Neue S1-Leitlinie hebt Phytotherapeutika wie STW-5/STW-5-II hervor

Am 8. April wurde die neue S1-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurogastroenterologie und Motilität (DGNM) zur funktionellen Dyspepsie (FD) veröffentlicht, die auf einer multimodalen, personalisierten Therapieempfehlung fußt. Als eine häufige gastrointestinale Funktionsstörung (Prävalenz ca. 10 % der Bevölkerung) ist sie durch chronische Oberbauchbeschwerden ohne nachweisbare organische Ursache gekennzeichnet. Eine sorgfältige Anamnese, die systematische Ausschlussdiagnostik sowie das Erkennen von Alarmsymptomen sind essenziell, bevor eine symptomorientierte Therapie eingeleitet wird. Neben medikamentösen und psychosomatischen Ansätzen betont die Leitlinie den Stellenwert der Ernährungstherapie und einer Individuen-zentrierten Kommunikation zur Förderung des Therapieerfolgs.1
Therapieoptionen: Individualisiert, multimodal, evidenzbasiert
Die Behandlung der FD erfolgt multimodal und individuell abgestimmt. Je nach Leitsymptomatik und Schweregrad kommen verschiedene therapeutische Ansätze zum Einsatz, wobei auch nicht-medikamentöse Verfahren – insbesondere achtsamkeitsbasierte Methoden und psychotherapeutische Begleitung – an Bedeutung gewinnen. Ziel bleibt eine nachhaltige Symptomkontrolle bei möglichst geringer Belastung durch Nebenwirkungen.1
STW 5 & STW 5-II – pflanzliche, leitliniengerechte First-line Option
Die neue S1-Leitlinie zur FD betont die Bedeutung der Phytotherapie als medikamentöse First-line-Behandlung – vorausgesetzt, es liegt eine therapeutisch relevante und klinisch belegte Wirksamkeit vor. Diese Anforderungen erfüllen laut Leitlinie nur wenige pflanzliche Präparate, darunter STW 5 (Iberogast® Classic), STW 5-II (Iberogast® Advance) sowie die Pfefferminzöl-/Kümmelöl-Kombination.1
Ein besonderes Augenmerk gilt dem Kombinationspräparat STW 5. Die 9 pflanzlichen Inhaltsstoffe wirken
- sekretionsregulierend,
- motilitätsmodulierend,
- antientzündlich und
- spasmolytisch.
Damit adressiert STW 5 die multifaktorielle Pathophysiologie der FD, insbesondere bei PDS-Symptomatik. Die Wirksamkeit wurde in mehreren klinischen Studien belegt, die eine signifikante Symptomlinderung gegenüber Placebo zeigen.1 Auch STW 5-II, mit vergleichbarem Wirkprofil, zeigte in klinischen Studien bei Patientinnen und Patienten mit FD u.a. eine signifikant höhere Responderrate im Vergleich zu Placebo (61,2 % vs. 45,1 %; p = 0,008)
Die Leitlinie stuft STW 5 und STW 5-II aufgrund ihrer Evidenzlage als therapeutisch sinnvoll ein und empfiehlt sie als zentrale, praxisnahe medikamentöse Therapieoption für die individualisierte Behandlung der FD. Auch im Sinne der Behandlungspräferenz von Betroffenen ist Phytotherapie ein relevanter Therapiepfeiler, da sie häufig auf hohe Akzeptanz stößt und in der hausärztlichen wie fachärztlichen Praxis etabliert ist.1
S1-Leitlinie Reizmagen zum Nachlesen
Literatur:
1. Storr A et al. S1-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurogastroenterologie und Motilität (DGNM) zur funktionellen Dyspepsie (Reizmagen), einer Disorder of Gut-Brain Interaction (DGBI). Z Gastroenterol 2025; 63(04):403-422.
2. Vinson B et al. Double-blind, randomized, 8-week multicenter study of the efficacy and safety of STW 5-IIversus placebo in functional dyspepsia. JGH Open 2024 May 2; 8(5):e13054.