Studie: E-Zigaretten können zum Tabakrauchen anregen

Gesundheitspolitik Autor: Maya Hüss

Innerhalb von 15 Jahren ist nach Angaben der BZgA die Raucherquote bei Jugendlichen um 20 % gesunken. © Fotolia/fabio Bergamasco

Kann der Konsum von E-Zigaretten einen Einstieg zum Rauchen von konventionellen Zigaretten fördern?

Wer schon einmal eine E-Zigarette probiert hat, ist eher dazu geneigt mit dem Rauchen von Tabakzigaretten anzufangen – zu diesem Ergebnis kommt jetzt eine Studie des Instituts für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord) in Kiel.

Laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) wurden für die Studie insgesamt 2186 Zehntklässler, die zuvor noch nie Tabakzigaretten geraucht hatten, im Schuljahr 2015/16 über einen Zeitraum von sechs Monaten beobachtet. Gut 14 % der Schüler gaben zu Beginn an, schon einmal E-Zigaretten konsumiert zu haben. Im Verlauf der Studie griffen gut 12 % der Befragten gelegentlich zur konventionellen Zigarette. 

Die Ergebnisse zu Studienende:

  • 22 % der Schüler, die zuvor schon einmal E-Zigaretten geraucht haben, begannen mit dem Rauchen.
  • 10 % der Schüler, die noch keine Erfahrungen mit dem Rauchen von E-Zigaretten gemacht hatten, haben mit dem Tabakrauchen angefangen.

„Die Studienergebnisse zeigen eindeutig: Jugendliche Nie-Raucher experimentieren häufiger mit konventionellen Zigaretten, wenn sie zuvor E-Zigaretten konsumiert hatten. Auch wenn bekannte Risikofaktoren für den Einstieg ins Rauchen statistisch kontrolliert werden, bleibt der Zusammenhang zwischen vorherigem Konsum von E-Zigaretten und späterem Experimentieren mit Tabakzigaretten deutlich erkennbar", sagt Institutsleiter Prof. Dr. Reiner Hanewinkel.

Zwar befindet sich laut BZgA-Erhebungen die Raucherquote bei den 12-bis 17- Jährigen mit 7,4 % auf einem „historischen Tiefstand", „diesen Präventionserfolg wollen wir weiterhin stabilisieren", sagt Dr. Heidrun Thaiss, Leiterin der BZgA. Aus diesem Grund sollten junge Menschen mithilfe von Aufklärungskampagnen vor dem Einstieg durch E-Shishas oder E-Zigaretten in den Tabakkonsum bewahrt werden.

Raucherquote bei Jugendlichen über die Jahre hinweg gesunken

Laut bundesweiten Repräsentativbefragungen der BZgA hat sich die Zahl der Raucher bei den 12- bis 17-Jährigen von 27 % im Jahr 2001 auf gut 7 % im Jahr 2016 reduziert.

Im Jahr 2016 hätten zudem insgesamt 11 % der Jugendlichen schon einmal eine E-Zigarette ausprobiert.

Weitere Ergebnisse sollen in Kürze bekannt gegeben werden.