Ein Hausarzt in der Stadt arbeitet zwei Wochenstunden weniger als der Kollege auf dem Land

Niederlassung und Kooperation Autor: Michael Reischmann

73,33 Euro brutto pro Landarztstunde. © iStock.com/RossHelen

Ein Landarzt behandelt im Schnitt 114 Patienten mehr im Quartal als ein Hausarzt in der Stadt. Dafür bleiben ihm im Jahr 25 300 Euro mehr Einkommen.

„Die Niederlassung auf dem Land muss für Hausärzte kein finanzieller Nachteil sein“, meint Zi-Geschäftsführer Dr. Dominik von Stillfried. Das Zentralinstitut der KBV hat ausgerechnet, dass Inhaber haus­ärztlicher Praxen in ländlichen Regio­nen mit der Versorgung gesetzlich und privat versicherter Patienten einen Brutto-Jahresüberschuss vor Steuern, Abgaben usw. von durchschnittlich 177 900 Euro erzielen. Damit liege deren Jahresüberschuss um 16,6 % höher als bei Allgemeinärzten und hausärztlichen Internisten in der Stadt, die nach Abzug der Praxiskosten im Schnitt 152 600 Euro übrig haben. Dafür behandelten die Land­ärzte im betrachteten vierten Quartal 2015 immerhin 1161 Patienten, bei ihren Kollegen in der Stadt waren es 1047 Patienten.

Haus­ärzte auf dem Land arbeiten mit 52,5 Stunden über zwei Stunden pro Woche mehr als Haus­ärzte in der Stadt (50,3 Wochenstunden). Je Arbeitsstunde erzielen Landärzte mit 73,33 Euro einen um 7,71 Euro oder 12 % höheren Brutto-Überschuss als ihre Metropol-Kollegen. Dies geht aus einer Auswertung des Zi-Praxis-Panels für 2015 hervor. Analysiert wurden hierbei die Daten von 4072 Praxen.

Die gesamten Einnahmen je Allgemeinarzt/hausärztlichen Internisten betrugen im Schnitt 325 000 (Land) bzw. 285 500 Euro (Stadt) und die Aufwendungen 147 000 bzw. 132 900 Euro. Bei Kinder- und Jugendmedizinern gibt es übrigens nur kleine Unterschiede.