Nationale Dekade gegen Krebs: Forschungsförderung stärkt Netzwerke

Gesundheitspolitik Autor: Cornelia Kolbeck

„Zukunftsweisende Strukturen“ wie Nationale Centren für Tumorerkrankungen sollen flächendeckend ausgebaut werden. © Fotolia/Catalin

500.000 Krebsneu­erkrankungen werden jährlich in Deutschland diagnostiziert. 165.000 davon ließen sich bei veränderter Lebensführung verhindern. Eine Nationale Dekade gegen Krebs stellt sich dieser Herausforderung.

Unter Federführung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und in Kooperation mit dem Bundesministerium für Gesundheit soll die weitere Erforschung von Prävention, Dia­gnose und Therapie von Krebserkrankungen vorangetrieben werden.

Patienten sollen schneller von Wissen profitieren

Ein weiteres Ziel ist, dass Patienten schneller von Forschungsergebnissen profitieren. „Dafür bauen wir die Forschungsförderung aus und werden alle Beteilig­ten aus Forschung, Versorgung und Politik besser vernetzen“, sagte Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU).

„Zukunftsweisende Strukturen“ wie Nationale Centren für Tumorerkrankungen sollen flächendeckend ausgebaut werden. Die Deutsche Krebshilfe und das Deutsche Krebsforschungszentrum wollen zudem zeitnah ein Nationales Krebspräventionszentrum errichten. Für die konkrete Umsetzung der Dekade-Pläne (2019-2029) wurde ein Strategiekreis gebildet, dem Vertreter aus Wissenschaft, Praxis, Selbsthilfe, Krankenkassen und Industrie angehören.

Den Kampf gegen Krebs bezeichnet Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) als „eine der größten gesundheitspolitischen Herausforderungen unserer Zeit“. Er verwies auch auf bereits im Rahmen des Nationalen Krebsplans laufende bzw. anstehende Maßnahmen: die HPV-Impfung für Mädchen und Jungen auf Kassenkosten, den Aufbau von klinischen Krebsregis­tern, das Darmkrebsscreening ab Mitte dieses Jahres und das Screeningprogramm zu Gebärmutterhalskrebs ab 2020.