Anzeige

COVID-19 Impfstoff: Phase-1-Studie zu Corona-Vakzine im Frühsommer erwartet

Gesundheitspolitik Autor: Tim Förderer

Coronavirus-Impfstoff: CureVac plant im Frühsommer mit einer Phase-1-Studie zu beginnen. Coronavirus-Impfstoff: CureVac plant im Frühsommer mit einer Phase-1-Studie zu beginnen. © Andreas Prott – stock.adobe.com
Anzeige

Mit Hochdruck arbeitet das Biotech-Unternehmen CureVac an einem Impfstoff gegen das Coronavirus. In den Schlagzeilen ist es aber derzeit aus anderen Gründen.

Vielleicht die wichtigste Nachricht dieser Telefonkonferenz: „Wir planen im Frühsommer mit einer Phase-1-Studie zu beginnen“, sagte Dr. Mariola Fotin-Mleczek, Chief Technology Officer bei CureVac. Der Impfstoff sei rein prophylaktischer Natur und daher nicht zur Therapie von COVID-19 geeignet.

Das kleine Biotech-Unternehmen aus Tübingen erhält viel Aufmerksamkeit dieser Tage, nicht zuletzt wegen angeblicher Übernahmepläne seitens der US-amerikanischen Regierung, namentlich des Präsidenten selbst, Donald Trump. Nichts an diesen Gerüchten entspreche der Wahrheit, sagte Dr. Franz-Werner Haas, Deputy CEO, CureVac, auf die beinahe gebetsmühlenartige Wiederholung dieser Frage, vor allem seitens der Kollegen aus den USA.

Man sei einer Einladung ins Weiße Haus gefolgt, um die Firma und den wissenschaftlichen Ansatz in Sachen Coronavirus zu präsentieren. Weder davor, währenddessen noch danach habe es ein Angebot durch den Präsidenten oder einer Regierungsorganisation gegeben. „Wir haben mit der DAPA zusammengearbeitet, wir sind auch in Kontakt mit anderen US-Institutionen, aber es gab keinen Übernahmeversuch, weder durch das Weiße Haus oder Regierungsvertreter, weder für die Technologie noch CureVac als Ganzes“, wie Dr. Haas versicherte. Woher die Gerüchte kämen sei nicht nachvollziehbar. Eine Aussage des Ex-SAP-Managers Dietmar Hopp, dessen Dievini Hopp BioTech Holding den Hauptaktionär von CureVac darstellt, sei allgemeiner Natur gewesen.

„Unsere Technologie sollte für jeden, der sie benötigt, zur Verfügung stehen“

Bei den Gesprächen mit der EU-Kommission und deren Vorsitzenden Dr. Ursula von der Leyen geht es laut Pierre Kemula, Finanzvorstand des Unternehmens, um eine Unterstützung der Produktion, um möglichst viel Impfstoff auf den Markt bringen zu können: „Wir möchten möglichst große Mengen zur Verfügung stellen, das ist unser Fokus.“

Aber nicht für einzelne Länder oder Regionen. „Unsere Technologie sollte für jeden, der sie benötigt, zur Verfügung stehen“, sagte Dr. Florian von der Mülbe, Chief Production Officer und einer der Mitgründer der Firma. Das gelte für die EU wie für jedes andere Land. Und er wagt einen Blick in die Zukunft: „Wir werden mit unserer Technologie auf Herausforderungen wie COVID-19 schnell reagieren können“, erklärte Dr. von der Mülbe.

Aber wie funktioniert das Ganze? „Wir arbeiten mit Messenger RNA (mRNA)“, berichtete Dr. Fotin-Mleczek. Diese Technologie könne die Entwicklung von Vakzinen verändern, so die Wissenschaftlerin: „Momentan encodieren wir ein bestimmtes Protein auf der Oberfläche von SARS-CoV-2.“ Dieses Protein sei in der Lage, das menschliche Immunsystem zu aktivieren, um das Virus zu bekämpfen. Es wird quasi nachgeahmt.

Ergebnisse einer Phase-1-Studie mit einem Tollwutimpfstoff bestärkten die Verfolgung dieses Ansatzes. Dosen von einem Mikrogramm reichten aus, um bei allen Teilnehmern einen Antikörpertiter zu erreichen, der den Empfehlungen der WHO genügt. Für COVID-19 gibt es bereits zwei Kandidaten, man warte auf die Ergebnisse aus Tierversuchen.

Abschließend die Klärung der Frage, weshalb Dr. Ingmar Hoerrs Funktion als Vorstandvorsitzender ausgesetzt wurde: „Wir haben uns aus medizinischen Gründen dazu entschieden. Die Entscheidung hat nichts mit den Gerüchten um eine Übernahme durch die Vereinigten Staaten zu tun. Der medizinische Vorfall hat auch keine Verbindung zu Corona“, versicherte Dr. Haas: „Ich übernehme für die Zeit, als ,acting CEO‘, bis Ingmar [Hoerr] wiederkommt.“ Firmengründer Dr. Hoerr hatte den Posten erst vor wenigen Tagen wieder übernommen, nachdem er 2018 in den Aufsichtsrat gewechselt war.

Quelle: Telefonkonferenz – CureVac vom 17.03.2020.


Anzeige