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Ballaststoffe: Wann, welche und wie viel?

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Eine ballaststoffreiche Ernährung kann eine sinnvolle Therapieergänzung beim Reizdarmsyndrom sein. Doch nicht alle Betroffenen profitieren davon. Welche Rolle die Reizdarmtypen dabei spielen und wie die Ernährungsumstellung in der Praxis aussehen sollte.

Ballaststoffe – wie war das nochmal?

Ballaststoffen wird ein schützender Effekt u. a. auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes oder Darmkrebs zugeschrieben.1 Ebenfalls werden sie zur Therapie verschiedener Erkrankungen empfohlen, so auch beim Reizdarmsyndrom (RDS).2 Um seinen Patientinnen und Patienten entsprechende Empfehlungen geben zu können ist es wichtig, einige Fakten zu Ballaststoffen zu kennen:

So wirken Ballaststoffe im Darm

Ballaststoffe sind unverdauliche Bestandteile von pflanzlichen Lebensmitteln. Man unterscheidet 2 Arten – lösliche und unlösliche Ballaststoffe:3

Somit hat die Einnahme von Ballaststoffen einen Einfluss auf die Verdauung: Nicht nur die Stuhlmenge, -konsistenz und -transitzeit werden beeinflusst, sondern auch Sättigung und Nährstoffabsorption.4 Diese Effekte auf die Verdauung erklären, warum eine erhöhte Ballaststoffzufuhr bei Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts sinnvoll sein kann – so auch beim RDS.

Reizdarm & Ballaststoffe: Was wird empfohlen?

Das Reizdarmsyndrom wird definiert als chronische, d. h. länger als drei Monate bestehende oder rezidivierende Beschwerden, die auf den Darm bezogen und mit Stuhlgangsveränderungen einhergehen. Man unterscheidet dabei vier Subtypen:2

Wie vorgehen bei der Ballaststoff-Therapie?

Bevor Sie Ihren Patientinnen und Patienten eine Therapie mit Ballaststoffen empfehlen, sollten Sie beachten, dass eine ballaststoffreiche Ernährung eher eine sinnvolle Ergänzung zu anderen Therapiemaßnahmen ist als eine alleinige Therapiemaßnahme. Außerdem bestehen keine allgemeingültigen Empfehlungen, die für alle Betroffenen funktionieren.2

Grundsätzlich wird aber folgendes Vorgehen empfohlen:

Für die Praxis: Wie kann eine ballaststoffreiche Ernährung bei RDS aussehen?

Die Referenzwerte lassen sich durch eine ausgewogene Mischkost erreichen.4 Besonders ballaststoffreiche Gemüse sind z. B. Schwarzwurzeln und Artischocken. Vollkornprodukte enthalten deutlich mehr Ballaststoffe als solche aus Weißmehl. So liefern Vollkornnudeln pro 100 g rund 5 g Ballaststoffe, Nudeln aus Hartweizengrieß dagegen nur 2 g. Als zusätzliche Ballaststoffquellen wird auch gerne zu Leinsamen, Chiasamen und Weizenkleie gegriffen. Hier sollten aufgrund möglicher Schwermettalbelastung (Cadmium in Leinsamen), Acrylamidentstehung durch Erhitzung (Chiasamen) und Phytatgehalt (Weizenkleie) aber auf die Verzehrempfehlungen geachtet werden:4

Bei zum Verkauf angebotenen Produkten, die Chiasamen enthalten, gelten Grenzwerte von 10 % ganzen Chiasamen in Kuchen und 5 % ganze oder gemahlene Chiasamen in Broterzeugnissen.4

Tipp für die Praxis:

Ein Ernährungstagebuch kann hilfreich sein, um den Einfluss von Ballaststoffen auf die Reizdarmsymptome zu beobachten und zu evaluieren, ob die Maßnahme individuell sinnvoll ist bzw. auch welche Ballaststoffart positive Effekte hat.

Literatur:
1. Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. Referenzwert Ballaststoff e. Unter: www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/ballaststoffe/ (abgerufen am 13.07.2023).
2. Layer P et al. Update S3-Leitlinie Reizdarmsyndrom. Z Gastroenterol 2021;59:1323–1415.
3. Nees S. Reizdarm: Lösliche Ballaststoffe von Vorteil. Unter: www.aerztezeitung.de/Medizin/Reizdarm-Loesliche-Ballaststoffe-von-Vorteil-339075.html (abgerufen am 13.07.2023).
4. Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. Ausgewählte Fragen und Antworten zu Ballaststoffen. Unter: www.dge.de/gesunde-ernaehrung/faq/ausgewaehlte-fragen-und-antworten-zu-ballaststoffen/ (abgerufen am 13.07.2023).


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