Modellprojekt FARKOR soll die Früherkennung bei erblich bedingtem Darmkrebs verbessern

Gesundheitspolitik Autor: Maya Hüss

Mit FARKOR würde eine Versorgungslücke in der Darmkrebsvorsorge geschlossen. © iStock/leezsnow

Darmkrebs ist hierzulande die zweithäufigste Krebstodesursache. Immer mehr Menschen, besonders erblich vorbelastete, erkranken bereits in jungen Jahren. Um dem entgegenzutreten, erprobt die KV Bayerns zusammen mit der Felix Burda Stiftung ein Modellprojekt zur Früherkennung.

Das Lächeln von Oma, die Nase von Papa und den Darmkrebs von Mama“ – unter diesem Slogan startete im Oktober ein besonderes Projekt: Versicherte im Alter von 25 bis 49 Jahren der meisten bayerischen Krankenkassen können jetzt bei Hausärzten, Internisten, Gynäkologen, Urologen und Dermatologen ein familiäres Darmkrebsrisiko mit Vorsorgeuntersuchungen kostenfrei abklären lassen. Das von der Felix Burda Stiftung initiierte Modellprojekt FARKOR (Vorsorge bei familiärem Risiko für das kolorektale Karzinom), läuft über drei Jahre und wird mit elf Mio. Euro aus dem Innovationsfonds gefördert.

Das allgemeine Darmkrebsscreening zur Früherkennung sieht erst ab 50 Jahre immunologische Tests auf okkulte Blutspuren im Stuhl sowie (bei Frauen erstmals ab 55 Jahre) zwei Koloskopien im Mindestabstand von zehn Jahren vor.

Projekt soll Versorgungslücke junger Patienten schließen

Mit FARKOR würde eine Versorgungslücke in der Darmkrebsvorsorge geschlossen. „Darauf sind wir sehr stolz, denn bislang hatten unsere bayerischen Ärzte keine Möglichkeit junge Erwachsene mit familiärem Darmkrebsrisiko zu identifizieren“, sagt Dr. Pedro Schmelz, Stellvertretender Vorsitzender der KV Bayerns. Die KV ist Konsortialführerin des Projekts.

Nicht nur die Ärzte sollen Patienten auf das Angebot ansprechen. Die Krankenkassen schreiben auch neu erkrankte Patienten, sog. Indexpatienten, an, damit diese ihre leiblichen Verwandten informieren. In Deutschland erkranken jedes Jahr gut 61 000 Menschen neu an Darmkrebs. Täglich sterben etwa 70 Menschen an dieser Krebserkrankung, aufs Jahr gerechnet entspricht das rund 25 400 Patienten. Seit September habe die KV 15 000 Ärzte in Bayern über das Projekt informiert.

Wer teilnehmen wollte, musste sich vorab zum familiären Darmkrebsrisiko auf der KVB-Plattform online fortbilden. Die ärztlichen Leistungen innerhalb des Projekts werden extrabudgetär vergütet, zum Teil wird diese durch eine elektronische Dokumentation automatisch ausgelöst. Reguläres Abrechnungsende ist wohl der 31.3.2020.

Die Evaluation übernimmt die LMU München

Die Evaluation führt die Ludwig-Maximilians-Universität in München durch. Wenn das Projekt in Bayern erfolgreich ist, kann laut KV-Vize das erarbeitete Prinzip deutschlandweit in die Regelversorgung übernommen werden.


Dr. Pedro Schmelz; stellv. Vorsitzender der KV Bayerns München © Felix Burda Stiftung