) oder die periodischen Fiebersyndrome. Immunologie, Onkologie und Stoffwechselerkrankungen machen 75 % des biopharmazeutischen Gesamtumsatzes aus.

Für die kommenden Jahre werden weitere Neuzulassungen von Biopharmazeutika erwartet. 635 Produkte befinden sich zurzeit in der ersten, zweiten oder dritten Phase der klinischen Forschung. 20 % der biopharmazeutischen Phase-III-Pipeline betrafen 2018 Biosimilars.

Speziell der Umsatz über Biosimilars nimmt rasant zu

Mit einem 39%-Anteil aller Produkte in der Pipeline stellen onkologische Medikamente den größten Entwicklungsschwerpunkt dar, gefolgt von immunologischen und infektiologischen Präparaten.

Biosimilars haben sich zu einem relevanten Marktfaktor entwickelt. Seit 2007 steigt der Umsatz, der durch die Folgepräparate von Biopharmazeutika pro Jahr erzielt wird, um durchschnittlich 70 % an. Dr. Frank Mathias, Vorsitzender von vfa bio, sieht das darin begründet, dass Ärzte diese Medikamente schnell und häufig einsetzen. In Anwendungsgebieten, in denen es Biosimilars seit mindestens einem Jahr gibt, liegt der Marktanteil inzwischen bei 38 %. Der vfa-Vorsitzende ist angesichts der vielen Biopharmazeutika, die in Entwicklung sind, zuversichtlich, dass sich der positive wirtschaftliche Trend für die Unternehmen fortsetzen wird.

Die stabile wirtschaftliche Situation der Biopharmazeutika spiegelt sich auch in der Anzahl der Unternehmen in der medizinischen Biotechnologie wieder. Ihre Anzahl stieg von 2017 bis 2018 um rund 6 % auf 400.

Quelle: Pressegespräch vfa bio