Kasuistik Reizdarmsymptomatik: Evidenzbasierte Phytotherapie auch als unterstützende Behandlungsoption nutzen

Nicht nur rein funktionelle Störungen, sondern auch eine Kombination aus organischer und funktioneller Erkrankung kann zu einer Reizdarmsymptomatik führen, die neben den Beschwerden auch große Einbußen an Lebensqualität für die Betroffenen mit sich bringt. Wie die evidenzbasierte Phytotherapie in solch einem Fall unterstützen kann, zeigt folgendes Fallbeispiel.

Anamnese

Eine 71-jährige Patientin berichtet nach erfolgter Entfernung der Gallenblase (Cholecystektomie) über rezidivierend starke Abdominalbeschwerden. Diese umfassen starke morgendliche Diarrhoen, einen ausgeprägten Blähbauch sowie Blähungen und krampfartige Schmerzen im Unterbauch.

Nach überwundenem Nikotinabusus mit 35 Packungsjahren ist sie bei Vorstellung in der Praxis mit einem BMI von 17,2 kritisch untergewichtig. Sie leidet unter Lumbalgien, die zu einer regelmäßigen Einnahme von Ibuprofen führen. Darüber hinaus nimmt sie Pantoprazol sowie Mirtazapin und diverse Nahrungsergänzungsmittel ein.

Befunde

Durch Probenentnahme bei makroskopisch unauffälliger Koloskopie wird eine mikroskopische Kolitis diagnostiziert. In der Gastroskopie kann ein geringgradiger Schlussdefekt des Magenmundes (axiale Hiatushernie, Hp-negativ) nachgewiesen werden. Eine vorliegende Typ-C-Gastritis wird auf die regelmäßige Einnahme von NSAR zurückgeführt. Der Calprotectin-Wert im Stuhl liegt im normalen Bereich, eine Zöliakie sowie Laktose- und Fruktose-Unverträglichkeiten werden differenzialdiagnostisch ausgeschlossen.

Therapie und Verlauf

Die Behandlung der diagnostizierten mikroskopischen Kolitis mit Budesonid führt zwar zu einer Besserung der diarrhöischen Beschwerden, die morgendliche Diarrhoe persistierte allerdings. Glutenfreie Kost sowie FODMAP-Diät erzielen initial eine Besserung der Beschwerden, allerdings kehren die Symptome mit der Zeit in anfänglicher Intensität zurück. Durch eine Umstellung der NSAR Therapie auf Novaminsulfon oral, Beendigung der Einnahme von Pantoprazol sowie die Gabe von Colestyramin (2 g/d) und Substitution von Vitamin D sowie Calcium bessern sich die Rückenschmerzen und die chologene Diarrhoe sistiert komplett. Allerdings leidet die Patientin weiterhin unter Unterbauchschmerzen, krampfartigen Bauchschmerzen und starkem Blähbauch – auch postprandial. Die Medikation wird daraufhin durch STW 5-II (Iberogast Advance, 3 x 20 Tropfen / Tag) und einer 4-wöchigen Probiotika-Kur ergänzt. Nach einem Monat berichtet die Patientin von einer deutlichen Besserung des Blähbauches und der Schmerz-Symptomatik. Nach 6 Monaten Dauertherapie mit STW 5-II kann Mirtazapin abgesetzt und die Diät beendet werden. Die Patientin legt in dieser Zeit an Gewicht zu, so dass der BMI nun bei 18,2 liegt. Die nur noch gelegentlich auftretenden Blähungen stellen keine Beeinträchtigung mehr dar. Nach eigener Einschätzung ist die Patientin mit STW 5-II beschwerdefrei und fühlt sich wieder wohl.

Fazit

Im vorliegenden Fall einer Patientin mit Reizdarmsymptomatik, die auf ein Zusammenspiel organischer Erkrankungen sowie funktioneller Störungen zurückzuführen ist, führte erst die Umstellung der Medikation und eine Dauertherapie mit STW 5-II (Iberogast Advance) zu subjektiv empfundener Beschwerdefreiheit und wiedergewonnener Lebensqualität. Durch seinen Multi-Target-Ansatz stellt das bei Reizdarmsyndrom erwiesen wirksame und sichere pflanzliche Arzneimittel auch beim dargestellten Mix persistierender Symptome (Blähbauch, Schmerzen) eine effektive Behandlungsoption dar. Mit vor allem schleimhautschützend, desensibilisierend und antientzündlich wirkenden Heilpflanzenextrakten ist STW 5-II insbesondere zur Behandlung langanhaltender oder häufig wiederkehrender funktioneller Magen-Darm-Beschwerden geeignet.

 

Mehr zum Thema